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NABU: O Trassenbaum
Pro Jahr werden rund 29 Mio. Weihnachtsbäume in Deutschland verkauft. Daneben gibt es einen Trend zum künstlichen Baum: 2020 entschieden sich laut einer Statista-Umfrage rund 22% der Befragten dafür, 2024 waren es schon 28%. Plastiktannen sind offenbar im Kommen. „Umweltfreundlich sind diese Attrappen allerdings nicht", sagt Silvia Teich, NABU-Pressesprecherin. „Dreiviertel der Bäume kommen aus China, haben also lange Transportwege hinter sich. Inklusive ihrer Herstellung hat eine Plastiktanne einen durchschnittlichen Fußabdruck von mehr als 40 kg CO2. Damit sie in der Ökobilanz mit einem Naturbaum mithalten kann, muss man sie rund 17 Jahre nutzen." So lange halten viele Produkte nicht durch. Oft sind Kunstbäume aus PVC gefertigt. Dieses Material kann Weichmacher und andere Giftstoffe ausdünsten. Auch bei der Herstellung ist PVC schädlich für Umwelt und Gesundheit.
Dann besser ein Baum aus Pappe? Diese Variante ergänzt seit einigen Jahren das Angebot und wird oft als besonders umweltfreundlich angepriesen. „Pappe ist kein Naturprodukt. Frischfaser ist nichts anderes als verarbeiteter Baum, plus viel Chemie und plus viel Energie", so Teich. „Ob das einzelne Produkt in der Öko-Bilanz wirklich besser ist als ein Plastikbaum, hängt von vielen Faktoren ab, wie Höhe des Recycling-Anteils, Transportweg, Nutzungsdauer."
Am besten schneidet nach wie vor der Naturbaum ab. Seine CO2-Bilanz liegt bei nahezu null. Teich: „Ökologisch angebaute Bäume sind der Goldstandard, aber nicht überall zu bekommen. Man erkennt sie am FSC-, Naturland- oder Bioland-Siegel. Unbedingt einen in der Region angebauten Baum kaufen. So gibt es keinen langen Transportweg." Gut sind auch Bäume, die von regionalen Forstbetrieben auf Sonderflächen, etwa unter Stromtrassen, angebaut werden. Diese haben zwar oft kein Biosiegel, sind aber meist ebenfalls pestizidfrei.
Ein Weihnachtbaum im Topf, der nach dem Fest wieder ausgepflanzt werden kann, ist keine gute Alternative. Für den Baum bedeutet der Wechsel in die warme Stube und dann wieder ins Kalte nach draußen Stress, den er häufig nicht überlebt. Zudem muss für den Transport mehr Energie aufgewendet werden, da er durch den Wurzelball viel schwerer ist als ein geschlagener Baum.
Teich: „Für die Umweltbilanz ist aber entscheidender, was unter dem Baum liegt, als der Baum selbst. Jedes Geschenk muss produziert, transportiert und irgendwann entsorgt werden. Darum sollte man sehr bewusst kaufen, auf Second Hand zurückgreifen oder auch mal Zeit verschenken. Eine gute Idee ist eine NABU-Geschenkmitgliedschaft. Darüber freuen sich Mensch und die Natur."

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