Schleswig-Holstein: Landesweite Freisprechungsfeier

In feierlichem Rahmen wurden 150 gärtnerische Nachwuchskräfte am 6. September in Neumünster in der Stadthalle von der Landwirtschaftskammer und dem gärtnerischen Berufsstand freigesprochen.

Ausbildungsbetrieb des Jahres 2019 Baumschule Lorenz von Ehren, Hamburg. Bild: Sabine Sommerschuh.

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150 gärtnerische Nachwuchskräfte, unter ihnen 122 Gärtnerinnen und Gärtner sowie 28 Werkerinnen und Werker im Gartenbau, haben 2019 ihre Berufsausbildung erfolgreich beendet. In feierlichem Rahmen wurden sie am 6. September im Beisein zahlreicher Ehrengäste in Neumünster in der Stadthalle von der Landwirtschaftskammer und dem gärtnerischen Berufsstand freigesprochen. Der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer, Arno Carstensen, der Präsident des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, Mirko Martensen, der Vorsitzende des Ausbildungsausschusses im Bund deutscher Baumschulen Landesverband Schleswig-Holstein, Andreas Zorn, sowie der Vertreter des Wirtschaftsverbandes Gartenbau Nord, Andreas Rahlf, überreichten die Urkunden an die glücklichen Absolventinnen und Absolventen.

Freigesprochen wurden Gärtner/innen und Werker/innen aus sechs Fachrichtungen des Gartenbaus: Baumschule: 17 Absolventinnen und Absolventen Friedhofsgärtnerei: 9 Garten- und Landschaftsbau: 89 Gemüsebau: 3 Staudengärtnerei: 1 Zierpflanzenbau: 31 Berufsabsolventen.

Der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer, Arno Carstensen, betonte im Rahmen der Veranstaltung den großen Einsatz der Ausbildungsbetriebe für die Qualifikation der gärtnerischen Fachkräften: „Mit Ihrem Engagement schaffen Sie Zukunft für die jungen Absolventen und für die Branche“. Wichtig sei es für die Absolventen, auch nach der Ausbildung Weiterbildungsangebote zu nutzen, denn die Nachfrage am Arbeitsmarkt nach gut ausgebildeten Gärtnerinnen und Gärtnern sei stark. Das Grußwort des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung Schleswig-Holstein überbrachte Dr. Gerald Finck. Für die gärtnerischen Berufsverbände sprach der Präsident des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, Mirko Martensen.

Als Beste wurden ausgezeichnet:

Fachrichtung Baumschule: Jannik Schultze (Lorenz von Ehren, Hamburg); Tobias Braig (Zorn Baumschulen, Tangstedt); Anton Knösel-Hein (H. H. Heydorn & Söhne, Klein Nordende)

Fachrichtung Friedhofsgärtnerei: Beliana Hilbert (Landeshauptstadt Kiel) Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau: Oliver Hennig (Rolf Westphal, Lübeck); Kira Martensen (Lars Mirold, Preetz); Lennart Nern (Hauke Schimming, Hoisdorf)

Fachrichtung Gemüsebau: Celina-Joe Kiti Wasem (Gärtnerhof Borby, Rieseby)

Fachrichtung Zierpflanzenbau: Marina Möller (Botanischer Garten der CAU, Kiel)

Fachrichtung Staudengärtnerei: Johanna Jürgensen (Staudenkulturen Tietgen, Halstenbek)

Bildungsgutschein für die Beste der Besten

Darüber hinaus ehrte Klaas Denker, Stiftungsvorstand der Thea Tietgen und Bruno Tietgen Stiftung die beste Auszubildende des gesamten Gartenbaus Marina Möller (Kiel) vom Botanischen Garten der Christian Albrechts Universität zu Kiel mit einem Weiterbildungsgutschein in Höhe von 500 Euro. Sie wird vorerst im Ausbildungsbetrieb weiterhin tätig sein und strebt für die Zukunft eine Fortbildung zur Gärtnermeisterin an.

