Gartenplanung nach dem Neubau: So berät man Bauherren richtig

Wer neu baut möchte häufig nicht nur ein hochwertiges Gebäude, sondern auch einen dementsprechend schön gestalteten Garten.

Neues Haus mit neuem Garten. Bild: C. Adler.

Viele Bauherren sind bei der Planung um Umsetzung des eigenen Gartens überfordert und suchen professionelle Hilfe. Jedoch gehen die individuellen Kundenwünsche häufig sehr weit auseinander und das Vorwissen zur Nutzung von Gärten ist oftmals gering. Wie können Gartenbau-Profis also Ihren Kunden bestmöglich zur Seite stehen und bei der Gartenplanung unterstützen?

Der richtige Zeitpunkt

Selbstverständlich sollte mit dem Umbau des Gartens im Frühjahr begonnen werden. Allerdings muss der Neubau zu diesem Zeitpunkt bereits nahezu abgeschlossen sein, schließlich sollen die neu angelegten Beete nicht durch schwere Maschinen zerstört werden. Es ist demnach wichtig, sich mit den Bauherren über jeden Fortschritt und jegliche, noch so kleine Verzögerung beim Bau auszutauschen. Denn sollte erst später mit der Umsetzung des Gartens begonnen werden, kann es eventuell dazu kommen, dass andere Pflanzen und Techniken eingesetzt werden müssen. Je nachdem, um welche Art von Hausbau es sich handelt, kann die eigentliche Dauer der einzelnen Bauphasen zudem stark variieren. Denn bei der Errichtung von Fertighäusern ist mit einer deutlich kürzeren Bau-Phase zu rechnen, so dass dementsprechend auch früher mit der Gartengestaltung begonnen werden kann. Die Dauer der Entscheidungsfindung sollte dabei nicht unterschätzt werden. Häufig sind Bauherren zusätzlich mit der Auswahl der Inneneinrichtung beschäftigt und benötigen so mehr Zeit, als wenn lediglich der Garten neugestaltet wird.

Analyse des Bodens

Häufig geben Bauherren genaue Informationen zur Bodenbeschaffenheit des Grundstücks. Da es sich jedoch im Allgemeinen um Beobachtungen von Laien oder die reine Informationsweiterleitung von Baufirma zu Kunden handelt, sollte auf jeden Fall eine eigene Begehung des zukünftigen Gartens stattfinden. Je nach Qualität der vorhandenen Erde kann dann geplant werden ob der Untergrund eventuell mit weiteren Nährstoffen angereichert werden muss, oder so genutzt werden kann. Sollte der Bauherr keine festgelegte Vorstellung der zu pflanzenden Gewächse haben, bietet sich hier selbstverständlich auch eine Gründüngung als Erstbepflanzung an. Sobald alle Bauphasen, die schwere Maschinerie benötigen, abgeschlossen sind, kann mit der Vorbereitung des Bodens und dem Umgraben und Lockern begonnen werden.

Muster-Gärten erleichtern die Entscheidung

Bei Erreichen der geeigneten Bauphase sollte dementsprechend die Planung bereits voll abgeschlossen sein. Da sich Bauherren häufig erst spät um die Vorbereitungen für den Garten kümmern, bietet es sich an, den Besuch von Mustergärten als Beispiel und Inspiration anbieten zu können. Dies erleichtert die Entscheidungen des Kunden und hilft, den Geschmack des Bauherren abzuschätzen und in der weiteren Planung beachten zu können. Auch eine Übersicht welche Pflanzen und Designs im Allgemeinen für den entsprechenden Grundstückstyp möglich sind, beschleunigt den Entscheidungsprozess und hilft dem Gartenplaner beim Abschätzen von Kundenwünschen. Hier bietet es sich an, von vorneherein mit Baufirmen zusammenzuarbeiten und beispielsweise Schau-Gärten in Musterhaussiedlungen anzulegen.

