VGL Bayern: Leitfaden zur klimaneutralen Unternehmensausrichtung

VGL Bayern erstellt Leitfaden zur Berechnung des Corporate Carbon Footprints in GaLaBau-Betrieben.

Mit einem umfassenden, praxisorientierten Leitfaden bietet der VGL Bayern seinen Mitgliedsbetrieben eine Hilfestellung bei der Ermittlung und Reduzierung ihrer CO 2-Emissionen. Bild: VGL Bayern.

Mit dem neuen Leitfaden zum Corporate Carbon Footprint bietet der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL Bayern) seinen Mitgliedern eine umfassende Hilfestellung bei der Ermittlung und Reduzierung ihrer CO2-Emissionen. Damit erhalten die Betriebe ein praxistaugliches Instrument, das eine nachhaltige, klimaneutrale Unterneh- mensausrichtung unterstützt.

Die Reduktion der Treibhausgasemissionen ist die vorrangigste Aufgabe bei der Bekämpfung der zunehmenden Erderwärmung. Auch der Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) ist dazu aufgerufen, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Wobei der GaLaBau aufgrund seiner inhärenten Ausrichtung auf den Umwelt- und Naturschutz, im Vergleich zu anderen Branchen, kein primärer Verursacher des Klimawandels ist. Daher sind die Ansatzpunkte zur Emissionsverringerung tendenziell begrenzt. Dennoch sind die Betriebe der grünen Branche zunehmend vom Klimawandel betroffen – direkt und indirekt. Denn für (potenzielle) Kunden spielt die Ausrichtung der Unternehmen auf den Umweltschutz eine immer wichtigere Rolle. Beispielsweise fordern Bauherren von ihren Auftragnehmern zunehmend eine ressourcenschonende Materialbeschaffung und den Einsatz energieeffizienter Techniken auf der Baustelle.

Deshalb startete der VGL Bayern 2021 das Projekt „Carbon Footprint“. Zu den Projektbeteiligten zählten 13 Mitgliedsbetriebe, die DEULA Bayern GmbH sowie die Unternehmensberatungsgesell- schaft FutureCamp Climate GmbH. In mehreren Arbeitstreffen wurden die Inhalte entwickelt, die in die Erstellung des Leitfadens zum Corporate Carbon Footprint einflossen. Beispielsweise die Ermittlung der im GaLaBau üblichen Kohlendioxidquellen sowie deren Emissionswerte. Dies erfolgte auf Basis einer strukturierten Vorgehensweise, die sich an den Emissions-Kategorien (Scopes) nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) orientierte. Außerdem wurden von der Projektgruppe Handlungsempfehlungen zur Minimierung der Kohlendioxidemissionen sowie zur Kompensation nicht vermeidbarer Emissionen, etwa durch Zertifikate, erarbeitet.

In fünf Kapiteln behandelt der sechzigseitige Leitfaden die Schwerpunktthemen Corporate Carbon Footprint (CCF), Schritte bei der CO2e-Bilanzierung (CO2e steht für CO2-Äquivalent), Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgase, CO2e-Kompensation und Kommunikationsmaßnahmen. Ergänzt wird das Kompendium durch eine elektronische Berechnungsgrundlage auf Basis von Microsoft Excel zur individuellen Analyse des existierenden betrieblichen CO2-Fußabdrucks.

Die Gründe, den Klimaschutz im Unternehmen nachhaltig zu etablieren, sind zahlreich. Zum einen trägt ein Klimaschutzmanagement zur eigenen Leistungs-, Kosten- und Risikoprüfung bei. Das bedeutet, sich über die eigene Klimabilanz im Klaren zu sein, Reduktions- und Einsparpotenziale zu identifizieren und eine Risikosteuerung zu betreiben. Darüber hinaus bietet sich die Möglichkeit, die Emissionen im Laufe der Zeit zu monitoren und die gesammelten Daten als Basis für Effizienzsteigerungen oder auch für die Erstellung von Förderanträgen zu verwenden.

Zum andern lässt sich das Engagement in der Bekämpfung des Klimawandels als Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerbsumfeld nutzen. Durch Eco-Labelling, Produkt- und Dienstleistungsdifferenzierung ergeben sich Möglichkeiten, den unterschiedlichsten Zielgruppen einen Mehrwehrt zu bieten und gegebenenfalls neue Märkte zu erschließen. Ein kontinuierliches Klimaschutzmanagement hilft, ein besonderes Markenimage aufzubauen und eine einzigartige Unternehmenspositionierung zu etablieren – sowohl gegenüber Kunden, Lieferanten und Dienstleistern als auch bei den eigenen Mitarbeitern und in der Berufsnachwuchsgewinnung. (VGL Bayern)

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