Bakker: Erneut zahlungsunfähig

Am 24. Mai 2022 erklärte das Bezirksgericht Amsterdam die Zahlungsunfähigkeit der Bakker International B.V. (handelnd unter Bakker.com) und bestellte E. ten Berge von Cees Advocaten N.V. zum Insolvenzverwalter.

Die Bakker International B.V. (handelnd unter Bakker.com) befindet sich im Insolvenzverfahren.

Bakker.com ist ein Online-Anbieter von Pflanzen- und Gartenartikeln und liefert direkt an Verbraucher in acht europäischen Ländern. Bakker.com hat seine Aktivitäten zunächst als Versandhandel entwickelt, ist aber seit einigen Jahren vollständig auf den elektronischen Handel über verschiedene Online-Kanäle ausgerichtet. In den letzten Jahren hat Bakker.com stark in die Online-Präsenz und ein modernes Vertriebszentrum investiert.

Derzeit prüft der Insolvenzverwalter die Möglichkeiten für einen Neustart der kommerziellen Aktivitäten von Bakker.com. Mehrere Parteien haben sich bereits an den Treuhänder gewandt und ihr Interesse an einem Neustart bekundet. In der nächsten Zeit wird der Treuhänder Gespräche mit den interessierten Parteien führen. Der Treuhänder wird keine Angaben zu den Interessenten und zum Inhalt der Gespräche machen.

Folgen für die Kunden

Infolge der Insolvenz ist die Geschäftstätigkeit (praktisch) zum Erliegen gekommen. Bestellungen, die noch nicht zugestellt wurden, können nicht mehr zugestellt werden. Kunden, die ihre Zahlungsverpflichtung(en) bereits erfüllt haben, aber ihre Bestellung nicht oder nicht vollständig erhalten haben, können ihre Forderung (falls vorhanden) beim Treuhänder einreichen. Das Gleiche gilt für Kunden, die noch einen (gültigen) Gutschein und/oder einen ähnlichen Gutschein besitzen.

Konsequenzen für das Personal

Wie bei einem Konkurs üblich, wird der Insolvenzverwalter die Arbeitsverträge mit allen Beschäftigten kündigen. Während der Kündigungsfrist von bis zu 6 Wochen bleiben die Mitarbeiter im Dienst und werden - falls erforderlich - weiterhin für Bakker.com arbeiten. Im Prinzip erhalten sie ihr Gehalt und ihre Urlaubsvergütung über das Lohngarantieprogramm. Die UWV (Durchführungsstelle für Arbeitnehmerversicherungen) wurde bereits informiert und wird so bald wie möglich ein Registrierungsverfahren für die Auszahlung der Gehälter einleiten. Die Gewerkschaften wurden ebenfalls informiert.

Folgen für die Anbieter

Die Lieferanten von Bakker.com können ihre Forderungen gegenüber dem insolventen Unternehmen beim Konkursverwalter anmelden. Der Insolvenzverwalter hat eine Bedenkzeit von zwei Monaten angekündigt. Während dieses Zeitraums können Lieferanten keine Rechte an der Konkursmasse des Unternehmens geltend machen. Der Verwalter muss sich zunächst einen Überblick über den Umfang der Insolvenzmasse und die Rechte der verschiedenen Gläubiger verschaffen.

Hintergrund

Bereits im Jahr 2018 war Gartenspezialist Bakker, damals unter der Firmierung Bakker Hillegom BV, in einer finanziellen Notlage, die in einer Insolvenz mündete. Schon seinerzeit war E. ten Berge als Insolvenzverwalter eingesetzt. Nachdem ein Team niederländischer Unternehmer in die Firma eingestiegen war, konnte ein Neustart realisiert werden. Der klassische Katalogversand wurde eingestellt; Bakker.com sollte zu einer E-Commerce-Plattform ausgebaut werden. Aktuell ist die Webseite Bakker.com nicht erreichbar. Es gibt lediglich einen Hinweis, dass als Folge des Konkurses es derzeit nicht möglich ist, Bestellungen über die Website oder andere Vertriebskanäle aufzugeben.

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