FGL S.-H.: Pflanzenkunde und Motivations-Training

Die schleswig-holsteinischen Landschaftsgärtner starteten mit zwei ausgebuchten WDA-Seminaren ins neue Jahr.

Pflanzenkenntnisse auffrischen und Hemmschwellen abbauen. Im WDA-Seminar „Mehr Pflanzenkunde im Betrieb“ tauchten die Teilnehmer tief in die Praxis ein. Bild: Willers/FGL S.-H.

Mehr Pflanzenkunde im Betrieb, Motivation und Potenziale entfalten und die Macht der Ziele – das waren die Themen der beiden WDA-Seminare, die der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein (FGL S.-H.) Anfang des Jahres für die Ausbilder der Betriebe durchführte. Zum zweiten Mal konnte der Fachverband den vielfach ausgezeichneten Speaker und Persönlichkeitstrainer Gereon Jörn als Referenten gewinnen. Das Pflanzenkunde-Seminar leitete Dirk Kühlke, langjähriger Ausbilder und selbstständiger Weiterbildungsexperte im Garten- und Landschaftsbau. Mit den Inhalten traf der FGL S.-H. bei den Landschaftsgärtnern ins Schwarze: Beide Seminare im Bildungszentrum Tannenfelde waren nach kurzer Zeit ausgebucht.

„20 Anmeldungen für das Pflanzenkunde-Seminar und 26 Anmeldungen für das Motivations-Coaching mit Gereon Jörn – dass unsere WDA-Seminare nach so kurzer Zeit komplett ausgebucht waren, ist eine Premiere“, sagt Adonis Andresen, Ausbilder und Referent für Nachwuchswerbung beim FGL S.-H. Ein zweitätiges WDA-Seminar mit dem Titelthema „Mehr Pflanzenkunde im Betrieb“ anzubieten, sei ein Experiment gewesen: „Es ist ja kein Geheimnis, dass die Pflanzenkunde bei vielen Landschaftsgärtnern immer mehr ins Hintertreffen gerät. Wir wollten mit dem WDA-Seminar den Impuls setzen, diesen Bereich in den Betrieben wieder verstärkt zu fokussieren“, so Andresen weiter. Beim Seminar am 24. und 25. Januar hatte der Verband mit Dirk Kühlke einen Experten mit einem nahezu enzyklopädischen Wissen über Pflanzen an seiner Seite. „Er hat die Teilnehmer motiviert, sich wieder an das wichtige Thema Pflanze heranzutrauen, konnte Hemmschwellen abbauen und eine Vielzahl praktischer Empfehlungen für den Arbeitsalltag geben“, sagte Lisa Willers, die als Zuständige für den Bereich Überbetriebliche Ausbildung für den FGL S.-H. vor Ort war. Die Botschaft des Referenten war eindeutig: „Das Wissen um die Pflanze und ihre fachgerechte Verwendung ist in landschaftsgärtnerischen Fachbetrieben der Faktor, der sie von verwandten Branchen abhebt. Deshalb sind Pflanzenkenntnisse ausschlaggebend für die Kundengewinnung und die Kundenbindung“, so Kühlke.

Während seines WDA-Seminars frischte er daher Pflanzkenntnisse am lebenden Objekt auf. Rund 35 heimische Gehölze und Stauden hatte der Experte mit nach Tannenfelde gebracht, die er gemeinsam mit den Teilnehmern analysierte. Dabei gab Kühlke zahlreiche Tipps, die das Erkennen und Bestimmen von Pflanzen im Arbeitsalltag erleichtern. Darunter Fachliteratur, Lernkarten, Nachschlagewerke und Apps wie PlantNet und Plantsnap. „Im Prinzip kann man sich auf jeder Baustelle permanent weiterbilden und Pflanzenkunde trainieren. Man muss nur die Motivation haben, dies auch zu tun“, so das abschließende Plädoyer des Referenten.

„Führungskraft sein bedeutet, mit Menschen zu arbeiten und nicht im Unternehmen.“

Um die Motivation von Mitarbeitern und darum, aus funktionierenden Arbeitnehmern begeisterte Arbeitnehmer zu machen, ging es im WDA-Seminar „Motivation und Potenziale entfalten und die Macht der Ziele“ am 21. und 22. Februar. Der erfolgreiche Speaker und Trainer Gereon Jörn leitete bereits zum zweiten Mal ein Seminar für den FGL S.-H. „Es gibt drei Stellschrauben, an denen man bei seinen Mitarbeitern drehen kann: Das Verhalten, die Einstellung und die Fähigkeit. Zu 99% arbeiten Führungskräfte und Ausbilder am Verhalten. Dieses ist aber nur ein Resultat aus dem, was jemand kann und dem, was jemand will. Also aus den Fähigkeiten und der Einstellung“, so der Persönlichkeitstrainer. Um motivierte, begeisterte Mitarbeiter zu bekommen, müssten Ausbilder und Vorgesetzte deshalb die Einstellung verändern. „Viele Menschen wissen einfach nicht, was der Sinn ihrer Arbeit ist, also, warum sie etwas tun. Deshalb funktionieren sie, weil sie Geld verdienen müssen. Und nicht, weil sie für die Sache brennen“, so Jörn weiter. Jeder Arbeitgeber und Ausbilder müsse daher auch Motivations-Coach sein und sich mit jedem Mitarbeiter intensiv auseinandersetzen. „Was möchtest du? Was ist dir zu wenig und was zu viel? Wobei vergisst du die Zeit, weil es dir so viel Spaß macht? Diese Fragen muss ein Vorgesetzter immer wieder in Gesprächen erläutern. Führungskräfte müssen in erster Linien an und mit ihren Mitarbeitern arbeiten und nicht als Fachkraft im Unternehmen. Meistens ist es jedoch genau umgekehrt“, erklärte der Coach. Ein Arbeitgeber könne seine Mitarbeiter dazu motivieren, sich eigene Ziele gemäß ihrer Neigungen zu stecken, mit denen sie sich identifizieren. So könnten sie erkennen, was sie wirklich wollen und warum sie etwas tun.

Am Ende der beiden WDA-Seminare des FGL S.-H. reisten insgesamt 46 Teilnehmerinnen und Teilnehmer inspiriert und informiert nach Hause. „Wir wünschen uns, dass auch unsere kommenden WDA-Seminare von möglichst vielen Mitarbeitern der Ausbildungsbetriebe besucht werden. Schließlich motivieren diese ihre Auszubildenden dazu, sich weiterzubilden und lebenslang zu lernen. Dementsprechend sollten die Ausbilder mit positivem Beispiel vorangehen und sich ebenfalls regelmäßig schulen lassen“, so das Fazit von Adonis Andresen. (FGL S.-H.)

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