Van der Voort Potplanten: Erfahrungen mit Erdwärme

Seit drei Monaten nutzt Van der Voort Potplanten die Erdwärme aus der Quelle von Trias Westland. Erwin Duijvestijn: Erdwärme ist für uns jetzt die Nummer 1.

Der Wärmetauscher bei Topfpflanzenzüchter Van der Voort. Bild: Trias Westland.

Die Herausforderung für die an Trias Westland angeschlossenen Gärtner besteht darin, die Wärme des geothermischen Wassers so weit wie möglich zu nutzen. Der Topfpflanzenzüchter Van der Voort fand eine intelligente Lösung. Grund genug, General Manager Erwin Duijvestijn nach seinen Erfahrungen der letzten Monate zu fragen.

Seit drei Monaten nutzt Van der Voort die Erdwärme aus der Quelle von Trias Westland, etwa eineinhalb Kilometer entfernt in Naaldwijk. Die frische Asphaltschicht auf der Zwethlaan in Honselersdijk "verrät" die Anwesenheit des unterirdischen Wärmenetzes.

Zwei schwarze Rohre führen über den angrenzenden Graben und versorgen den Betrieb mit Warmwasser. In einer Produktionshalle zeigt Geschäftsführer Erwin Duijvestijn stolz die seit Juli in Betrieb befindliche Anlage mit glänzenden Rohrleitungen und Wärmetauscher.

Das Familienunternehmen baut Topfpflanzen an. Spathiphyllum ist das wichtigste Produkt. Etwa sechs Hektar Gewächshäuser sind mit der charakteristischen Pflanze mit ihren länglichen weißen Blütenkelchen gefüllt. Die Löfflerpflanze ist wegen ihrer luftreinigenden Kräfte beliebt und reist vom Westland aus in alle Welt, vom Samen bis zur erwachsenen Pflanze. Die Wärme, die das Wachstum der Spathiphyllum stimuliert, kommt seit kurzem hauptsächlich aus der Geothermie.

Duijvestijn, der seit seiner Kindheit im Gartenbau tätig ist, ist begeistert von der Nutzung der nachhaltigen Wärme aus den unterirdischen Quellen. "Ich sehe, dass sich in unserer Branche eine neue Denkweise herausbildet. Wir erwarten uns davon in unserem Unternehmen viel. Die Geothermie ist derzeit noch ein kompliziertes Puzzle. Ein BHKW und ein Gaskessel können ein- und ausgeschaltet werden. Die Geothermie kommt in 24 Stunden am Tag, das ganze Jahr über. Daher muss man in der Lage sein, das System effizient zu steuern. Wir haben gerade erst angefangen, aber wir kommen immer mehr damit in Berührung. Nach einem Jahr Betrieb wird es sicherlich reibungsloser laufen."

Van der Voort verfügt derzeit über einen Anschluss an das Wärmenetz mit einer Leistung von 1,25 MW (vergleichbar mit 142 Kubikmetern Gas pro Stunde). In den heißen Monaten des Jahres muss das Unternehmen kein Erdgas einsetzen. In den Wintermonaten kann die Geothermie etwa 20% der Wärmeversorgung decken, erwartet Duijvestijn. "Die Geothermie ist für uns heute die Nummer eins. Unser Wärmetauscher kann sogar 2,5 MW erreichen, so dass unsere Möglichkeiten bei weitem nicht begrenzt sind. Wir haben noch viele Erfolge vor uns."

Umwelteffizienz

Die Herausforderung für Van der Voort besteht, wie für die 25 anderen Gärtner in Trias Westland, darin, möglichst viel Wärme aus dem zugeführten geothermischen Wasser zu gewinnen und so viel Kaltwasser wie möglich in das Wärmenetz zurückzuführen. Das aus dem tiefen Untergrund gewonnene Wasser wird bei einer Temperatur von 85 Grad an die Landwirte abgegeben. Eine Rücklauftemperatur von 35 Grad ist erforderlich. "Jeder Grad, den man daraus zieht", sagt Duijvestijn, "ist reiner Gewinn. Erstens, die Umweltausbeute. Und je mehr Wärme wir gewinnen, desto mehr SDE+ Zuschüsse erhält Trias, was wiederum für uns alle gut ist."

Zusammen mit seinem Installateur fand Van der Voort eine intelligente Lösung. Das Unternehmen übernahm das interne Wärmenetz, das sich unter den Tischen mit den wachsenden Spathiphyllum erwärmt. "Wir haben das Subnetz um dickere Rohre erweitert, insgesamt neun Kilometer", erklärt Duijvestijn. "Wir können jetzt die Erdwärme zweimal nutzen. Zuerst führen wir das Warmwasser durch die neuen Rohre und dann wieder durch die alten dünneren Rohre. Auf diese Weise können wir das Wasser auf 23 Grad herunterkühlen, manchmal sogar auf 22 Grad. Das gekühlte Wasser wird über eine Kaskade direkt in den Wärmetauscher zurückgeführt. Wir wollen verhindern, dass das Wasser in den heißen Verteiler der Anlage gelangt. In diesem Fall würde es sich zu stark erwärmen. Das System funktioniert gut, das wissen wir jetzt sicher. Ziel ist es, die Rücklauftemperatur zu stabilisieren. Auf lange Sicht, so erwarte ich, wird das sicher gelingen." Van der Voort erwartet, durch die Nutzung der Geothermie 10 bis 15% mehr Effizienz erreichen zu können. "Das ist unser Ziel. Wir sind ein dynamisches Unternehmen, das stark investiert. Unsere Branche ist in vollem Aufschwung. Viele neue Erkenntnisse und Technologien kommen hinzu. Geothermie ist ein so schönes und neues Thema".

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