Regalsysteme zum Lagern von schweren Lasten

Gerade bei Lagern mit einer gemischten Warenstruktur ist es wichtig, dass Sie sich für ein geeignetes Regalsystem entscheiden. Es ist eben ein großer Unterschied, ob Sie Aktenordner und Bücher oder eben gewichtige Pflanzenkübel, Reifen oder Rohre aufbewahren möchten.

Für welches Regalsystem Sie sich entscheiden, hängt von der konkreten Nutzung und den Plänen für die Zukunft ab. Bild: GABOT.

Soll das Lager flexibel erweitert werden, entscheiden Sie sich für Regalmodelle, die einen Ausbau oder eine Ausweitung ermöglichen, z. B. durch neue Steckverbindungen. Hier erklären wir Ihnen wie Sie das passende System für Ihren Betrieb oder Ihre Lagerräume finden können und welche Faktoren es zu bedenken gibt. Worauf müssen Sie bei der Ausstattung Ihres Lagers mit Regalsystemen achten?

Für welches Regalsystem Sie sich entscheiden, hängt von der konkreten Nutzung und den Plänen für die Zukunft ab. Wenn die Ablagen der Aufbewahrung von leichten Gegenständen dienen sollen, müssen Sie für ein Regal nicht zwangsläufig viel ausgeben. Eine stabile Verarbeitung ist dennoch wichtig, damit das Gerüst lange und gut hält. Bei schweren Lasten ist es wichtig, dass das Regal aus einem festen Material besteht, Querstreben zur Stabilisierung vorhanden sind und gerade die Verbindungen zwischen den einzelnen Stäben oder Stangen optimal verarbeitet wurden. Wesentlich für die Gesamttragelast sind dabei aber auch die Böden.

Darüber hinaus ist der Kippfaktor relevant für den Kauf eines Regals. Haben diese nämlich nur 20 bis 25 cm Tiefe, sind aber etwa 2 m hoch, kann es bei schweren Lasten im oberen Bereich schnell zu einem Umkippen kommen. Hierin besteht ein enormes Risikopotenzial, vor allem, wenn im Bereich der Lager häufig mit den Regalsystemen gearbeitet wird. Im Sinne des Arbeitsschutzes sollten Sie sogar darüber nachdenken, die Regale fest an der Wand zu montieren. Hierfür benötigen Sie hochwertige Dübel und natürlich Schrauben, die einen optimalen Halt gewährleisten können. Die Schrauben sollten insbesondere bei sehr hohen Regalen eine Länge von etwa 5 bis 6 cm haben. Generell raten wir Ihnen zudem zu tieferen Fächern. Bei bis zu 60 cm Abstand zur Wand lassen sich auch längere und unförmigere Gegenstände hierin aufbewahren. Ein guten Überblick über die verschieden Möglichkeiten lässt sich auf der Webseite von KAISER+KRAFT machen. Der Anbieter führt eine große Bandbreite an verschiedenen Produkten.

Regalsysteme für Schwerlasten – welche Eigenschaften sind hierbei wichtig?

Bei den Schwerlastregalen sollten Sie u. a. im Blick behalten, in welchem Lagerbereich sie diese aufstellen möchten. Bei feuchten Kellern raten wir Ihnen bspw. generell von Holz ab. Aber auch sonst ist Metall in der Regel die erste Wahl. Solche Modelle sind überwiegend pulververschichtet oder verzinkt. Dadurch kann auch hier die Feuchtigkeit dem Material nichts anhaben. Somit eignet sich ein Metallregal u. a. auch für den Außenbereich, z. B. bei der Auslage in Gärtnereien oder im Open-Air-Bereich von Baumärkten.

Ebenso relevant ist natürlich das Material, aus dem die Böden gemacht sind. Häufig werden HDF-Holzfaserplatten verwendet, die hohen Belastungen standhalten können. Bei feuchten Waren – bspw. Farben, Ölen oder ähnlichem – raten wir Ihnen eher zu einem Metallgitter, so dass Verschüttetes leicht ablaufen und unten aufgewischt werden kann.

Generell gilt, dass ein Schwerlastregal so viel Stabilität aufweisen muss, dass Sie es theoretisch nicht an der Wand fixieren brauchen. Optional ist eine Verschraubung natürlich dennoch sinnvoll. Für die Festigkeit sorgen die Steck- oder Schraubverbindungen. Der Nachteil bei den Schrauben ist sicherlich der länger dauernde Aufbau und die Gefahr, dass die einzelnen Schrauben bei hohen Belastungen unbemerkt von Nutzer brechen können. Somit kann es zu einem Domino-Effekt kommen und der Aufbau an irgendeinem Punkt zusammenbrechen. Steckregale können hier in der Regel mehr leisten und sind zu bevorzugen, wenn Sie einen schnellen Auf- und Abbau wünschen.

Welche Arten von Regalsystemen gibt es?

Akten- und Büroregale
Das Papier ein enormes Gewicht erreichen kann, werden Sie bereits bei Umzügen mit schweren Bücherkisten bemerkt haben. Bei Aktenordnern liegt der Fall ähnlich. Ein richtiges Akten- und Büroregal muss daher möglichst stabil sein, sollte aber gleichzeitig nicht zu viel Raum einnehmen. Meist ist die Konzeption so, dass exakt die Tiefe eines standardmäßigen Ordners verwendet wird. Wichtig ist zudem die Erweiterbarkeit solcher Regalsysteme, denn eines ist gewiss: Aktenberge wachsen beständig.

