Frankenberg: 8. Sächsische Landesgartenschau beendet

Die 8. Sächsische Landesgartenschau in Frankenberg endete am 6. Oktober.

Dahliengarten auf der Sächsischen Landesgartenschau. Bild: Sächsische Landesgartenschau in Frankenberg/Sa.

Seit ihrer Eröffnung am 20. April 2019 zog die Großveranstaltung mehrere tausende Besucher in die sächsische Kleinstadt. Am 02. Oktober 2019 konnte die 400.000 Besucherin begrüßt werden. Damit wurde die ursprüngliche Zielvorgabe von 340.000 Besuchern deutlich übertroffen. Doch nicht nur touristisch war die Gartenschau ein voller Erfolg. Sie leistete auch einen wichtigen Beitrag für die Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft und für eine nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung in und um Frankenberg/Sa. „Der Einzelhandel und auch unsere Gastronomen konnten in den vergangenen sechs Monaten ein deutliches Umsatzplus verzeichnen.“, berichtet Bürgermeister Thomas Firmenich. Doch wie geht es nun weiter? Einige Garten- und Freizeitanlagen müssen zurückgebaut werden, der Großteil aber bleibt erhalten und kann von Bürgern und Besuchern der Stadt auch weiterhin genutzt werden.

Anlagen, die nach der Gartenschau weitergenutzt werden:

Viele Anlagen, die im Zuge der Landesgartenschau neu gebaut wurden, werden den Bewohnern und Besuchern der Stadt auch nach dem Großereignis weiter zur Verfügung stehen.

  • Dazu gehören im Geländeteil Zschopauaue die Plätze für Streetball und Volleyball, der Physikalische Spielplatz, der Sparkassen-Kletterpark (Niedrigseilklettergarten) sowie die enviaM-Kraftstrecke. Und auch weite Teile der Gartenanlagen um die ZeitWerkStadt bleiben erhalten. Dazu gehören vor allem die weniger pflegeintensiven Anpflanzungen wie der Garten der Giganten mit den Großstaudengewächsen, der Rhododendrengarten sowie der Naturgarten. Zusätzlich bleiben aber auch der Pharmazeutische Garten, der Heide- und Liliengarten als Daueranlagen erhalten. Die Bühnenüberdachung und auch die Bühne werden zurückgebaut. Was bleibt sind die Medienanschlüsse, so dass die technischen Voraussetzungen auch für künftige Großveranstaltungen vorhanden sind.
  • Auch die Paradiesgärten Mühlbachtal werden das Stadtbild Frankenberg/Sa. über die Gartenschau hinaus bereichern. Erhalten bleiben hier der Beitrag der Kleingärtner, der Steingarten, der Naturlehrpfad und die Imkerei. Auch die Sitzblöcke im Bereich des Paradiestreffs und die kunstvolle Beleuchtung im Durchlass bleiben bestehen.
  • Ebenso wird der aus 20 Kunstwerken bestehende Skulpturenpfad den Bürgern der Stadt erhalten bleiben. Die Plastiken und Skulpturen sind über die ganze Innenstadt verteilt und sollen an historische Begebenheiten und bedeutende Persönlichkeiten der Stadtgeschichte erinnern. Einwohner und Besucher können so die Historie Frankenbergs bei einem entspannten und zugleich lehrreichen Spaziergang erkunden. Beginnend mit der Skulptur „Der nacksche Mann“ am Marktplatz führt der Weg u.a. vorbei an der St. Aegidien-Kirche mit „Hochzeitbrunnen“ von dort zum Gymnasium mit „Martin Luther Denkmal“ und Heiner Müller-Büste durch den Friedenspark mit drei weiteren Skulpturen. Danach geht es weiter über die Sachsenstraße zum oberen Ende des Mühlbachtals. Entlang des Mühlbachs geht es weiter bis zum ehemaligen Kaufhaus Schocken und zum Dammplatz, von wo aus der Weg schließlich wieder zurück auf den Marktplatz mit drei weiteren Skulpturen führt. Den Schlusspunkt der Tour bildet die Plastik „Zigarrenrohr“, die an die einst erfolgreiche Zigarrenindustrie in Frankenberg erinnern soll.
  • Einen weiteren nachhaltigen, städtebaulichen Mehrwert hat Frankenberg/Sa. mit der neuen 262 m langen und 2,50 m breiten Schrägseilbrücke über die B169 erhalten. Die Rad- und Gehwegbrücke verbindet auf elegante Weise den neu entstandenen Naturerlebnisraum Zschopauaue mit seinen vielfältigen Sport-, Spiel- und Freizeitmöglichkeiten und das ebenfalls neu entstandene Teilstück des Zschopautal-Radweges mit der historischen Frankenberger Altstadt. Durch die neu geschaffene Verbindung wird die Innenstadt mehr belebt. Ein weiterer positiver Effekt der neuen Brücke: Radfahrern und Fußgängern wird nun eine viel sicherere Überquerung der verkehrsreichen Bundesstraße B169 ermöglicht.

Umbau der Blumenhalle zum Erlebnismuseum für Stadt- und Industriegeschichte – mit Namen Zeit.Werk.Stadt

Die Blumenhalle der Landesgartenschau wird vom Herbst bis Frühjahr 2020 zum Erlebnismuseum für Stadt- und Industriegeschichte umgebaut. Das Konzept sieht vor, dass Frankenberger „Bürger“ aus verschiedenen Epochen die Besucher begrüßen und sie mitnehmen auf eine interaktive Zeitreise durch die Stadt. Inhaltliche Schwerpunkte bilden dabei die Geschichte der Fahrzeugindustrie mit dem Barkas, der lange Zeit in Frankenberg gebaut wurde, sowie die Geschichte der Druckereien, Teppichweber und Zigarrenhersteller. Eine besondere technische Raffinesse ist der TimeCube (Zeitwürfel) mit seinen aufwendigen Rundum-Projektionen. Die Eröffnung des Museums ist für April 2020 geplant.