Ausbildungsbetrieb des Jahres geehrt

Zum sechsten Mal wurde im Gartenbau der Ausbildungsbetrieb des Jahres geehrt. Diesmal ist es die Baumschule Lorenz von Ehren in Hamburg. Der Betrieb wurde für sein hervorragendes Ausbildungsengagement ausgezeichnet.

Der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer, Arno Carstensen, nahm die Ehrung vor und sagte: „Mit der Auszeichnung des Ausbildungsbetriebes des Jahres wollen die gärtnerischen Berufsverbände, die Gewerkschaft IG BAU, der Verein Ehemaliger der Norddeutschen Fachschule und die Junggärtner mit der Landwirtschaftskammer in gemeinsamer Aktion das große Ausbildungsengagement sichtbar machen.“ In Schleswig-Holstein werden in rund 320 Ausbildungsbetrieben und den sechs Berufsschulen die gärtnerischen Nachwuchskräfte ausgebildet.

Ausgezeichneter Betrieb

Mit der Baumschule Lorenz von Ehren in Hamburg wird in diesem Jahr einer der ältesten Ausbildungsbetriebe ausgezeichnet. Schon bevor 1920 die Ausbildung von staatlicherpreußischer Seite geregelt wurde, bildete die 1865 gegründete Baumschule mit Zweigbetrieben in Rellingen und Bad Zwischenahn aus. Sie gehört mit 550 ha zu den europaweit größten Baumschulen - mit einer historischen Verbundenheit zum Holsteiner Baumschulgebiet. Die Baumschule gilt als die Keimzelle des Pinneberger Baumschulgebietes.

Die Jury ist überzeugt vom hohen Engagement für die Ausbildung des Betriebes und seiner Ausbilder unter Leitung von Gärtnermeister Thomas Dieckmann. Dieser engagiert sich zudem ehrenamtlich in den Prüfungsausschüssen der Landwirtschaftskammer und im Bund deutscher Baumschulen Landesverband Schleswig-Holstein.

Bei der Baumschule Lorenz von Ehren handelt es sich um einen traditionsreichen und gleichzeitig sehr modernen und innovativen Betrieb, der auf die Anzucht von Großbäumen und eines vielfältigen Alleebaum- und Solitärsortiments spezialisiert ist. Die angehenden Baumschulgärtnerinnen und -gärtner werden in ihrer Ausbildung frühzeitig zum selbstständigen Handeln und teamorientierten Arbeiten befähigt. Der Betrieb wirtschaftet im Großraum Hamburg, Betriebsteile liegen auch im Kreis Pinneberg.

Allgemeines zur Ausbildung im Gartenbau

In Schleswig-Holstein gibt es insgesamt 2.000 Gartenbaubetriebe mit 12.000 Arbeitskräften. Der Produktions- und Dienstleistungsgartenbau stellt mit zirka 800 Mio. Euro Jahresumsatz einen beachtlichen Wirtschaftsfaktor dar. Um diese Wirtschaftskraft halten zu können, braucht der Gartenbau gut ausgebildete Nachwuchskräfte. Zurzeit werden über 600 Jugendliche zum/zur Gärtner/in und zum/zur Werker/in im Gartenbau ausgebildet. Erfreulich ist, dass das Interesse an einer gärtnerischen Ausbildung nach wie vor groß ist. Der Beruf der Gärtnerin, des Gärtners ist ein vielseitiger und kreativer, anspruchsvoller und verantwortungsvoller Beruf.

Die Gärtner als „grüne“ Spezialisten verbessern mit ihrem fachlichen Wissen und gärtnerischen Tun unser aller Lebensqualität. So werden solche Fachleute gebraucht zur Bewältigung der Herausforderungen, welche der Klimawandel mit sich bringt. Die Produktion von Bäumen und das entsprechende Know-how sind gefragt. (LKSH)

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