Fahrregale
Sollen die Güter, die Sie aufbewahren möchten, beweglich sein, entscheiden Sie sich am besten für sogenannte Roll- bzw. Fahrregale. Diese verfügen über eine Reihe an Querstangen, welche Sie mit Boxen aus Plastik bestücken. Dorthinein legen Sie Kleinteile für den mobilen Einsatz.

Kragarmregale
Eine Besonderheit sind die Kragarmregale, welche sich hervorragend für lange Gegenstände wie Rohre, Holzplatten oder Stangen eignen. Genutzt werden dafür horizontale Kragarme, welche an vertikalen Stützen anmontiert sind. Böden gibt es in diesem Fall keine. Das Gewicht verteilt sich einfach der Länge nach auf die Kragarme. Viele der Modelle lassen sich dabei individuell erweitern oder ausziehen.

Palettenregale
Eine Alternative zu den Kragarmegalen sind die Palettenregale. Diese sind exakt auf Europaletten genormt und bieten Ihnen stets eine exakte Angabe darüber wie viele davon in einem Regalbereich Platz finden können. Typische Eigenschaften solcher Regale sind die immense Höhe, für welche Sie im Lager meist einen Gabelstapler benötigen sowie eine Tiefe von ca. 2 m. Optional können Sie Auflagestützen und Stützrahmen zu den Palettenregalen hinzukaufen, um die Sicherheit zu erhöhen.

Kastenregale
Kastenregale sind so konstruiert, dass Sie hier diverse Boxen unterbringen können. Die Kästen schieben Sie einfach in die dafür vorgesehenen Lücken hinein und füllen Sie mit verschiedensten kleineren Gegenständen. Optimal sind solche Lösungen bspw. für verschiedene Schrauben und Werkzeuge. In diesem Fall lassen sich oft sogar Rollen für den Transport anbringen. In diesem Fall sollte Sie so viele Kästen wie nötig und so wenige wie möglich anbringen.

Regale im Baukastensystem
Das Baukastensystem ist etwas für alle, die ein flexibles und wandelbares Regalsystem benötigen. Sie können es selbst zusammenbauen und dabei bspw. die Anzahl der Fächer und Böden variieren. Die Anleitung ist so gestaltet, dass selbst bei Nicht-Fachkräften eine sichere Montage möglich ist. Die Böden sind meist mit Kunststoff beschichtet, weswegen sie sich einfach säubern lassen. Regale im Baukastensystem finden daher oft Anwendung im medizinischen Bereich.

Schwerlastregale
Wenn Sie viele oder besonders schwere Gegenstände zu lagern haben, benötigen Sie in jedem Fall ein Schwerlastregal. Schauen Sie sich die exakte Angabe über die Belastbarkeit an, die in den Details zum jeweiligen Modell stets beschrieben sein muss. Wir sprechen hier von Bereichen, die mühelos 1.000 kg übersteigen. Üblicherweise wird dabei auf ein Stecksystem gesetzt, da dieses hohen Belastungen besser standhält als klassische Schrauben.

Weitspannregale
Bei Weitspannregalen geht es um die Lagerung von sperrigen und schweren Gütern. Sie verbinden in erster Linie ein großes Platzangebot mit einer enormen Belastbarkeit. Indem Sie einzelne Komponenten kaufen und diese ganz nach Wunsch spannen können, variieren Sie insbesondere die Weiten und Tiefen nach Belieben. Diese Regalsysteme lassen sich dabei auch einfach auf- und abbauen und gelten damit als die absoluten Allrounder in diesem Bereich.

Vorschriften und Sicherungen, die es zu beachten gibt

Im Bereich der Lagerung sind diverse Vorschriften in Bezug auf den Arbeitsschutz zu beachten. So müssen die Anlagen nach der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) der Norm DIN EN 14635 entsprechen, was einmal im Jahr von befähigten Mitarbeitern zu überprüfen ist. Daneben ist eine wöchentliche kleinere Sichtkontrolle vorzunehmen. Wenn Sie selbst nicht vom Fach sind, ziehen Sie sich einen externen Berater für die professionelle Prüfung der Schwerlastregale hinzu.

Besonders ist in den Bereichen auf Beschädigungen zu achten, wo häufig Gabelstapler und andere Flurförderfahrzeuge im Einsatz sind. Hier kann es durch Anstoßen zu einem beständigen Bruch der Substanz kommen. So eine Beschädigung ausgemacht ist, sollte diese bei Gefahr für Sicherheit und Arbeitsschutz umgehend dem Sicherheitsbeauftragten des Betriebs gemeldet werden. Es ist ein schriftlicher Bericht mit Aufbewahrungspflicht anzufertigen und eine Maßnahme zur Reparatur einzuleiten. Beschädigte Bauteile sind dabei wo möglich durch Originale zu ersetzen. Sollten die Schäden wiederholt auftreten, muss eine Ursachenforschung unternommen werden.

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