BMEL: Resistenzzüchtungen bei Kartoffeln

Durch den Klimawandel sind die Kulturpflanzen auch in Deutschland vermehrt unerwünschten oder bisher unbekannten Schadorganismen ausgesetzt. Um Erträge stabil zu halten und gleichzeitig Ressourcen zu schonen, braucht die Landwirtschaft daher Pflanzensorten, die widerstandsfähig sind gegen Schädlingen aber auch Stressfaktoren wie Trockenheit und Hitze.

Projekt 'ADLATUS': Züchtung von Kartoffelsorten, die widerstandsfähiger sind gegen Pilzkrankheiten. Bild: GABOT.

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Solche Resistenzzüchtungen, die auch deutlich weniger Pflanzenschutzmittel benötigen, treibt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft intensiv voran.

In Berlin übergab Bundesministerin Julia Klöckner diese Woche Zuwendungsbescheide über insgesamt 1 Mio. Euro aus Mitteln der Ackerbaustrategie für das Projekt 'ADLATUS'. Ziel ist die Züchtung von Kartoffelsorten, die widerstandsfähiger sind gegen Pilzkrankheiten. Schaderreger verursachen weltweit signifikante Verluste bei der Kartoffelernte und stellen auch für die Produktion in Deutschland eine Herausforderung dar.

Im Projekt wird auch die Genschere CRISPR/Cas eingesetzt, um Hypothesen zur Nutzbarmachung potentieller Resistenzgene für den Züchtungsprozess zu überprüfen. Gentechnisch verändertes Zuchtmaterial entsteht dabei nicht.

Julia Klöckner: „Um weltweit die Ernährung für alle zu sichern und Ressourcen zu schonen, brauchen wir die neue, innovative Pflanzenforschung. Durch gezielte Förderung unterstützen wir das. Denn die Bedeutung resistenter Sorten wird aufgrund des Klimawandels weiter zunehmen. Unseren Vorsprung in diesem Bereich wollen wir erhalten und ausbauen. Dabei können moderne Methoden wie die Genschere den Werkzeugkasten erweitern und den Prozess, der auf natürlichem Weg länger dauert, beschleunigen.“

Hintergrund: Ziel dieses Verbundprojektes ADLATUS ist es, vorhandene Abwehrebenen der Kartoffel zu verstärken und neue Abwehrmechanismen gegen diverse Schaderreger zu etablieren. Im Fokus stehen mehrere wichtige Quarantäne- und Nicht quarantäneschaderreger der Kartoffel, wie:
- Wurzelgallennematoden
- Kartoffelvirus Y
- Kartoffelblattrollvirus und
- Tabakrasselvirus

Das Projekt leistet im Hinblick auf die Ziele der Ackerbaustrategie 2035 mit Bezug auf die Handlungsfelder Pflanzenzüchtung (Entwicklung widerstandsfähiger und standortangepasster Sorten) und Pflanzenschutz (Stärkung des Integrierten Pflanzenschutzes) einen wichtigen Beitrag und wird daher mit Mitteln der Ackerbaustrategie gefördert.

Projektnehmer sind:

Böhm-Nordkartoffel Agrarproduktion GmbH & Co. OHG (BNA), Ebstorf
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Julius Kühn-Institut (JKI)
Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und angewandte Ökologie, Aachen (BMEL)

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