EPOS: Restart vom Start Up

„Bio für Großküchen“ ist das erklärte Motto des im Münchner Osten ansässigen Großhändlers EPOS Bio Partner. Mit einem Fuhrpark von 15 LKWs und fest angestellten Fahrern ist er in ganz Süddeutschland und den angrenzenden Regionen unterwegs.

EPOS beliefert Schulen, Kindergärten, Betriebsrestaurants, Caterer und Krankenhäuser mit bio-zertifizierten Lebensmitteln aus allen Sortimentsbereichen. Bild: EPOS.

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EPOS beliefert Schulen, Kindergärten, Betriebsrestaurants, Caterer und Krankenhäuser mit bio-zertifizierten Lebensmitteln aus allen Sortimentsbereichen: von der regionalen Kartoffel bis hin zum vorgebackenen Leberkäs` oder einer fertigen, tiefgekühlten Lasagne auf Gastro- Blechen – die Kunden können tagesaktuell auf über 8.000 Bio-Produkte zugreifen.

Im Zuge der Pandemie ist der Spezial-Lieferant mit rund 70 Beschäftigen in die Krise gerutscht. Zwei zentrale Kundengruppen sind seit über einem Jahr nahezu komplett weggebrochen: erst Hotels und Gaststätten, dann die „Event-Gastronomie“ zu der u.a. Messen, Tagungen, Festivals und andere Großveranstaltungen wie das Oktoberfest zählen. Im ersten Lockdown lag der Umsatz phasenweise bei unter 20% im Vorjahresvergleich.

Hartnäckig und in kleinen Schritten kämpft sich EPOS zurück. „Nach dem ersten Lockdown waren wir im Oktober wieder bei 80% des Vorjahresumsatz. Aber im zweiten Lockdown kam alles wieder nahezu zum Erliegen“, erzählen Susanne und Hermann Oswald, die das Unternehmen in den letzten zwanzig Jahren aufgebaut haben. Glücklicherweise ist das Unternehmen in der Branche gut vernetzt. Die Solidarität von Kunden, Lieferpartnern, befreundeten Abo-Kisten-Betreibern und Bio-Supermärkten hilft durch die schwierige Zeit. Denn auch wenn sich der Umsatz wieder auf einem Niveau von ca. 50% des Jahres 2019 stabilisiert hat, sind viele Mitarbeiter*innen nach wie vor in Kurzarbeit.

„Wir fühlen uns manchmal 15 Jahre zurückversetzt oder wie bei einem Restart vom Start-Up“. Der Bio-Großhändler hat sich ganz auf den Handel mit Verpackungseinheiten für große Küchen spezialisiert. Diese werden von Herstellern oft nur produziert und abgefüllt, wenn entsprechend große Mengen abgerufen werden. Und das geht nur, wenn die Kette bis hin zur Küche erhalten ist und funktioniert. Das ist aktuell eine große Herausforderung, der sich das Team von EPOS täglich stellt.

Eigens dafür gibt es ein kleines Team im Unternehmen. Es beschäftigt sich mit Fragen rund um die Drehung einzelner Produkte: „Können wir Ricotta im Eimer schon wieder anbieten? Welcher Kunde hat noch Bedarf? Reicht das, um eine Abfüllung in große Eimer bei der Bio-Molkerei zu erreichen?“ Diese Fragen, die die Gründer aus den ersten Jahren nur zu gut kennen, stehen nun wieder auf der Agenda. Und neue wie „Hafermilch im Großgebinde“ kommen dazu. „Wie gut, dass wir darin schon Übung haben! So können wir gut vorbereitet wieder voll durchstarten,“ meint Sebastian Funk, der das Unternehmen gemeinsam mit den Gründern leitet.

Partnerfirmen und umsichtiges Handeln helfen

Ein Vorteil eines kleinen Unternehmens ist seine Individualität. EPOS hat in den vergangenen Jahren für bestimmte Kunden oder Ereignisse spezielle Produkte geordert und produzieren lassen, zum Beispiel Zimteis oder vegane Produkte in Großpackungen. Solche Sonderwünsche rücken zwar pandemiebedingt auf der Wunschliste nach unten, aber die Firmengründer sind sich sicher, dass Produktion und Warenströme bei zu erwartenden Lockerungen schnell wieder ins Laufen kommen.

Auch die beinahe wöchentlichen Anfragen neuer Interessenten geben Anlass zur Hoffnung. „Offenbar bringt die Krise viele Akteure aus dem Verpflegungsbereich zum Nachdenken. Wir haben jede Woche Anrufe von Interessenten, die sich überlegen, ihren Cateringbetrieb, ihr Café oder Bistro zur Wiedereröffnung auf Bio-Lebensmittel umzustellen“, freut sich Sebastian Funk. Die regionale Herkunft spielt dabei ebenso eine große Rolle wie der Wunsch nach gesunden, landwirtschaftlichen Kreisläufen, artgerechter Tierhaltung und mehr Artenschutz. Genau das ist es, was EPOS und sein Sortiment auszeichnet. Es bringt große und kleine Bio-Pioniere sowie ganz neue, überzeugt ökologisch wirtschaftende Produzenten zusammen mit Kunden, die an Nachhaltigkeit interessiert sind und teilweise große Mengen verbrauchen.

Dabei liegt EPOS voll im Trend. Bio boomt und ist längst keine ideologische Nische mehr.

„Dass immer mehr Kundinnen und Kunden zu Bio greifen, liegt vor allem an der hohen Qualität, der Vielfalt und dem guten Geschmack der Öko-Lebensmittel.“ ist dem Bericht des Bundes „Ökologische Lebensmittelwirtschaft“ vom Februar diesen Jahres zu entnehmen. Diese Nachfrage kommt mittlerweile auch über die Außer-Haus-Verpflegung – sofern sie offen hat - beim Bio-Großhändler an. Nun geht es darum durchzuhalten, bis sich Biergärten, Hotels und Restaurants wieder füllen. (EPOS)

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