Bundestag: Berät Digitalisierung der Landwirtschaft

In der Plenarsitzung vom 16. Mai wurde der Deutsche Bundestag den Antrag der Koalitionsfraktionen „Chancen der Digitalisierung nutzen - offener Zugang und standardisierte Datenformate für eine zukunftsfähige Landwirtschaft 4.0“ beraten.

Sitzung des Deutschen Bundestages im Plenarsaal. Bild: ©Deutscher Bundestag/Thomas Köhler/photothek.net.

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Zur „Chancen der Digitalisierung nutzen - offener Zugang und standardisierte Datenformate für eine zukunftsfähige Landwirtschaft 4.0“ erklären der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Albert Stegemann, sowie der zuständige Berichterstatter Hans-Georg von der Marwitz: Albert Stegemann: „Digitale Technologien können maßgeblich zu einer Lebensmittelerzeugung beitragen, die wettbewerbsfähig, nachhaltig und ressourcenschonend ist. Eine Präzisionslandwirtschaft 4.0 ermöglicht es unseren Landwirten beispielsweise, über digitale Sensorik die Gesundheit ihrer Tiere zu messen und das Tierwohl zu stärken. Ackerbauern können mithilfe digitaler Lösungen die Bewässerung von Pflanzen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder die Düngung punktgenau und besonders sparsam steuern.

Bauernfamilien wollen diesen Prozess positiv begleiten und sich stärker untereinander, aber auch mit der deutschen Landtechnikbranche vernetzen, zu der weltweit führende Unternehmen gehören. So hat eine Befragung im Auftrag der Landwirtschaftlichen Rentenbank vor kurzem ergeben, dass 80% der Landwirte die Digitalisierung in der Landwirtschaft für sinnvoll oder sogar sehr sinnvoll halten. In mehr als der Hälfte der Betriebe werden bereits digitale Lösungen eingesetzt.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion will einen sicheren und reibungslosen Datenaustausch gewährleisten. Mit dem Antrag fordern wir die Bundesregierung daher auf, im Rahmen eines Forschungsvorhabens ein Konzept für eine digitale Agrarplattform zu erarbeiten. Dabei müssen die Akteure entlang der Lebensmittelkette eingebunden werden. Mit dem Antrag geben wir unserer Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner Rückenwind, die in ihrem Ministerium bereits seit Amtsantritt einen besonderen Schwerpunkt auf die Digitalisierung in der Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft setzt.“

Hans-Georg von der Marwitz: „Die Digitalisierung eröffnet ganz neue Potenziale für eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft. Dabei müssen wir sicherstellen, dass die Landwirte Zugriff auf ihre Daten behalten und Dritte diese Daten nicht unbefugt verwenden. So schaffen wir eine breite Akzeptanz für die neuen digitalen Möglichkeiten. Gerade der Bereich Forst und Holz wird künftig eine wichtige Rolle für die Erreichung der gesellschaftlichen Klimaziele spielen. Neben der hohen Bindung von CO2 in den bewirtschafteten Wäldern sowie in Holzprodukten liefert die Forstwirtschaft den einzigen nicht fossilen nachwachsenden Energieträger in Deutschland. Die Möglichkeiten der Digitalisierung können dazu beitragen, die Erzeugung von Nahrungsmitteln und die Holzproduktion noch effizienter, ressourcenschonender und ökologisch verträglicher zu gestalten. Deshalb fordern wir die Bundesregierung insbesondere dazu auf, den Breitbandausbau in den ländlichen Regionen zu intensivieren, um die Präzisionslandwirtschaft auf allen Äckern und Wiesen sowie eine moderne multifunktionale Forstwirtschaft in den Wäldern zu ermöglichen.“ (Bundestag)

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