Leuchtende Paradiesgärten finden auch in den nächsten beiden Jahren in Frankenberg/Sa. statt

Die vierzehntägige Sonderveranstaltung „Leuchtende Paradiesgärten“ wird auch im Herbst 2020 und 2021 wieder in Frankenberg stattfinden. Immer mit Beginn der Dämmerung in den grauen Herbsttagen wird sich die Frankenberger Innenstadt mit dem Geländeteil „Mühlbachtal“ in eine phantastisch leuchtende Märchenlandschaft verwandeln. Dazu werden wie in diesem Jahr wieder zahlreichen Leuchtfiguren aufgestellt und die Natur und Stadtkulisse mit hunderten Scheinwerfern illuminiert. „Auf diese Weise wollen wir auch in den kommenden Jahren mehr Besucher nach Frankenberg/Sa. holen und damit Gastronomie und Einzelhandel in unserer Stadt unterstützen.“, erklärt Lutz Raschke, Geschäftsführer der Veranstaltungs- und Kultur GmbH Frankenberg/ Sa..

Ab- und Rückbau

Doch nicht alles von der Gartenschau wird bleiben. Der Ab- und Rückbau der nicht für die Dauer ausgelegten Anlagen begann bereits am Montag, 07. Oktober 2019. „Im Geländeteil Zschopauaue müssen im Wesentlichen die große Bühne mit Überdachung, das MDR-SACHSEN-Café, der Infopunkt in der Blumenhalle, der Haupteigang, der Gärtnermarkt und Rollstuhlverleih sowie die Toiletten und Kassenhäuschen zurückgebaut werden. Auch die Buswendeschleife vor der Blumenhalle wird zurückgebaut. Viele pflegeintensive Gartenanlagen – allen voran die 7 Themengärten, der Dahliengarten und die Fläche für Grabgestaltung werden in Wiese bzw. Blühwiese umgenutzt. Im Mühlbachtal betrifft der Rückbau v. a. die Kassenhäuschen, den Biergarten, die Nebenbühne und den Färbergarten. „So wollen wir die Instandhaltungs- und Pflegekosten des Geländes nach der Gartenschau für die Stadt Frankenberg so gering wie möglich halten.“ erklärt Jochen Heinz, Geschäftsführer der Landesgartenschau Frankenberg/Sa. gGmbH.

Investitionen für eine nachhaltige Stadtentwicklung

  • 25,5 Mio. wurden zur Vorbereitung der Gartenschau in Frankenberg/Sa. investiert
    Insgesamt wurden 25,5 Mio. Euro zur Vorbereitung des Großprojektes „8. Sächsische Landesgartenschau“ in Frankenberg/Sa. investiert. Über 4 Mio. davon hat die Stadt Frankenberg/Sa. allein gestemmt. Die übrigen 21 Mio. setzen sich aus Fördermitteln aus verschiedenen Programmen zusammen. Zu diesen gehören: Stadtumbau Ost, Städtebaulicher Denkmalschutz, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020, Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr für die Förderung von Straßen- und Brückenbauvorhaben kommunaler Baulastträger (RL KStB); Förderrichtlinie Gewässer/Hochwasserschutz (RL GH 2007) und die Förderung durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) „Gartenschau – Einzelfallförderung auf Grundlage von den Beschlüssen der Staatsregierung Nr. 05/0730 und 06/0017 der § 23 und 44 der Sächsischen Haushaltsordnung“. Von den insgesamt 25,5 Mio. Euro wurden 12,2 Mio. in den sogenannten „Kernbereich A“ investiert. Dieser umfasst den neu entstandenen Naturerlebnisraum Zschopauaue mit der Hauptbühne und seinen vielfältigen Sport- und Freizeitanlagen sowie die neu entstandene Schrägseilbrücke über die B169. Investitionen in Höhe von 7,0 Mio. Euro sind in den „Kernbereich B“ mit der Neugestaltung der Paradiesgärten Mühlbachtal und der ökologischen Aufwertung des Mühlbachs geflossen. Für den Neubau und die Sanierung von Straßen, Brücken und Plätzen im Stadtgebiet (Kernbereich C) wurden weitere 6,3 Mio. Euro aufgewendet.
  • 5,3 Mio. Euro kostete die Durchführung
    Für die Durchführung der Landesgartenschau stehen 5,313 Mio. Euro zur Verfügung. Davon stellt der Freistaat Sachsen 0,5 Mio. Euro bereit. Während der Durchführung wurden 97% der Aufträge an sächsische Unternehmen vergeben. So wurde beispielsweise der Auftrag für das Catering auf dem gesamten Gartenschaugelände an die GSM Gastro-Service- Mittelsachsen GmbH aus Freiberg erteilt. Der Auftrag für Wachschutz ging an RS-Dienstleistungen aus Zeithain und der Bühnenbau an die Firma Wonneberger aus Chemnitz.

Einnahmen übertreffen die Zielvorgaben?

Laut Wirtschaftsplan war die Zielvorgabe für die Landesgartenschau 237.000 Tageskarten sowie 4.920 Dauerkarten zu verkaufen. Am Ende werden es dank der hohen Besucherzahlen sogar über 260.000 verkaufte Eintrittskarten sein. „Wir freuen uns natürlich, dass die Gesamt-Besucherzahl höher als die Prognose ausgefallen ist, weil damit der Zuschuss für die Stadt Frankenberg geringer ausfallen wird.“, erklärt Bürgermeister Thomas Firmenich. (lgs-Frankenberg)

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