Schweiz: Reduktion von Glyphosat

Seit mehreren Jahren geht der Verkauf von Glyphosat in der Schweiz zurück. Diese Entwicklung will der Bundesrat weiter fördern, wie er in seinem am 4. Dezember 2020 verabschiedeten Bericht zum Postulat 17.4059 bekräftigt. Der Bericht zeigt auf, dass die Reduktion des Einsatzes des Pflanzenschutzmittels möglich ist und in vielen Bereichen bereits umgesetzt wurde.

Der schweizer Bundesrat unterstützt die Reduktion des Einsatzes von Glyphosat in der Landwirtschaft. Bild: GABOT.

Die Glyphosat-Verkaufsmenge in der Schweiz ist in den letzten zehn Jahren bereits um 63% gesunken. Zur Beantwortung des Postulats 17.4059 "Schrittweiser Ausstieg aus der Verwendung von Glyphosat. Zweckmässigkeit und Modalitäten" von Adèle Thorens Goumaz (Grüne/VD) wurde die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften beauftragt, mögliche Alternativen zum Glyphosat-Einsatz in der Landwirtschaft zu analysieren und zu bewerten. Das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung Agroscope untersuchte ergänzend, wie sich mögliche Alternativen auf die Ökobilanzierung auswirken.

Der Bericht zeigt auf, dass die Reduktion des Glyphosat-Einsatzes möglich ist und in vielen Bereichen bereits umgesetzt wurde. In einigen Bereichen der Landwirtschaft bestehen weitere Potenziale zur Reduktion des Glyphosat-Einsatzes, die noch besser genutzt werden können. So kann beispielsweise in nicht-erosionsgefährdeten Ackerbaugebieten der Boden mechanisch bearbeitet und so vom Unkraut befreit werden.

Der Expertenbericht zeigt jedoch auch, dass die Alternativen zum Glyphosat-Einsatz derzeit Nachteile nach sich ziehen können. Mit den bestehenden Ersatzlösungen erhöht sich die Gefahr der Bodenerosion. Zudem verursachen die Alternativen höhere Produktionskosten. Auch die Kontrolle mehrjähriger Unkräuter ist mit diesen Verfahren schwieriger. Außerdem weisen aktuelle mechanische Methoden im Vergleich zu den Glyphosat-Verfahren einen erhöhten Energieverbrauch und erhöhte Treibhausgasemissionen auf. Zugleich zeigen Schweizer Monitoring-Daten, dass bei den aktuell bekannten Glyphosat-Konzentrationen in oberirdischen Gewässern keine negativen Auswirkungen auf Gewässerorganismen zu befürchten sind.

Laut Bericht gibt es Flächen, in denen ein Verzicht auf Glyphosat heute noch nicht angezeigt ist. Das ist der Fall bei Ackerbaukulturen, welche auf erosionsgefährdeten Flächen liegen. Diese Flächen müssen vorläufig weiterhin mit Glyphosat behandelt werden, bis bodenkonservierende Verfahren ohne Glyphosat zur Verfügung stehen. In diesen und anderen Bereichen muss der Umstieg auf Alternativen zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Dadurch erhält die Forschung die nötige Zeit zur Entwicklung von Alternativen.

Die Erkenntnisse des Berichts bekräftigen die Stoßrichtung der Agrarpolitik des Bundes und des Aktionsplans Pflanzenschutzmittel, die Risikoreduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln gezielt zu fördern und dabei das Gesamtsystem im Auge zu behalten. Der Bundesrat hat mit der AP22+ seinen Willen bekräftigt, den eingeschlagenen Weg noch zu verstärken.

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