Schrebergarten: Tipps für Kleingärtner in Spe

Wer kein frei verfügbares Grundstück am Haus sein Eigen nennen kann, hat leider kaum die Möglichkeit, den grünen Daumen auszulasten. Doch es muss nicht immer der Kräutertopf auf dem Balkon sein – auch für Städter, die mitten im Betondschungel gefangen sind, kann sich der Wunsch nach einem eigenen Garten erfüllen.

Eine wunderbare Kleingartenanlage. Bild: Eberhard / Fotolia.com.

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Mit einem Schrebergarten, also einem kleinen, begrenzten Grundstück das als privater Garten genutzt wird, gibt es auch das Gartenglück für Stadtbewohner. Wir sprechen unsere eindeutige Empfehlung aus, über einen solchen Kleingarten nachzudenken und geben Tipps für den erfolgreichen Einstieg.

Trend Schrebergärten – Warum eigentlich?

Kleingärten sind eine typisch preußische Tradition. Besonders in Deutschland und Polen ist das auch heute noch zu spüren – Kleingartenvereine in den beiden Ländern erfreuen sich weit größerer Beliebtheit, als irgendwo sonst in Europa. Selbst der landläufige Name dafür stammt aus der Umgebung, und zwar vom Leipziger Arzt Moritz Schreber.

Es gibt viele Gründe, die für einen Schrebergarten sprechen. Wer zuhause keine Möglichkeit hat, einen Garten selbstbestimmt zu gestalten, wie es in Mietshäusern oft der Fall ist, oder gar nicht erst eine grüne, nutzbare Grundstücksfläche hinter dem Haus hat, sollte ernsthaft darüber nachdenken. Aus Mangel an Platz haben insbesondere in Zentren von Städten nur sehr wenige Menschen einen Garten zur Verfügung, weshalb besonders dort Kleingärten besonders beliebt sind. Besonders Berlin ist mit über 71.000 Kleingärten, die auf 890 Anlagen verteilt sind, ein absolutes Paradies für Fans von Schrebergärten.

Ja zum Kleingarten!

Egal, ob Sie bereits Gartenerfahrung haben, oder noch keinerlei Möglichkeit hatten, dem grünen Daumen freien Lauf zu lassen – diese Gründe sprechen in jedem Fall dafür, es einmal mit einem Schrebergarten zu versuchen:
• Naherholung auf eigene Faust: Manchmal muss man einfach raus aus der Stadt. Am Wochenende kann man dann ganz unkompliziert die Hektik der Stadt hinter sich lassen und hat immer ein Plätzchen, um sich zu entspannen.
• Gärtnern: Für viele natürlich die oberste Priorität. Pflanzen, Pflegen und Ernten sind ein unglaublich befriedigendes Hobby.
• Gemeinschaft: In einer solchen Gartenkolonie lernt man viele Gleichgesinnte kennen. Auch für junge Leute: Das Klischee, dass sich fast nur Rentner in Kleingartenanlagen ansiedeln, ist schon längst nicht mehr aktuell.
• Basteln und bauen: Am eigenen Grundstück zu arbeiten und es selbst zu gestalten ist eine Form der Selbsterfüllung, die in Miete wohnenden Städtern oft verwehrt bleibt.
• Gesundheit: Sowohl die frische Luft, als auch die Ertüchtigung durch die Gartenarbeit haben auf lange Sicht einen positiven Effekt auf unser Wohlbefinden.

Tipps: So klappt es mit dem eigenen Schrebergarten

Haben wir bei Ihnen ein klein wenig Interesse geweckt? Bevor der Startschuss für den Schrebergarten fallen kann, ist leider noch ein wenig Planungsarbeit notwendig. Mancherorts sind viele Gartenanlagen auch ausgebucht und man muss sich auf einer Warteliste gedulden, bis etwas frei wird oder neue Flächen erschlossen sind. So klappt es mit der Suche nach dem perfekten grünen Kleinod am besten:

Tipp 1: Eine Anlage suchen, die so nah wie möglich am Wohnort oder auf dem Arbeitsweg liegt. Zumeist sind die Parzellen über Kleingärtnervereine organisiert. Diese weisen oft schon auf ihren Internetportalen darauf hin, ob und wie viele Parzellen aktuell frei sind. Im Zweifel auf jeden Fall persönlich kontaktieren und kennenlernen – bei beliebten Anlagen erhöht man so durchaus die Chancen, bald eine Parzelle zu bekommen.

Tipp 2: Die Flächen werden nicht in dem Sinne gemietet, sondern nur gepachtet. Das bedeutet, man unterliegt vollständig der jeweiligen Kleingartenordnung. Das kommt aber mit einem Kostenvorteil: Im ganzen Jahr fallen für einen Schrebergarten üblicherweise nur zwischen 150 und 500 Euro an, inklusive Strom, Vereinsgebühren und sämtlicher Nebenkosten. Die Kosten variieren stark je nach Region und Anlage.

Tipp 3: Gut planen. Das Grabeland darf gesetzlich maximal 400 Quadratmeter groß sein und sind im Durchschnitt noch etwas kleiner. Ein Teil davon muss in vielen Anlagen als Gartenbeet genutzt werden, wenn Obstbäume nicht zugelassen werden oder zur Nutzfläche zählen. Auch die maximale Aufbaufläche und Terrassengröße sind vorbestimmt und schränken so die freie Gestaltung etwas ein.

