BBH: Tulpe ist Schnittblume des Monats Januar

Frische grüne Blätter, einzigartige Formen und leuchtende Farben: Die Tulpe (Tulipa) ist der ideale Start in das Jahr und perfekt, um sich frühzeitig ein bisschen Frühling ins Haus zu holen.

Die Tulpe steht im Januar auf der Blumenagenda. Bild: Tollwasblumenmachen.de.

Da die Blumenzwiebeln draußen etwas länger brauchen, um zur Blüte zu kommen, werden Tulpen, die als Schnittblumen angebaut werden, einer speziellen Behandlung unterzogen. Der Gärtner sorgt dafür, dass die Zwiebeln eine künstliche Winterperiode durchlaufen und bringt sie dann ins Gewächshaus. Dort herrschen höhere Temperaturen, sodass für die Tulpenzwiebeln scheinbar der Frühling gekommen ist und sie zu blühen beginnen. Im Gewächshaus werden die Zwiebeln also eigentlich hinters Licht geführt und „vorgetrieben”, damit Floristen und Konsumenten die Frühlingsblumen schon besonders frühzeitig genießen können.

Herkunft

Die Tulpe ist ursprünglich im Iran, in Afghanistan und in Kasachstan heimisch. Nomaden nahmen die Zwiebeln mit in die Türkei, wo die Blume unglaublich populär wurde. Osmanische Sultane trugen eine Tulpe als Symbol an ihrem Turban. So ist die Bezeichnung „Tulpe” vom persischen „tulipan” abgeleitet, was „Turban” bedeutet. Heute werden Tulpen vor allem mit den Niederlanden in Verbindung gebracht, dem größten Lieferanten von Tulpen als Zwiebeln und als Schnittblume.

Sortimentsauswahl

Mit über 600 Sorten ist die Auswahl bei Tulpen riesig. Die meisten Blüten sind einfarbig, aber es werden auch Tulpen angeboten, deren Blüten geflammt sind, die farbige Streifen oder andersfarbige Ränder haben. Die Klassifizierung der Tulpen basiert auf der Blütenform: einfach oder gefüllt, Papageien-Tulpen, lilienblütige Tulpen oder solche mit gefranstem Rand, die Crispa-Tulpen. Eine Besonderheit sind stark gefüllte Tulpen, die an Pfingstrosen erinnern.

Worauf sollten Sie beim Kauf von Tulpen achten?

-Das Gewicht bestimmt das Aussehen der Tulpe. Aus großen Zwiebeln entwickeln sich die schwersten Tulpen mit den größten Blüten.
-Länge und Reifegrad müssen im Gleichgewicht zueinander stehen. Der Reifegrad wird in Zahlen von 1 (unreif) bis 5 (reif) angegeben.
Beim Kauf von Tulpen müssen die Blumen frei von Schädlingen und Krankheiten sein. -Die Tulpe kann manchmal Botrytis (Pocken) oder gelbe Blattspitzen aufweisen. Wenn sich schwache, glasige Stellen am Stiel befinden, spricht man von Kippern oder Wasserstielen, die nicht fest in der Vase stehen können.
-Einige Produzenten behandeln Tulpen vor, um das Streckungswachstum der Stiele zu reduzieren und einer Vergilbung der Blätter entgegenzuwirken.

Pflegetipps für Profis​

-Lagern Sie Tulpen so kurz wie möglich. Eine kühle Lagerung verhindert die Reifung. Eine Lagertemperatur von 2-5°C ist am besten geeignet.
-Bei der Ankunft im Geschäft die Tulpen fest in Papier eindrehen und in wenig Wasser eine Zeitlang aufrecht in einen Eimer stellen. Dadurch wird verhindert, dass sie krumm weiterwachsen.
-Schneiden Sie den weißen Teil am Ende des Stiels ab, dies erleichtert der Blume die Wasseraufnahme.
-Arbeiten Sie sauber und trocken, vermeiden Sie Kondenswasserbildung oder stehende Nässe an Blüten und Blättern, da dies die Gefahr von Botrytis-Befall erhöht, was den Zierwert stark mindern kann.
-Schnitttulpen können noch 5 bis 15cm weiterwachsen, was man bei der Verarbeitung in Sträußen und Arrangements berücksichtigen sollte.
-Tulpen kann man nur mit Narzissen kombinieren, wenn man dem Wasser Chrysal für Zwiebelblumen hinzufügt.

Präsentationstipps für Profis

Bilden Sie im Einzelhandel oder im Fachgeschäft Farbblöcke, indem Sie die Bunde nach Farben sortiert aufstellen. Geben Sie besonderen Sorten einen extra Standort, um zu unterstreichen, dass es sich um Spezialitäten handelt. In diesem Jahr sind entweder sehr klassische oder sehr moderne Arrangements im Trend. Stellen Sie sich bei der klassischen Präsentation die Atmosphäre eines alten Stilllebens vor: tiefe, satte Farben in einem Krug oder Topf aus Steingut oder in einer Tulpenvase. Der moderne Stil ist voller humorvoller Anspielungen: Tulpen, die nur mit den Blüten über den Rand einer blickdichten Vase schauen oder so tief in einer transparenten Vase stehen, dass es fast wie ein Terrarium aussieht. Aufgrund ihrer glatten Stiele sind Tulpen ideale Einstiegsblumen für Millennials und Centennials, die sich mit Blättern und Dornen unwohl fühlen. Entfernen Sie einen Teil des Grüns und präsentieren Sie Tulpen einzeln in kleinen Flaschen und Gläsern, um mit einem Instagram-würdigen Erscheinungsbild diese neue, interessante Zielgruppe anzusprechen.

Pflegetipps für Konsumenten

-Tulpen wachsen in der Vase weiter, es ist daher wichtig eine Vase auszuwählen, die einen stabilen Stand hat.
-Die saubere Vase sollte mit reichlich kaltem Leitungswasser gefüllt werden. Geben Sie dann Schnittblumennahrung dazu.
-Es sollten sich keine Blätter im Wasser befinden. Werden überflüssige Blätter entfernt, bleibt das Wasser sauber. Von den Stielenden werden 2-3cm abgeschnitten.
-Die Vase steht am besten an einem kühlen Standort ohne Durchzug, nicht in der Sonne oder neben einer Wärmequelle. Auch die Nähe von Früchten sollte vermieden werden, da Reifegase, das Aufblühen der Blüten beschleunigen.
-Tulpen nehmen recht viel Wasser auf, also muss der Wasserstand in der Vase regelmäßig kontrolliert und hin und wieder kaltes Leitungswasser hinzugefügt werden.
-Lassen die Tulpen die Köpfe hängen? Dann einfach neu anschneiden, in festes Papier einschlagen und für eine Stunde, aufrecht stehend, Wasser aufnehmen lassen. Danach sind sie wieder fest und stehen gerade in der Vase.

Inspiration & Information

Von jeder Blume auf der Blumenagenda wurden inspirierende Fotos gemacht, die sich an den aktuellen Trends für die Grüne Branche, den Groenbranche Trends 2019, orientieren. Diese Trends übertragen die neuesten Konsumententrends speziell auf den grünen Sektor – und das für Haus und Garten.

Kommentare (0)

Bisher sind keine Kommentare zu diesem Artikel erstellt worden.