Buchsbaum: Schadpilz Cylindrocladium buxicola

Massiver Blattfall, teilweise noch punktuell, oft aber auch flächendeckend - vielerorts bietet sich bei Buchsbäumen (Buxus microphylla und B. sempervirens) auf Friedhöfen und in Gärten ein trauriges Bild.

Mit Cylindrocladium buxicola befallener Buchsbaum.

Vielerorts bietet sich bei Buchsbäumen (Buxus microphylla und B. sempervirens) auf Friedhöfen und in Gärten ein trauriges Bild: massiver Blattfall, teilweise noch punktuell, oft aber auch flächendeckend.

Das ist oft das Ergebnis einer Infektion mit dem Schadpilz Cylindrocladium buxicola (kein deutscher Name). „Sobald eine etwa fünfstündige Blattnässe gegeben ist, kann Cylindrocladium buxicola die Blätter und Triebe des Buchsbaums infizieren. Der Pilz dringt in das gesunde Pflanzengewebe ein und das auch ohne Verletzung der schützenden Oberfläche“, sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock.

Unter den diesjährigen feuchtwarmen Bedingungen, wie sie schon fast den ganzen Sommer in M-V lang herrschen, traten Infektionen frühzeitiger und auch heftiger als in den Vorjahren auf. Erste Krankheitsanzeichen sind orange-bräunliche Flecken auf den Blättern. Bald danach werden die Blätter hellgrau und fallen ab. Ein sicheres Erkennungszeichen dieser Krankheit sind schmale schwarze Striche auf den jungen grünen Trieben. Teile der Pflanze sterben oft ab. Oft ergrünen befallene Buchsbäume im Frühling wieder, so dass man glauben könnte, die Krankheit sei überwunden. Doch im Spätsommer bei feuchtwarmer Witterung bricht der Blattfall erneut aus. Einmal erkrankte Buxus werden nicht wieder gesund.

Die Sporen auf den abgefallenen Blättern werden vom Wind verweht und stecken so gesunde Pflanzen in der Umgebung an. Außerdem bildet der Schadpilz Dauersporen, die das Erdsubstrat mindestens vier Jahre lang verseuchen.

Deshalb ist es nicht ratsam, neuen Buchsbaum in eine verseuchte Pflanzstelle zu setzen.

Was kann man tun?

Schon beim Kaufen sollten Verbraucher darauf achten, dass die Pflanzen augenscheinlich gesund sind. Die Buchssorten sind auch unterschiedlich anfällig für den Pilz. „Lassen Sie sich dazu im Fachhandel beraten“, sagt Feldhusen.

Da Blattnässe eine wichtige Voraussetzung für die Infektion ist, sollten bei der Pflanzung windoffene, sonnige Lagen bevorzugt werden, um das Abtrocknen der Pflanzen zu fördern. Zusatzbewässerung ist besser direkt an die Wurzel zu geben, das Wasser nicht über das Laub gießen. „Entfernen Sie erkrankte Pflanzen zusammen mit dem herabgefallenen Laub und vernichten Sie beides über den Restmüll oder die professionelle Kompostierung, eine Heißrotte. Auch ein Verbrennen, sofern erlaubt, oder tiefes Vergraben ist möglich“, rät Feldhusen. Noch gründlicher geht man vor, wenn die oberste Erdschicht ebenfalls entfernt wird.

Verwendete Geräte und Werkzeuge sowie Schuhe und Hände sollten nach dem Arbeiten an erkrankten Pflanzen gereinigt und möglichst desinfiziert werden. „Versuche mit Pflanzenschutzmitteln zeigen, dass die Anwendung von Fungiziden nur vorbeugend sinnvoll ist. Sind bereits Symptome eines Befalls sichtbar, ist eine Spritzung zwecklos,“ weiß Feldhusen. „Dann sind zunächst die genannten Hygienemaßnahmen zu ergreifen.“

Hintergrund

Die schwerwiegende Erkrankung an Buchsbäumen stammt aus Neuseeland und hat seit dem ersten dokumentierten Auftreten in Deutschland im Jahr 2004 eine große Bedeutung erlangt. Sowohl in Baumschulen als auch in privaten und öffentlichen Gartenanlagen, in Parks und auf Friedhöfen ruft der Befall mit dem Pilz Cylindrocladium buxicola teilweise verheerende Schäden hervor. Der Pilz wächst ausschließlich in Pflanzen aus der Familie der Buchsbaumgewächse (Buxaceae).

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