Bonduelle: Positive Finanzergebnisse

Bonduelle stellt mit dem Halbjahresabschluss 2018-2019 zahlen vor. Geschäftstätigkeit und Profitabilität blieben trotz widriger Bedingungen stabil. Vor allem die Ernte im Jahr 2018 dämpfte die Zahlen.

Die schwierige Erntesituation im Jahr 2018 dämpfte die Zahlen bei Bonduelle.

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Die Geschäftstätigkeit und Profitabilität blieben bei der Bonduelle-Gruppe auch in einem schwierigen Umfeld stabil. Innerhalb Europas blieben die Geschäfte zufriedenstellend. Im EU-Ausland hingegen wurden die Geschäftstätigkeiten vor allem durch den Abbau im Segment Frische Produkte in Nordamerika geprägt. Die Rentabilität im 1. Halbjahr ist zudem durch die schwierige Ernte im Jahr 2018 belastet, dennoch wurden hier die jährlichen Ziele am unteren Ende der geplanten Zielspanne bestätigt. 

Der Halbjahresabschluss 2018-2019 wurde vom General Partner, dann am 28. Februar 2019 vom Aufsichtsrat und abschließend vom Abschlussprüfer geprüft.

Umsatz

Der Umsatz der Bonduelle-Gruppe belief sich im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2018-2019 auf 1.406,6 Mio. Euro. Dies entspricht einem Rückgang von -1,0% bezogen auf die gemeldeten Zahlen sowie auf vergleichbarer Basis. Die Veränderungen im Konsolidierungskreis aufgrund des Erwerbs der Geschäftsaktivitäten von Del Monte Anfang Juli 2018 trugen mit +1,2% positiv zur Umsatzveränderung im Berichtszeitraum bei. Wechselkursschwankungen, vor allem die Abschwächungen des russischen Rubels und des kanadischen Dollars, hatten einen negativen Einfluss und dämpften das Wachstum um -1,1%.

Region Europa

Die Region Europa, auf die 45,7% des Gesamtumsatzes entfallen, erzielte in den ersten sechs Monaten ein Wachstum von +1,4% bezogen auf die gemeldeten Zahlen und eine Steigerung von +1,6% auf vergleichbarer Basis. Alle drei operativen Segmente der Gruppe trugen positiv zur Entwicklung dieser Region bei. Das 2. Quartal zeigte ein beschleunigtes Wachstum mit einer Verbesserung von +2,2% bezogen auf die gemeldeten Zahlen und von +2,4% auf vergleichbarer Basis. Nach einem schwierigen Start in das Geschäftsjahr verzeichneten die operativen Segmente Konserven und Tiefkühlkost im 2. Quartal ein starkes, solides Wachstum. Im Gegensatz dazu entwickelte sich das operative Segment Frische Produkte im 2. Quartal verhalten, was teilweise von den Demonstrationen in Frankreich beeinflusst wurde. Zuvor hatte das Segment in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahrs von den vorteilhaften Witterungsbedingungen profitiert.

Außereuropäische Region

Der Umsatz in der Region außerhalb Europas, die mit 54,3% am Gesamtumsatz beteiligt ist, verringerte sich um -2,9% bezogen auf die gemeldeten Zahlen und um -3,1% auf vergleichbarer Basis.

In Nordamerika verzögerte sich die Abwicklung einiger Verkaufsverträge mit Herstellern von Konserven und Tiefkühlkost im erste Quartal und wurde wie erwartet auf das 2. Quartal verschoben.

Neben der Gewinnung von Neukunden und der Markteinführung eines Salatschalen-Sortiments von Bonduelle in Kanada zum Ende des Halbjahres sahen sich die Aktivitäten im Segment Frische Produkte in Nordamerika mit einigen Herausforderungen konfrontiert: Die Einstellung unrentabler Produktsortimente bei Bonduelle Fresh Americas, eine Warnung der Gesundheitsbehörden in den USA und Kanada vor dem Verzehr von Salaten, welche alle Interessengruppen der Branche betraf, an der Bonduelle oder seine Lieferanten jedoch nicht beteiligt waren, sowie die Diversifizierungsstrategie eines unserer Kunden in den USA im Bereich der Beschaffung.

Im 2. Quartal bestätigte Russland die starke Umsatzdynamik der Marke Bonduelle in den Segmenten Konserven und Tiefkühlkost im ersten Halbjahr. Hierzu trugen insbesondere einige Innovationen der Produkte Mais, Oliven und Mischgemüse in Gläsern bei, die inzwischen in Russland produziert werden.

Operative Rentabilität

Das laufende operative Ergebnis der Bonduelle-Gruppe für das 1. Halbjahr 2018- 2019 liegt bei 60,9 Mio. Euro, was einem Rückgang von -7,7% bezogen auf die gemeldeten Zahlen und einer Verringerung von -7,8% auf vergleichbarer Basis entspricht. Infolgedessen beläuft sich die aktuelle operative Marge auf 4,3% und liegt damit 30 Basispunkte unter dem Vorjahreswert. Dies ist, wie bereits im Oktober angekündigt, vorranging auf die schlechten Ernten im Jahr 2018 zurückzuführen.

Die Region Europa, die in erster Linie von diesen schlechten Ernten betroffen war, verzeichnete ein operatives Ergebnis von 22,9 Mio. Euro. Sie berichtet eine operative Marge von 3,6%, was einem Rückgang von 50 Basispunkten verglichen mit dem Vorjahreswert entspricht – sowohl bezogen auf die gemeldeten Zahlen als auch unter Anwendung konstanter Wechselkurse.

