BVL: Ferntransport von Pflanzenschutzmitteln über Luft überwachen

Bundesweites Monitoring soll Informationen zur Verbreitung von Pflanzenschutzmittel auf nicht behandelte Flächen liefern. Das BVL hat im Vorfeld ein Gutachten zur Darstellung und Erörterung erstellen lassen.

Ferntransport von Pflanzenschutzmitteln über die Luft soll erforscht werden. Bild: Gabot.

Pflanzenschutzmittel und deren Wirkstoffe können, z. B. durch Verflüchtigung und Staubverwehung, auf nicht behandelte Flächen auch in größerer Entfernung gelangen. Das BVL hat daher ein Gutachten zur Darstellung und Erörterung der Verfrachtungsproblematik erstellen lassen. Ein Ergebnis ist ein Vorschlag zu einem bundesweiten Monitoring zur Verfrachtung von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen über die Luft. Ziel soll sein, belastbare Informationen für die Berücksichtigung der Verfrachtung in den Zulassungsverfahren u. a. durch ein verbessertes und effizienteres Risikomanagement zu erlangen. Als nächsten Schritt plant das BVL, eine Vorstudie zur Identifizierung von geeigneten Standorten für ein staatliches Monitoring in Auftrag zu geben.

Wirkstoffe, die zur Verfrachtung neigen, müssen besonderen Risikominderungsmaßnahmen unterzogen werden. Auch wenn im Zulassungsverfahren die Risiken für die Gesundheit von Mensch und Tier sowie für die Umwelt als vertretbar beurteilt werden, können auch geringste verfrachtete Wirkstoffmengen in nicht behandelten Kulturen zu erheblichen ökonomischen Schäden führen. Darüber hinaus stellt die Fernverfrachtung ein besonderes Problem für die Ursachenfeststellung dar. In den letzten Jahren sind beispielsweise die herbiziden Wirkstoffe Pendimethalin und Prosulfocarb, die vor allem in Ackerbaukulturen und im Gemüsebau eingesetzt werden, in Kontrollen der Lebensmittelunternehmer aufgefallen. Rückstände aus der Verfrachtung dieser Wirkstoffe führten nach Aussagen der betroffenen Lebensmittelunternehmer dazu, dass Ware aus z. B. ökologischem Landbau nicht mehr als solche vermarktet werden konnte.

Das BVL führte mehrere Gespräche mit Zulassungsinhabern, Pflanzenschutzdiensten und Vertretern des ökologischen Landbaus. Darin wurde immer wieder deutlich, dass nicht genügend Informationen für eine Beurteilung der Situation vorliegen. Ein bundesweites Monitoring ist notwendig, um eine ausreichende und belastbare Datengrundlage für ein besseres und effizienteres Risikomanagement zu erhalten. Auch die Agrarministerkonferenz hatte zur Frage des Ferntransportes bestimmter Pflanzenschutzmittel bereits ein bundesweites Monitoring gefordert.

Zunächst wurde daher 2020 im Auftrag des BVL eine Machbarkeitsstudie erstellt. Als nächster Schritt ist eine Vorstudie zur Standortauswahl vorgesehen, um repräsentative Regionen für ein deutschlandweites Monitoring zu identifizieren. Das BVL strebt eine Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden vor Ort an.

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