GFFA: Nachhaltige Wertschöpfung durch Genossenschaften

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) haben gemeinsam ein Fachpodium im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) veranstaltet.

Vertreter der Genossenschaften (v.l.) Hr. Ferhi (Agrargenossenschaft SMSA Magel Bel Abbes, Tunesien), Hr. Grevelhörster (AGRAVIS Raiffeisen AG) Hr. Kronsbein (Westfleisch SCE mbH) Fr. Schwarze (DRV), Hr. Holzenkamp (DRV/DGRV) und Hr. Schlich (Landgard eG) diskutieren den kooperativen Beitrag zum internationalen Handel. Bild: drv.

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Sichere und nachhaltige Lebensmittel, sichere und nachhaltige Handelsströme: Wie Genossenschaften dazu beitragen, beides zu vereinen, haben der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) in Berlin erläutert. Gemeinsam gestalteten sie ein Fachpodium im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture (GFFA). "Hilfe zur Selbsthilfe, die Befähigung zur Eigenproduktion und die Anbindung an Wertschöpfungsketten zeichnen die Vorteile des Agrarhandels in der Unternehmensform der Genossenschaft aus. Die Wertschöpfung entsteht lokal und kommt der Genossenschaft sowie ihren Mitgliedern zugute", erläuterte der Präsident der beiden Verbände, Franz-Josef Holzenkamp.

Netzwerkfähigkeit, Stabilität und Sicherheit sind die drei Säulen des Erfolgs von Genossenschaften. Wie der "Beitrag der Genossenschaften zu einer fairen Wertschöpfung im internationalen Handel" konkret gelingt, wurde anhand praktischer Beispiele sichtbar.

Gustav Kronsbein, Standortleiter des Fleischcenters Gelsenkirchen der Westfleisch SCE mbH, forderte mehr Ehrlichkeit. Mit Produktionsverzicht in Deutschland würden weder das Problem der globalen Erwärmung noch die Welternährungsprobleme gelöst.

Hendrik Grevelhörster, Sojahändler der AGRAVIS Raiffeisen AG, machte deutlich, dass Zertifizierungen, internationale Verpflichtungen und eigene Konzepte Lieferketten gestalten können. Zertifizierungssysteme (zum Beispiel für den Sojaanbau) müssen transparent und vor allem markttauglich sein, damit sowohl die Kleinbauern in Anbauländern als auch die Akteure globaler Agrarmärkte profitieren können.

Thomas Schlich, Geschäftsführer der Landgard Obst & Gemüse GmbH & Co. KG, merkte kritisch an, dass mit steigenden gesetzlichen und gesellschaftlichen Ansprüchen Qualitäts- und Umweltaspekte bedacht werden, dass damit aber zugleich ein gnadenloser Strukturwandel einhergeht.

Inwiefern die genossenschaftliche Unternehmensform die Vermarktung von Pistazien im fairen Handel erleichtert, erläuterte Mohamed Ferhi, Präsident der Agrargenossenschaft SMSA Magel Bel Abbes. Das tunesische Unternehmen produziert unter anderem ökologisch angebaute Aprikosen, Mandeln und Pistazien für den heimischen und europäischen Markt.

Präsident Holzenkamp betonte abschließend die Wichtigkeit des Dialogs. "Trotz aller Vorteile, die der internationale Handel bietet, dürfen wir uns nicht der geäußerten Kritik verschließen. Die Welt ist voller Widersprüche und Zielkonflikte. Nur in einem offenen Umgang und kritischen Dialog können wir diesen begegnen." (DRV)

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