GS1 Germany: Block4Log ist nur der Anfang

Im Blockchain-Projekt „Block4Log“ von GS1 Germany wurden jetzt wichtige Meilensteine erreicht.

Ziel des Blockchain-Projektteams ist es, erstmals eine auf dieser Technologie basierende, marktreife Lösung zu entwickeln, mit der sich der Tausch von Ladungsträgern digital, transparent und effizient managen lässt. Bild: GS1 Germany.

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Ladungsträger digital, transparent und effizient verwalten: Damit das möglich wird, haben die Teilnehmer des Projekts Block4Log wichtige Entscheidungen zu Prozessen, Technologie und Governance gefällt. Das aus 19 Unternehmen bestehende Projektteam hat sowohl den Scope festgelegt und alle Anforderungen prozessseitig formuliert, als auch sich für eine geeignete Blockchain-Technologie für das Ladungsträgermanagement und den passenden Tauschprozess entschieden. Nicht zuletzt erarbeitete es die Governance-Regeln für das gemeinsame Konsortium. Für 2021 ist die Entwicklung einer Block4Log-Kerninfrastruktur geplant, die langfristig das Herzstück eines ganzen Ökosystems für digitale Supply Chain-Prozesse bilden soll. „Die große Anzahl an namhaften Unternehmen aus verschiedensten Branchen an dem Block4Log-Projekt zeigt, wie groß das Interesse an einer innovativen Lösung ist. Das Ladungsträgermanagement entlang der Supply Chain ist nach wie vor durch viele manuelle Vorgänge, bilaterale Tauschprozesse, hohen analogen Verwaltungsaufwand und damit durch Intransparenz, Ineffizienz und vermeidbare Kosten gekennzeichnet“, weiß Regina Haas-Hamannt, Lead Innovation and Academy bei GS1 Germany.

Basis für die Umsetzung

Ziel des Blockchain-Projektteams unter der Leitung von GS1 Germany ist es, erstmals eine auf dieser Technologie basierende, marktreife Lösung zu entwickeln, mit der sich der Tausch von Ladungsträgern digital, transparent und effizient managen lässt. Und zwar nicht nur innerhalb von Deutschland, sondern europaweit. Im Fokus stehen dabei über zehn verschiedene Ladungsträger, wie etwa Europaletten, Gitterboxen, Halb- und Viertelpaletten. Der Tausch soll über offene und geschlossene Pools erfolgen können. Die Projektpartner waren sich darin einig, dass die zu entwickelnde Block4Log-Lösung als Open Source-Version langfristig von möglichst vielen Marktteilnehmern für einen reibungslosen Ladungsträgertausch genutzt werden soll.

Als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Projektziel, konnte sich das Projektteam jetzt auf die technische Anwendung einigen, auf der Block4Log basieren soll: „Hyperledger Fabric“ wurde als geeignete Blockchain-Technologie festgelegt, weil „sie in der Praxis bereits bekannt, erprobt und weit verbreitet ist und dabei ein großes Maß an Datensicherheit mitbringt“, so Haas-Hamannt. Als weiteres wichtiges Etappenziel gilt der Entwurf eines Konsortialvertrags, der jetzt auf Basis des Governance-Konzepts erstellt wurde. Dabei galt es folgende Fragen zu beantworten: Wer darf was entscheiden? Wie erfolgt die Kostenfinanzierung? Welche Rollen gibt es in dem Geschäftsmodell und wie lassen sich die unterschiedlichen Rollen incentivieren? Wer hat welche Verantwortung? Wem gehört was (Intellectual Property)? Wer hat welche Aufgaben und Befugnisse? Wie sieht der Business Case aus? Wie lautet die Zielvision? Zu all diesen Fragen haben die Projektpartner gemeinsame Antworten definiert und klar ist: Block4Log ist nur der Anfang! Es soll die erste Anwendung sein, für die die Blockchain-Technologie in der Praxis genutzt wird. Langfristige Vision ist ein Öko-System für digitale Supply Chain-Prozesse, das für viele weitere Anwendungsfälle geeignet ist, wie zum Beispiel Pallett Tracking oder Aktivitäten im Nachhaltigkeitsbereich.

Sobald der Konsortialvertrag mit allen Projektpartnern abgestimmt und von diesen unterzeichnet wurde, werden 2021 mit der Entwicklung und der Inbetriebnahme der Kerninfrastruktur die nächsten Schritte vollzogen. Sie ist dann die Basis für die neue Block4Log-App, die konkret für den transparenten und effizienten Ladungsträgertausch zwischen allen Partnern entlang der Supply Chain genutzt werden soll. Die Markteinführung der Block4Log-App wird für 2022 angestrebt.

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