Glyphosat: EFSA und ECHA aktualisieren Zeitpläne

Im Rahmen der von der EFSA und der ECHA durchgeführten Konsultationen zu den Entwürfen der Bewertungen von Glyphosat gingen mehr Kommentare ein als jemals zuvor, was zeigt, wie groß das Interesse an diesem Stoff ist. Eine derart hohe Beteiligung der Öffentlichkeit macht deutlich, wie wichtig Transparenz bei der Überprüfung von Wirkstoffen in der EU ist.

Die EFSA und die ECHA haben den Zeitplan für die verbleibenden Schritte des Neubewertungsprozesses überarbeitet. Bild: GABOT.

Durch die im Rahmen der Konsultationen eingegangenen Beiträge sowie die Antworten, die die EFSA vom Antragsteller (der Gruppe für die erneute Zulassung von Glyphosat) auf ihr Ersuchen um zusätzliche Informationen erhielt, wurde das Dossier, das bereits weitaus mehr wissenschaftliche Daten enthielt, als normalerweise für derartige Bewertungen zur Verfügung stehen, um eine erhebliche Menge an Informationen ergänzt.

Diese zusätzlichen Informationen werden von der Bewertungsgruppe für Glyphosat (AGG), die sich aus vier EU-Mitgliedstaaten (Frankreich, Ungarn, den Niederlanden und Schweden) zusammensetzt und die derzeit ihren ersten Entwurf eines Bewertungsberichts im Hinblick auf die erneute Aufnahme (dRAR) aktualisiert, eingehend geprüft.

Vor diesem Hintergrund haben die EFSA und die ECHA den Zeitplan für die verbleibenden Schritte des Neubewertungsprozesses überarbeitet.

Einstufung durch die ECHA

Der Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) der ECHA wird die Gefahreneinstufung von Glyphosat auf seiner Plenarsitzung am 30. und 31. Mai erörtern. Der Ausschuss wird die Karzinogenität, Genotoxizität, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität sowie die Umwelteinstufung prüfen. Die Stellungnahme des RAC wird der EFSA zur Verfügung gestellt und innerhalb von 8 bis 10 Wochen (d.h. Ende Juli bis Mitte August 2022) auf der Website der ECHA veröffentlicht. Die EFSA wird die Stellungnahme des RAC in ihrem Peer-Review des dRAR berücksichtigen.

Peer-Review der EFSA

Im Rahmen der öffentlichen Konsultation der EFSA gingen 368 Antworten ein, von denen viele mehrere Kommentare enthielten. Darüber hinaus erhielt die EFSA rund 2.400 Kommentare von Sachverständigen aus den Mitgliedstaaten sowie der Gruppe für die erneute Zulassung von Glyphosat (GRG). Auf Basis dieser Beiträge wurde ein Dossier von etwa 3.000 Seiten erarbeitet, das von der GRG und anschließend von der AGG geprüft werden muss und sodann als Grundlage für die Erstellung des aktualisierten dRAR dienen wird.

Die AGG teilte der EFSA mit, dass sie den aktualisierten dRAR voraussichtlich bis zum 30. September 2022 vorlegen wird. Somit wird die EFSA im November und Dezember 2022 die Peer-Review-Sitzungen zu Pestiziden mit Sachverständigen der Mitgliedstaaten abhalten und im Juli 2023 die Schlussfolgerungen fertigstellen können. In ihren Schlussfolgerungen wird die EFSA alle möglichen Risiken bewerten, die eine Exposition gegenüber Glyphosat für Menschen, Tiere und die Umwelt mit sich bringen könnte.

Diese aktualisierten Fristen ergeben sich daraus, dass alle eingegangenen Kommentare gründlich geprüft werden müssen.

2019

Dezember: Die Gruppe für die erneute Zulassung von Glyphosat (GRG) reicht einen Antrag auf Erneuerung der Zulassung ein.

2020

Juni:  Die GRG legt das vollständige Dossier für die Erneuerung vor, und die Bewertungsgruppe für Glyphosat (AGG) beginnt mit den ersten Bewertungen.

2021

Juni: Die AGG legt der EFSA den Entwurf eines Bewertungsberichts im Hinblick auf die erneute Aufnahme (dRAR) und der ECHA den Bericht über die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung (CLH) vor.

August: Im Anschluss an qualitative und administrative Prüfungen legt die AGG der EFSA einen aktualisierten dRAR und der ECHA einen aktualisierten CLH-Bericht vor.

September: Die EFSA und die ECHA leiten parallele Konsultationen ein.

November: Die parallelen Konsultationen werden abgeschlossen.

2022

• Erstes Halbjahr

- Die AGG legt ihre Erwägungen zu den während der Konsultationen eingegangenen Kommentaren vor und berücksichtigt dabei auch die Antworten der GRG auf die einzelnen Kommentare.

- Die AGG legt ihre Erwägungen zu den während der Konsultationen eingegangenen Kommentaren vor und berücksichtigt dabei auch die Antworten der GRG auf die einzelnen Kommentare.

- Die EFSA und die ECHA prüfen die im Zuge der Konsultation eingegangenen Kommentare und Informationen, einschließlich der Erwägungen der AGG zu den Kommentaren.

- Die EFSA fordert die GRG auf, zusätzliche Informationen zur Vervollständigung des Datenpakets vorzulegen, und übermittelt vereinbarte Aktionspunkte zur weiteren Bearbeitung durch die AGG

• 21./22. April:  Die Arbeitsgruppe des Ausschusses für Risikobeurteilung (RAC) der ECHA erörtert den Vorschlag für eine harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung (CLH).

• 30. Mai/3. Juni: Sitzung des RAC der ECHA und voraussichtliches Datum für die Annahme der Stellungnahme des RAC zur Einstufung von Glyphosat.

• Ende September: Die AGG übermittelt der EFSA voraussichtlich den aktualisierten dRAR, der auf Grundlage der ermittelten Aktionspunkte und nach Auswertung der von der GRG bereitgestellten zusätzlichen Informationen erstellt wird.

• November - Dezember: Die Sachverständigen der EFSA und der EU-Mitgliedstaaten treffen sich für ein Peer-Review des aktualisierten Bewertungsberichts im Hinblick auf die erneute Aufnahme (RAR). Die AGG überprüft daraufhin den RAR im Lichte der Ergebnisse der Sitzungen der Sachverständigen; anschließend erstellt die EFSA die Schlussfolgerungen des Peer-Reviews und führt diesbezügliche Konsultationen mit der AGG und den Sachverständigen der Mitgliedstaaten durch.

2023

• Juli: Die Schlussfolgerungen des Peer-Reviews der EFSA sollen der Europäischen Kommission, den Mitgliedstaaten und der GRG zur Verfügung gestellt werden. (EFSA)

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