Grün in die Stadt: Lebenszykluskosten im Blick

Die professionelle Pflege von städtischem Grün hat neben kurzfristigen Effekten vor allem einen entscheidenden Vorteil: Gut gepflegtes Stadtgrün rechnet sich für Städte und Kommunen langfristig sogar.

Die Initiative „Grün in die Stadt“ des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. unterstützt kommunale Entscheider durch den „Förder-Check“. Bild: GABOT.

Während des Lockdowns strömen die Menschen verstärkt ins Grüne. Der Nutzungsdruck auf öffentliche Grünflächen durch die Bürger/-innen steigt aktuell. Gleichzeitig verbessern intakte, urbane Parks und Grünanlagen das Klima und erhöhen die Biodiversität, tragen maßgeblich zur Attraktivität des Stadtbildes bei und verbessern die Gesundheit. Damit es alle diese Aufgaben erfüllen kann, braucht intensiv genutztes Stadtgrün zuverlässige, fachgerechte Pflege.

Gepflegtes Stadtgrün: entscheidend für Zufriedenheit der Bürger

„Wir wissen und verstehen, dass die Pflege von Stadtgrün in den klammen Haushalten der Kommunen teilweise nicht oberste Priorität hat. Jedoch sind Parks und Grünflächen entscheidende Faktoren für die Zufriedenheit aller Bürger. Unser Förder-Check zeigt hier Möglichkeiten der Städtebauförderung für Um- und Neubauten auf und hilft bei der Orientierung im Förderdschungel“, so Jan Paul, Vizepräsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V. „Die Förderung von städtischen Parks und Grünflächen sollte nicht erst seit Corona in jeder Haushaltsplanung berücksichtigt werden.“ Die Initiative „Grün in die Stadt“ des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. unterstützt kommunale Entscheider durch den „Förder-Check“. Mit dessen Hilfe können sie zahlreiche Fördermöglichkeiten beantragen.

Im ersten und zweiten Lockdown der Corona-Krise hat sich gezeigt, dass Parks und Grünanlagen entscheidende Faktoren für die Standortattraktivität von Städten sind. Begrünte urbane Räume sind lebenswert und erzeugen Zufriedenheit bei der Stadtbevölkerung. Wie eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) e.V. belegt, nutzen die Menschen Parks öfter und intensiver als bisher zum Erholen und Abschalten. Während der Pandemie beschränken geschlossene infrastrukturelle Angebote und Kontaktverbote die Auswahl an Freizeitmöglichkeiten noch einmal besonders. Infolgedessen sind städtische Grünflächen als Ausgleich wichtiger, denn je. Stadtgrün als Anziehungspunkt für die Bürger rückt mehr und mehr in den Fokus von Städten und Kommunen.

Fachgerechte Pflege senkt Kosten langfristig

Städtische Grünanlagen sind allerdings nicht erst seit Corona einem erhöhten Nutzungsdruck ausgesetzt. Je intensiver Menschen ihre Parks nutzen, desto stärker werden die Flächen beansprucht. So rücken die negativen Folgen unzureichender Pflege umso stärker in die öffentliche Aufmerksamkeit. Dann rächt sich eine zu geringe Pflege von städtischen Parks und Grünanlagen – und kommunale Entscheider müssen handeln.

Wie bei allen kommunalen Anschaffungen, muss auch die blau-grüne Infrastruktur gepflegt werden, um ihren Wert zu erhalten – und sogar zu steigern. Entscheiden sich Städte und Kommunen für den Ausbau ihres Grüns, dann treten stets Folgekosten auf. Diese Lebenszykluskosten können jedoch durch eine angepasste Pflege sinnvoll genutzt werden.

Wertsteigerung blau-grüner Infrastruktur

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geht davon aus, dass die Investitionskosten lediglich 15% der gesamten Lebenszykluskosten ausmachen. Der restliche Anteil entsteht also durch die Pflegemaßnahmen für blau-grüne Infrastruktur.

Wenn demnach Grünanlagen im Zuge der Corona-Krise durch die Bürger stärker genutzt werden, dann müssen die Parks und Grünflächen umso intensiver gepflegt werden. „Deswegen sollte bei Städten und Kommunen die Pflege ihres Grüns an Bedeutung gewinnen, um auch nach der Corona-Krise als lebenswerte und attraktive Orte zu gelten“, fordert BGL-Vizepräsident Jan Paul. Mehr noch: Wird städtisches Grün fachgerecht instandgehalten und angepasst gepflegt, tragen diese Maßnahmen nicht nur zur Werterhaltung bei, sondern steigern sogar den Wert der Grünflächen.

Der „Förder-Check“ der Initiative „Grün in die Stadt“ weist Kommunen den Weg zu zahlreichen Förderchancen. (Grün in die Stadt)

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