Tipp 4: Vorschriften befolgen: Sie entsprechen nicht ganz dem Klischee, dass jeder Grashalm genau überwacht wird, aber einige Regeln gibt es natürlich doch zu befolgen. So darf man beispielsweise nicht dauerhaft auf der Gartenfläche wohnen und sollte Ruhestörung vermeiden. Außerdem muss in den meisten Vereinen ein bestimmter Teil der Gartenfläche aus eigener Kraft und nur zur Eigenversorgung bewirtschaftet werden – eine reine Wiese zum Relaxen im Liegestuhl ist nicht gestattet.

Tipp 5: Die Gartenlaube: Das Herzstück des Schrebergartens ist natürlich die kleine Behausung. Die Bebauung darf üblicherweise jedoch maximal 24 Quadratmeter groß sein. Besteht schon eine Laube auf einem Grundstück, das übernommen wird, so fällt eine höhere Ablösesumme dafür an. Wer mehr Gartenfläche benötigt, wegen kurzer Wege zum Kleingarten keine Unterkunft wünscht kann stattdessen auch einen kleineren Geräteschuppen anlegen.

Tipp 6: Tierhaltung auf dem Gartenstück ist nur sehr selten und Haustiere nicht immer gestattet. Informieren Sie sich also dringend vorher beim Verein nach den Möglichkeiten, wenn der Hund, der zuhause bleiben muss, ein Ausschlusskriterium ist.

Klein aber fein: Tolle Ideen zur Gestaltung

Wer nun Lust bekommen hat, auch zum „Laubenpieper“ zu werden, kann sich nun um die ersten Schritte kümmern. Bevor es überhaupt an die Arbeit geht, sollten Sie natürlich planen und sich genau überlegen, wie die Fläche genutzt werden soll und was schon vom Vorpächter übernommen werden kann.

Soll zu dem Gemüsegarten viel Erholungswiese und ein schöner Blumengarten zum gestalterischen Austoben oder soll es eher ein reiner, waschechter Nutzgarten werden?

Bei der Ersteinrichtung ist eigentlich sofort eine überdachte Fläche nötig, egal ob Schuppen oder gemütliche Laube. Gartengeräte wollen nämlich sicher untergebracht werden. Ein kleines Gartenhaus lässt sich schon zu günstigen Preisen errichten – wenn es schnell gehen soll, gibt es Bausätze beim Baumarkt ihres Vertrauens.

Apropos Gartengeräte: Wir empfehlen, dass Sie zu Beginn einmal gut investieren. Rasenmäher, Blumenschere, Spaten und Schaufel, Rechen und Hacke, Eimer, Gießkannen und Schubkarren sind eigentlich Pflicht, wenn ohne Probleme der Garten bestellt werden will.

Für die Sitzfläche vor der Laube eignen sich Bodenplatten aus Steinzeug optimal, da sie einige Vorteile für die Anwendung im Schrebergarten bringen. Sie sind äußerst robust, müssen auf Rasen nicht besonders befestigt werden, wodurch sie erstmalig schnell installiert sind. Daher eignen sie sich auch für Umgestaltungs-Maßnahmen im kleinen Garten – und sehen dabei edel aus.

Erste Beete kann man in kurzer Zeit mit etwas Eigenleistung auf Bodenhöhe anlegen. Die meisten Pflanzen lassen sich wunderbar darauf anbauen. Angenehmer auf Dauer ist natürlich die Nutzung von Früh- beziehungsweise Hochbeeten. Doch diese müssen mit mehr Aufwand aufgebaut werden, sind daher vielleicht eher etwas für die zweite Saison im Schrebergarten.

Schnell wachsende Kletterpflanzen wie Efeu oder Jungfernreben (oft auch Wilder Wein genannt) sind eine gute Möglichkeit, um einen Teil der Umzäunung mit Sichtschutz zu versehen, denn eine vollständige Umrahmung mit hohen Hecken ist nicht erlaubt. Wer etwas mehr Geduld hat aber einen Nutzen daraus schlagen möchte, kann zu echten Weinreben greifen.

Noch ein Tipp von erfahrenen Gärtnern: Bei der Auswahl der Kräuter oder des Gemüses, das angepflanzt werden soll, nicht unbedingt nur auf die eigenen Vorlieben achten. Ein größeres Gemüsebeet kann unter Umständen so ertragreich werden, dass man es nach der Erntezeit kaum alles selbst verwerten kann. In den Kommunen wird daher gerne und viel verschenkt und getauscht – vielleicht daher einfach darauf achten, was in der Nachbarschaft noch fehlt und beim Anbau Spaß verspricht.

Der Garten und die Beete an sich sind neben der Laube natürlich das größte Gestaltungsmerkmal. Ein Kräuterbeet mit verschiedenen Kräutern ist das Minimum, zudem man verpflichtet ist – selbst wer keine Lust auf Gemüsegärtnern hat, muss es sich zur Ergänzung der Blumenbeete zulegen. Aber keine Sorge, das hat auch einen großen Mehrwert: Ob mediterrane Kräuter für den Grillabend oder Mojito-Minze für einen frischen Cocktail am Wochenende – mit Gartenkräutern macht die Freizeit im Schrebergarten deutlich mehr Spaß.

Kommentare (1)


Lukas Malkemus 10. Aug. | 20:01

Hey, interessanter und gut zu lesender Artikel! Ich habe mir letztens auch einen Schrebergarten eingerichtet. Das Gartenhaus habe ich selbst mit zwei Freunden bauen können, was sehr viel Spaß gemacht hat :) Allerdings ging dies nicht ohne Anleitung, weswegen ich mir die Baupläne gekauft habe. Dadurch konnte ich aber teure Handwerkerkosten sparen :)






 

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