Calla: Diva ohne Allüren

Aufrecht, farbstark und ungewöhnlich in der Form kommt die Calla, botanisch Zantedeschia, daher.

Aufrecht, farbstark und ungewöhnlich in der Form kommt die Calla, botanisch Zantedeschia, daher. Bild: Forever&Ever.

Die Topfpflanze geizt weder mit Charme noch mit Extravaganz, ist schön wie eine Diva, dabei kann man bei ihr so gut wie nichts falsch machen. Es sei denn, man hält das für sie typische, farbige Hochblatt fälschlicherweise für die Blüte, das macht aber dann auch nichts. Fakt ist tatsächlich, dass dieses Hochblatt auf kerzengeradem Stiel einen Kolben umfasst, auf dem die wirklichen, zugegeben sehr unscheinbaren, Miniblüten sitzen. Je nach Inszenierung im Raum oder auf Balkon und Terrasse und abhängig vom Gefäß ändert sich die Wirkung der Topfpflanze, von cool puristisch bis hin zu opulenter Eleganz, alles ist möglich.

Calla, nennen sie die einen, und davon wissen die wenigsten, dass sie einst diesen Namen in Anlehnung an die sagenhafte schöne griechische Göttin Calliope bekommen hat. Ihren botanischen Namen verdankt sie ihrem italienischer Entdecker Giovanni Zantedeschi (1773-1846). Dieser Mann war nicht nur ein italienischer Arzt und Chirurg, sondern auch ein leidenschaftlicher Botaniker. Sein Geburtsort Molina beherbergt noch heute ein Botanisches Museum mit über 300 Pflanzenarten. Zantedeschi fand die besondere Blume in Südafrika, wo sie in sumpfigen Wiesen, die im Sommer austrocknen, in freier Natur wächst und brachte sie nach Europa. Als ehemalige Südafrikanerin ist die Pflanze auch heute noch nicht winterhart, kann also nur in der warmen Jahreshälfte nach draußen, bereichert dann aber die Szenerie mit hübschem, meist gepunktetem Blattwerk und den charakteristischen, besonderen farbintensiven Hochblättern.

Sie steht gern an einem windgeschützten Ort und doch am besten wie eine Diva im Rampenlicht. Gönnen Sie ihr eine Bühne, damit sie auch gut zur Geltung kommen kann. Das Farbspektrum reicht tatsächlich von Weiß bis Schwarz, und das ist bei blühenden Topfpflanzen schon ziemlich ungewöhnlich. Die Weißen, Gelben und Orangefarbenen leuchten förmlich wie Fackeln in den Abendstunden und machen den Sitzplatz nach Feierabend besonders. Die Pastelligen passen gut zu den modernen Grautönen und lassen sich auch gut untereinander kombinieren. Das Sortiment ist wirklich reich an Farben und die Auswahl fällt nicht leicht. Dabei fangen tatsächlich nicht nur die farbigen Hochblätter den Blick, sondern auch die interessanten Blätter von hellgrün bis tiefdunkel, alle mehr oder weniger gepunktet. Im Verblühen werden übrigens die Hochblätter auch grün und neigen sich dekorativ, weil sie sich unter der Last der Samen biegen. Das tun sie allerdings erst, nachdem sich im Sommer die dicken Hummeln in ihre tiefen Blütenschlunde vergraben haben. Auch das ist ein schönes Schauspiel. (Forever & Ever)

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