Kundenwünsche identifizieren

Nur wenige Bauherren haben eine Vorstellung des neuen Gartens, die tatsächlich auch mit der Nutzung übereinstimmt. Statt sich also rein auf die Pflanzenwahl zu konzentrieren, sollten Gartenbau-Profis erst einmal den beabsichtigten Nutzen abfragen. Laien sind sich häufig nicht im Klaren darüber, dass viele Zierpflanzen eventuell giftig für Kleinkinder und Haustiere sein können. Oder wie groß und ausladend etwa ein Apfelbaum wachsen kann. Selbstverständlich spielt auch die Grundstücksgröße eine Rolle bei der Gestaltung, weshalb möglichst frühzeitig eine gemeinsame Begehung eingeplant werden sollte. Auch der Pflegeaufwand ist ausschlaggebend für die Gartengestaltung. Viele Bauherren bevorzugen einen pflegeleichten Garten und sind froh über eine umfassende Beratung bezüglich des Aufwands. Im Zuge dessen, kann natürlich auch über weitere Aufträge verhandelt werden. Viele Gartenbesitzer sind froh, wenn Sie einen Profi haben, der sich um das Grün kümmert, vor allem in den ersten Jahren, wenn alles erst noch heranwachsen muss.

Die Mehrheit der Bauherren ist sich darüber hinaus außerdem nicht bewusst, dass Gartenbau-Firmen auch das Anlegen von Teichen oder gar Bachläufen übernehmen. Darauf sollte dementsprechend ausdrücklich hingewiesen werden. Auch die Möglichkeiten von Terrassen und Gehwegen sollten im ersten Beratungsgespräch somit aufgezeigt und verhandelt werden. Auch Deko-Elemente sollten hier Beachtung finden. Bei allen Zusätzen ist darauf zu achten, dass der Kunde die Vor- und Nachteile der jeweiligen Materialien versteht, so dass es später zu keinen Überraschungen kommt, wie beispielsweise durch Witterungseinflüsse auf unbehandeltes Holz.

Auch die Einfriedung muss besprochen werden. Viele Bauherren entscheiden sich heutzutage für einen natürlichen Sichtschutz aus Büschen und Sträuchern. Sie sind sich jedoch selten über den hohen Kostenfaktor von ausgewachsenen Pflanzen bewusst, weshalb auch hier eine gute Beratung unerlässlich ist.

Kostenvoranschlag

Ab dem ersten Kontakt sollte der Bauherr ganz genau über die Kosten informiert werden. Es bietet sie hier an ein Starterpaket anzubieten, welches die Bodenanalyse und Ortsbegehung umfasst. Daraufhin können anhand der Ergebnisse und der Kundenwünsche Budget und Preisvorstellungen ausgearbeitet und ein Kostenvoranschlag erstellt werden. Es empfiehlt sich hier, diesen genau nach Material- und Personalkosten aufzuteilen, so dass der Bauherr entscheiden kann, auf welche Elemente im Zweifelsfall verzichtet oder welcher Service eventuell sogar ausgeweitet werden soll. Während dieser Erstellung und Kalkulation liegt es nahe für zusammenhängende Tätigkeiten Rabatte anzubieten. Diese können zudem der Kundenbindung dienen und zu Folgeaufträgen, wie beispielsweise der Instandhaltung, führen.

Im Zuge der Kosten-Berechnung, sollte auch eine realistische Einschätzung der Dauer stattfinden. Viele Bauherren möchten bis zu einem bestimmten Zeitpunkt sowohl mit Neubau als auch mit dem Garten fertig sein. Sollte dies nicht möglich sein, müssen Lösungsmöglichkeiten erörtert und etwaige Änderungen eingeplant werden. Für ein knappes Geld- und Zeitbudget können etappenweise Arbeiten vorgeschlagen werden. So dauert die Anlage des Traum-Gartens zwar vielleicht einige Jahre, jedoch kann der Bauherr so alle Wünsche realisieren und der Gartenbau-Profi kann sich auf zukünftige Aufträge einstellen.

Fazit

Von besonders hoher Wichtigkeit ist, den Bauherren in jeglichen Planungsschritt einzubeziehen und sicherzustellen, dass die Kommunikation zur Baufirma reibungslos verläuft. Denn soll der Garten rechtzeitig angelegt werden, so ist es essentiell, dass der richtige Zeitpunkt, bzw. die entsprechende Bau-Phase getroffen wird.

Die Gartenplanung sollte schriftlich anhand von Skizzen und genauen Übereinkommen festgehalten werden, so dass alle Parteien eine genau Vorstellung über das Ergebnis erhalten. So können auch kurzfristige Änderungen leichter besprochen werden.

Für die meisten Bauherren steht bei der Neuanlage eines Gartens der Kostenfaktor im Vordergrund. Umso wichtiger ist, dass der Budgetplan übersichtlich gestaltet und auch für Laien verständlich ist. Dies erleichtert nicht nur die Kommunikation, sondern auch die Planung im Allgemeinen.

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