BMEL: Startschuss der digitalen Experimentierfelder

Bundesagrarministerium übergibt Bescheide für die ersten beiden Projekte. Bis zum Jahr 2022 sind 60 Mio. Euro für die Digitalisierung und Modernisierung in der Landwirtschaft eingeplant.

Die Digitalisierung bietet der Landwirtschaft viele Möglichkeiten. Ein autonomer Unkraut-Roboter beispielsweise kann den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vermindern. Bild: GABOT.

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Das Thema Digitalisierung treibt die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, zielgerichtet voran. Eine neu gegründete Unterabteilung im Ministerium ist für die Koordinierung der Digitalisierungsfragen des gesamten Ressorts zuständig, Digitalisierungsreferenten in jeder Abteilung und eine Digitalisierungsbeauftragte wurden eingeführt. Bis zum Jahr 2022 sind zudem 60 Mio. Euro für die Digitalisierung und Modernisierung in der Landwirtschaft eingeplant. Einen erheblichen Teil dieses Geldes wird aktuell für die Etablierung von digitalen Test- und Experimentierfelder auf landwirtschaftlichen Betrieben, auf den Äckern und den ländlichen Räumen verwendet. Dort soll untersucht werden, wie die Vernetzung vor Ort Arbeit erleichtern, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren, Ernten sichern, Tierwohl messen und mehren sowie dörfliches Leben besser vernetzten kann.

In Sachsen gehen nun die ersten beiden Experimentierfelder am 1. September an den Start: Landnetz (Projektkoordinator ist die Technische Universität Dresden) und EXPRESS (Universität Leipzig). Das Bundesland hatte sich besonders engagiert und als erstes zwei vollständige Anträge vorgelegt, zu denen nun die Förderbescheide des Bundesagrarministeriums ergehen.

Dazu Bundesministerin Julia Klöckner: „Autonom fahrende Landmaschinen, präzise Düngung durch Satellitensteuerung oder der vielfältige Einsatz von Drohnen. Schon heute tragen digitale Technologien zu einer Lebensmittelerzeugung bei, die wettbewerbsfähig, nachhaltig und ressourcenschonend ist. Mit unseren digitale Test- und Experimentierfeldern treiben wir die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich weiter voran. Wir schaffen neue Leuchttürme. Es ist gut, dass es jetzt losgeht.

In der Praxis - auf dem Acker, im Keller und im Stall – untersuchen wir bundesweit, wie digitale Techniken optimal zum Schutz des Klimas und der Umwelt, zur Steigerung des Tierwohls, der Artenvielfalt und zur Arbeitserleichterung eingesetzt werden können. Nachhaltigkeit auf der einen kann so zusammengebracht werden mit Ernte- und Ertragssicherung auf der anderen Seite. Das ist entscheidend für eine gute Zukunft der Branche, steigert die Attraktivität Grüner Berufe und erhöht die gesellschaftliche Akzeptanz. Wichtig war mir daher, mit den Experimentierfeldern das gesamte Spektrum der Landwirtschaft abzudecken – vom Ackerbau über die Sonderkulturen bis zur Tierhaltung.“

Hintergrund: Mit der Digitalisierung und der Landwirtschaft treffen hochkomplexe Systeme aufeinander. Um Vorteile auch für die Gesellschaft besser nutzen zu können, hat unser Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Zukunftsprogramm Digitalpolitik Landwirtschaft entwickelt. Hierzu gehören die digitalen Experimentierfelder. Von den eingereichten 25 Skizzen wurden 14 Skizzen als förderwürdig eingestuft. Die Antragsteller wurden aufgefordert einen Projektantrag bis Sommer 2019 einzureichen. Die Experimentierfelder sind über das gesamte Bundesgebiet verteilt. Sie sind auch Anlaufstellen für interessierte Landwirte aus den jeweiligen Regionen. Dadurch wird der Wissensaustausch in die Praxis und aus der Praxis gewährleistet. Die ersten beiden Anträge, die nun beschieden wurden, stammen von den jeweiligen Koordinatoren der Projekte: „Landnetz“ (Technische Universität Dresden) und „Express“ (Universität Leipzig). (BMEL)

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