Fräulein: Die neue Apfelentdeckung

Am 9. November 2020 ist es soweit: Fräulein, ein Apfel, wie es ihn noch nie gab, wird erstmals im Handel erhältlich sein. Kein Labor-Apfel, sondern ein Zufallssämling, knackig-krisp, ausgewogen süß-säuerlich – und entdeckt in Deutschland!

Fräulein, die weit mehr als nur halbseitig, leuchtend rot aus-gefärbte, neue Apfelsorte. Bild: Deutsches ObstsortenKonsortium GmbH.

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Fräulein heißt er und hat unter Apfelkennern einen regelrechten Hype ausgelöst. Denn die weit mehr als nur halbseitig, leuchtend rot aus-gefärbte, neue Apfelsorte hat einfach alles, was man sich von einem Apfel wünschen kann: ein exzellentes Süße-Säure-Verhältnis, einen knackig-krispen Biss und hervorragende Lagereigenschaften. Und das Beste an Fräulein, er ist ein Zufallsprodukt der Natur. Eine solche Entdeckung macht auch der erfahrenste Obstbauer nicht jeden Tag – selbst, wenn er die Bienen ausgiebig „experimentieren“ lässt...! Wenn die nämlich über eine Apfelwiese mit unterschiedlichen Sorten fliegen, lässt es sich gar nicht vermeiden, dass sie die Apfelblüten kreuz und quer befruchten: Dabei entstehen Apfelkerne, in denen die Eigenschaften der jeweiligen Mutter- und Vaterpflanze völlig neu gemischt sind – ganz neue Sorten also. Diese Kerne kann man dann keimen lassen und abwarten, wie sie sich entwickeln.

Das sprichwörtliche Fräulein Wunder

So geschehen in der Hildesheimer Börde. Viele Jahre suchte Obstbauer Gerd Sundermeyer nach einem geschmacklich ganz besonderen Apfel. Auf seinen Apfelwiesen hat er unzählige Samen keimen und wachsen lassen, die Triebe veredelt und die Ernte probiert. Dann entdeckte er ihn, den besonderen, saftigen, knackig-krispen Apfel, von dem er selbst sagt: „Das Fruchtfleisch ist beim ersten Biss förmlich in meinem Mund explodiert!“ Ein ganz neues Geschmackserlebnis und vor allem eine Zufallszüchtung nach dem Prinzip der Natur. „Für uns lag es einfach nahe, dem neuen Apfel einen Namen zu geben, der widerspiegelt, dass er eine deutsche Entdeckung ist, dass er für Tradition und Moderne, aber auch eine neue Generation steht. Damit war der Name Fräulein geboren“ erzählt Jens Anderson von der Deutsches Obstsorten Konsortium GmbH.

Nicht nur Obstbauer Sundermeyer war begeistert. Auch andere Erzeuger waren fasziniert von diesem „Fräulein“, das nicht nur sensationell schmeckt, sondern sich – gut gekühlt und dunkel aufbewahrt – auch noch hervorragend lagern lässt. Mittlerweile sind rund 1. Mio. Bäume gepflanzt. Sie wachsen bei Apfelbauern in Sachsen, Mittel-baden, im Rheinland, Alten Land und am Bodensee. Einer davon ist Hans-Jürgen Raddatz aus Süd-Kehdingen an der Elbe.

Raddatz hat sich von der Begeisterung seiner Kollegen anstecken lassen und im letzten Jahr rund 4.600 Fräulein-Bäume auf fast 2 Hektar Land gepflanzt. Im Interview erzählt er mehr dazu:

Was hat Sie dazu bewegt, die neue Apfel-Sorte Fräulein anzupflanzen?

R: Ich habe den Apfel bei Kollegen gekostet und war total begeistert! So etwas habe ich noch nicht erlebt. Ein ganz neues Biss-Erlebnis. Super Geschmack! Und wenn man im Herzen überzeugt ist, dann pflanzt man mal ein bis zwei Hektar!

Aber geht das so schnell? Ein Apfelbaum, geschweige denn ein Apfel wächst ja nicht von heute auf morgen...

R: Naturgemäß dauert das eine Weile. Ein Apfelbaum braucht etliche Jahre bis er Früchte trägt. Damit es schneller geht, wird ein winziges Stückchen vom Trieb der neuen Apfelsorte auf einen älteren Baum gepfropft. An diesem Trieb wachsen dann die Äpfel mit den neuen Eigenschaften. Wir haben im letzten Jahr rund 4.600 dieser Bäume gepflanzt und gehen davon aus, dass sie in 3-4 Jahren gute Erträge bringen.

Wie sah es in diesem Jahr in der neuen Apfelplantage aus?

Dieses Jahr wurden bei mir die Erstlingsfrüchte geerntet. Eine kleine Menge nur. Bei uns war das etwa eine Großkiste – rund 350 Kilo. Mehr geht nicht. Denn der Baum muss erst mal wachsen und sich wohl fühlen. Er braucht im ersten Jahr viel Pflege. Aber man hat schon an den Blüten gesehen, dass Fräulein eine sehr fruchtbare Sorte ist – eine späte Sorte übrigens, die erst im Oktober gepflückt wird. Wir haben zwei Pflückdurchgänge im Abstand von rund 10 Tagen gemacht, um jeweils gut durchgefärbte Exemplare zu ernten.

Wie sind Ihre Erwartungen für die nächsten Jahre?

Im zweiten Jahr werden wir wohl so ca. 40 Früchte pro Baum pflücken können. Der Baum muss aber nach wie vor geschont werden. Wenn er zu viele Früchte hervorbringt, verausgabt er sich und kann nicht wachsen. Ab dem dritten Jahr hat der Baum schon mehr Astpartien und ist so weit gewachsen, dass wir dann vielleicht 60 bis 80 Äpfel ernten können. Das wäre bei unseren 4.600 Bäumen immerhin bereits über 60 Tonnen.

Das diesjährige Ernte-Ergebnis aus ganz Deutschland ist demzufolge eine erste exklusive Kleinmenge von 180 Tonnen Fräulein, die in diesem Jahr erstmals im Handel vorgestellt wird. Bereits im nächsten Jahr wird mit 3.000 Tonnen und 2024 mit 15.000 Tonnen gerechnet. (Quelle: Deutsches Obstsorten Konsortium GmbH)

Augen auf beim Apfelkauf!

Erste Verbrauchertests haben bereits gezeigt, dass Fräulein bei der Produktqualität besser abschneidet als die führenden Mitbewerber. Besonders die Saftigkeit wird mit 81% sehr geschätzt. Aber auch der knackig-krispe Biss fällt 86% positiv auf.(Quelle: Inviso Gesellschaft für Kommunikations- und Marketingforschung mbH, Hannover.

Damit auch die breite Öffentlichkeit den neuen Apfel genussvoll testen kann, werden zum Verkaufsstart zwei Verkostungsaktionen in Berlin durchgeführt.

• 14.11.2020 – Fräulein stellt sich vor! Verkostung in Berlin Schöneberg auf dem Winterfeldtmarkt und im EDEKA Nollendorfplatz

• 21.11.2020 – Fräulein stellt sich vor! Verkostung in Berlin Prenzlauer Berg auf dem Markt am Kollwitzplatz

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