Traumjob für Aktive: Baumpfleger/in

Sie sind eine verschworene Gemeinschaft und sie suchen Verstärkung: Baumpfleger ist definitiv kein Job wie jeder andere.

Höhentauglich und bodenständig: Innerhalb des Teams wird immer wieder gewechselt, jeder ist mal im Baum und mal am Boden unterwegs. Bild: GMH/Fachverband geprüfter Baumpfleger.

„Wie auch die Menschen, die ihn ausüben, meist Individualisten sind“, weiß Jörg Cremer, Vorsitzender des Fachverbands geprüfter Baumpfleger e. V. und selbst seit 30 Jahren Baumpfleger mit Leib und Seele. Individualisten, die nicht weniger suchen, als ihren persönlichen Traumjob – und ihn in den allermeisten Fällen auch finden, an einem Arbeitsplatz, der manche Herausforderung bereithält, aber noch größere Glücksmomente schenkt.

Natur, Abwechslung und sichtbare Erfolgserlebnisse

Was macht diesen Job aus, von dem auch für Außenstehende eine besondere Faszination ausgeht? „Einen Großteil unserer Zeit verbringen wir tatsächlich im oder am Baum“, berichtet Jörg Cremer. „Durch einen professionellen Schnitt sorgen wir dafür, dass sich die Gehölze optimal entwickeln und garantieren die Verkehrssicherheit, indem wir morsche, kranke und beschädigte Äste entfernen. Auch für Fällungen sind wir zuständig. Je nachdem, welche Eingriffe erforderlich sind, bewegen wir uns per Seilklettertechnik im Baum oder setzen zum Beispiel eine Hebebühne ein. Professionelle Baumpfleger sind in jedem Fall immer mindestens zu zweit unterwegs und sichern sich gegenseitig ab.“

Zuverlässigkeit und Konzentrationsvermögen, eine schnelle Auffassungsgabe und körperliche Fitness sind die Grundvoraussetzungen, um sich erfolgreich bei einem Baumpflegebetrieb zu bewerben. Dort eignet man sich nach und nach das erforderliche Fachwissen an – von Beginn an in der Praxis, was viele sehr schätzen.

Offen für Schulabgänger und Quereinsteiger

„Es gibt leider noch immer keine offizielle Ausbildung zum Baumpfleger, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind daher auf ganz unterschiedlichen Wegen zu uns gekommen“, erzählt Cremer von seinem eigenen achtköpfigen Team. Die unterschiedlichen Lebensläufe sind typisch für die Branche: „Einige fangen direkt nach der Schule in einem Baumpflegebetrieb an, andere haben vorher schon eine Ausbildung oder ein Studium im Bereich Gartenbau, Landwirtschaft oder Forstwirtschaft gemacht und es sind auch immer wieder völlige Quereinsteiger dabei. Wobei ich eine Ausbildung als „grüne Grundbildung“ empfehle, das erhöht die Chance auf einen erfolgreichen Einstieg als Baumpfleger einfach enorm.“

Gemein haben alle Baumpfleger die Liebe zur Natur, Freude an frischer Luft und körperlicher Betätigung und die Bereitschaft, sich immer wieder auf neue Situationen einzulassen – denn kein Baum und kein Tag ist wie der andere. „Dadurch vergeht die Zeit auch wie im Flug und es kommt garantiert keine Langeweile auf“, sagt Cremer. Ebenfalls nicht zu verachten: Anfallende Überstunden werden in diesem Job vorzugsweise im Hochsommer abgefeiert. Und dadurch, dass Aufträge der Öffentlichen Hand überwiegen, sind viele Betriebe in Großstädten oder Ballungszentren angesiedelt. Dort werden die angehenden Baumpfleger und Baumpflegerinnen oft um ihren grünen Arbeitsplatz beneidet, der sie immer wieder an ungewöhnliche Orte und Plätze führt.

Highlights und Berufsethos

„Wenn wir in Botanische Gärten, in Arboreten, Schlossgärten oder auf parkähnliche Privatgrundstücke gerufen werden, sind das natürlich besondere Highlights“, bestätigt Jörg Cremer. Für Stolz und tiefe Zufriedenheit können aber auch ganz normale Stadtbäume sorgen, etwa wenn ein altehrwürdiger, schon zur Fällung abgestempelter Riese doch noch stabilisiert und gerettet werden kann.

Das umfangreiche Wissen über die Physiologie und Eigenheiten der verschiedenen Baumarten ermöglicht zudem viele weitere Betätigungsfelder, etwa in einem Sachverständigenbüro oder als Baumkontrolleur im Öffentlichen Dienst. Weiterbildungen, ob zum Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung oder zu Themen wie Pflanzenschutz, Technik und Arbeitssicherheit sind ohnehin unverzichtbarer Teil des Berufs und erweitern den Horizont beständig.

„Die Fachbetriebe für Baumpflege fördern ihre Mitarbeiter intensiv. Ein guter Baumpfleger wird daher nie arbeitslos werden – auch im Alter nicht, wenn man vielleicht nicht mehr selbst in den Baum steigen kann oder möchte“, erklärt Jörg Cremer. „Wer eine sinnvolle, befriedigende Tätigkeit sucht, die spannende, aber auch geradezu meditative Elemente besitzt, wer zudem die Natur liebt, schwindelfrei ist und Köpfchen hat – der oder die ist bei uns genau richtig!“

Beruf Baumpfleger / Baumpflegerin: Den richtigen Betrieb für den Einstieg finden

„Wer professioneller Baumpfleger werden will, sollte sich auch einen professionellen Baumpflegebetrieb suchen“, betont Jörg Cremer. „Ein Anbieter, der die Baumpflege nur nebenbei betreibt, ist vielleicht 100 Stunden im Jahr in den Seilen – unsere Leute absolvieren das im Monat. Das ist ein gewaltiger Unterschied, im Hinblick auf das berufliche Fortkommen, aber auch für die persönliche Sicherheit.“ (GMH)

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