In der außereuropäischen Region liegt das laufende operative Ergebnis bei 38 Mio. Euro. Die aktuelle operative Marge von 5,0% liegt, bezogen auf die gemeldeten Zahlen, 10 Basispunkte unter dem Vorjahreswert. Unter Anwendung konstanter Wechselkurse ergibt sich keine Veränderung der EBIT-Marge. Diese Widerstandsfähigkeit der operativen Marge bei ähnlichen Ernteeffekten ist auf die positive Integration der Del Monte-Aktivitäten sowie die starke Performance in Russland zurückzuführen.

Unter Berücksichtigung von Einmaleffekten liegt das operative Ergebnis der Bonduelle-Gruppe bei 58,1 Mio. Euro, während es im Vergleichszeitraum des Vorjahres 64,9 Mio. Euro betrug.

Bilanzergebnis

Das Bilanzgebnis bleibt trotz der Volatilität des Rubels mit -13,4 Mio. Euro nahezu unverändert. Der Körperschaftsteuerabzug beträgt -9,8 Mio. Euro bei einem effektiven Steuersatz von 22%. Das Nettoergebnis liegt bei 34,8 Mio. Euro, was 2,5% des Umsatzes entspricht und 7,6% unter dem Wert des Vorjahreszeitraums liegt.

Finanzlage

Die Nettoverschuldung des Konzerns belief sich am 31. Dezember 2018 auf 879,9 Mio. Euro, während im Berichtszeitraum des Vorjahres ein Wert von 826,5 Mio. Euro gemeldet wurde. Der Nettoverschuldungsgrad beläuft sich auf 1,32 und bleibt damit unverändert. Er steht im Einklang mit der Saisonalität der Geschäftstätigkeit der Gruppe.

Die Entwicklung der Verbindlichkeiten ist mit dem Erwerb der Del MonteGeschäftsaktivitäten zum 1. Juli 2018 inklusive der Lagerbestände verbunden. Für das erste Halbjahr liegen die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten bei 2,69% und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 2,76%.

Höhepunkte

Am 12. Februar 2019 gab die Bonduelle-Gruppe bekannt, dass sie mit dem amerikanischen Unternehmen Seneca (NASDAQ: SENEA, SENEB) eine endgültige Vereinbarung über den Erwerb des Werks in Lebanon (Pennsylvania, USA) getroffen hat.

Das Werk, in dem Tiefkühlprodukte verpackt werden, wurde 2008 erbaut und im Jahr 2010 von Seneca übernommen. Es verfügt über eine Kapazität von 45.000 Tonnen auf sieben Verpackungslinien in einwandfreiem Zustand, weist eine große Lagerfläche auf und beschäftigt 140 festangestellte Mitarbeiter.

Der Geschäftsbereich Bonduelle Americas Long Life (BALL), der bis vor Kurzem in seiner Entwicklungskapazität begrenzt war, vervollständigt damit seine Tiefkühlkapazitäten in Nordamerika und besitzt nun vier Industrieanlagen im Osten der USA und sechs in Kanada. Neben den zusätzlichen Verpackungskapazitäten, die zu einer Umsatzsteigerung beitragen, ermöglicht diese Akquisition sowohl industrielle als auch logistische Synergien mit vorhandenen Anlagen sowie eine verbesserte Servicequalität, die allen Kunden des Geschäftsbereichs zugute kommt.

Die Akquisition, die die Industrieanlagen, den Bestand an Tiefkühlprodukten und die Mitarbeiter am Standort in Lebanon zum Stichtag 11. Februar 2019 umfasst, wird aufgrund der Saisonalität der Tätigkeit ab dem Geschäftsjahr 2019-2020 zu einer positiven Entwicklung beitragen.

Kooptation eines Mitglieds des Aufsichtsrats

In der Aufsichtsratssitzung vom 28. Februar 2019 hat Marie-France Tisseau mitgeteilt, dass sie ihr Amt als Aufsichtsratsmitglied aus persönlichen Gründen niederlegt.

In derselben Sitzung wählte der Vorstand Jean-Michel Thierry, Wirtschaftsprüfer und Abschlussprüfer, zum Mitglied des Aufsichtsrats sowie des Bilanz- und Finanzmeldung - 08. März 2019 Prüfungsausschusses. Diese Kooptation wird der Hauptversammlung spätestens am 5. Dezember 2019 zur Genehmigung vorgelegt.

Ausblick

Aufgrund der Veränderungen bei ihren Aktivitäten im 1. Halbjahr erwartet die Bonduelle-Gruppe für das Geschäftsjahr 2018-2019 ein verhaltenes Umsatzwachstum bei konstanten Wechselkursen. Da kein internes Wachstum zu erwarten ist, wird es voraussichtlich in erster Linie durch die Akquisitionen der Geschäftstätigkeit von Del Monte und in begrenztem Umfang durch den Erwerb der Tiefkühlanlage in den USA angetrieben.

Die Auswirkungen der schwachen Ernte und die Schwierigkeiten bei den Verhandlungen mit den Lieferanten im Zusammenhang mit der Inflation der verschiedenen Kostenkomponenten werden das Rentabilitätsziel der Gruppe bei konstanten Wechselkursen auf den angekündigten unteren Bereich des ursprünglichen Ziels von 128 bis 133 Mio. Euro begrenzen. (Bonduelle)

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