Österreich: Baumarkthandel bleibt 2018 auf Wachstumskurs

Der Baumarkthandel in Österreich erzielt im Geschäftsjahr 2018 einen Gesamtbruttoumsatz von 2,56 Milliarden Euro und ein Umsatzwachstum von 1,4%.

Wachstum bei Garten- und Holz-Sortimenten. Grafik: BHB.

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Der Baumarkthandel in Österreich kann im Geschäftsjahr 2018 an die erfolgreiche Branchenentwicklung des Vorjahres anschließen. Mit einem Gesamtbruttoumsatz von 2,56 Mrd. Euro erwirtschaftete die Branche im vergangenen Jahr ein Umsatzwachstum von 1,4%, auf bereinigter Verkaufsfläche ein Umsatzplus von 1,3%. Die Marktzahlen gab der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. (BHB) im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz am 15. März 2019 in Frankfurt basierend auf aktuellen Marktzahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bekannt.

„Das Geschäftsjahr 2018 war analog zur Entwicklung der Branche in Deutschland sehr stark vom Wetter geprägt, dies zeigt sich auch bei den Umsätzen mit teils ungewöhnlichen Saisonverläufen“, betonte BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst. „Angesichts dieser Einflüsse können mit dem Branchenergebnis mehr als zufrieden sein. Mit dem erzielten Ergebnis konnte der Bau- und Gartenhandel in Österreich zwar die ursprünglich formulierten Erwartungen nicht ganz erreichen, in Anbetracht der extremen Wetterphänomene sind die erreichten Umsatzzuwächse aber deutlich positiv einzuordnen“.

Trends und Sortimente

Bei der Entwicklung der Vertriebskanäle zeigte sich das Geschäftsjahr 2018 erwartungsgemäß geprägt von der digitalen Transformation des Handels, der Digitalisierung vorhandener Geschäftsmodelle und der nachhaltigen Verzahnung von Stationär- und Onlinegeschäft. Hier sei die Branche auf einem sehr guten Weg, betonte Dr. Peter Wüst.

Recht heterogen zeigte sich 2018 die Performance in den einzelnen Sortimentsbereichen. Die höchsten Gesamtjahresumsätze erzielten die Bau- und Heimwerkermärkte mit den Sortimenten Bauchemie/Baumaterial (354,9 Mio. Euro), Sanitär/Heizung (217 Mio. Euro), Gartenausstattung (174,4 Mio. Euro), Haushaltswaren (163,1 Mio. Euro) und Werkzeuge/Maschinen (161,5 Mio. Euro).

Betrachtet man die Sortimentsentwicklung im Vorjahresvergleich, zeigt sich insgesamt ein solides und über eine Vielzahl von Sortimenten verteiltes Wachstum: Umsatzzuwächse waren in zwei Dritteln der 22 Sortimentsbereiche zu verzeichnen. Interessant ein Blick auf die Wachstumstreiber: Hierbei liegen die Warengruppen Möbel (+10,8%), Holz (+7,1%) sowie Automotive (+6,6%) an der Spitze. Drastische Umsatzrückgänge gab es 2018 nicht zu verzeichnen, allerdings verloren die Warengruppen Bauelemente (-2,8%), Sanitär (-1,8%) sowie Wohnen/Dekoration (-1,7%) leichte Marktanteile.

Prognose bleibt auch im laufenden Geschäftsjahr positiv

Mit Blick auf die aktuell von Forschungsinstituten prognostizierte Wirtschaftsentwicklung erwartet der BHB für die Baumarktbranche Österreichs 2019 ein Umsatzwachstum von 1,4%, flächenbereinigt wird ein Plus von 1,2% prognostiziert.

Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) rechnet für das laufende Geschäftsjahr 2019 mit einer langsamen „Abkühlung der Konjunktur auf hohem Niveau“ und geht derzeit von einem Wirtschaftswachstum von 2,0%, für 2020 von 1,8% aus.

Grundsätzlich bleiben die Rahmenbedingungen durchaus positiv: In Österreich steht die Konjunktur laut Wifo derzeit auf fester Basis. Die Nachfrage übertrifft in immer mehr Bereichen die Produktionskapazität. Getragen werde die aktuelle Hochkonjunktur von der Industrie, aber auch vom Bausektor und den Dienstleistungen. In der Industrie habe die Wirtschaftsdynamik 2018 ihren Höhepunkt erreicht.

Die Einkommen der Privathaushalte und ihre Konsumnachfrage würden durch "solide Lohnerhöhungen" und eine Verringerung der Abgabenbelastung gestärkt. Der Anstieg der Löhne und Gehälter werde sich 2019 neuerlich beschleunigen. Wesentlicher Prognose-Unsicherheitsfaktor ist der Brexit, insbesondere wenn es zu einem ungeregelten Austritt des Königreichs aus der EU käme. Experten sehen in den wirtschaftlichen Folgen, die vom Brexit ausgehen könnten, sogar "weiterhin das größte Konjunkturrisiko für Europa" - insbesondere weil die Möglichkeiten der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit gering seien, einem Konjunkturabschwung entgegenzusteuern. (Quelle: Wifo/APA/BHB)

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