BEE: Reaktion auf Strategie-Entwurf der EU

Der Entwurf der EU-Kommission für langfristige Emissionsreduzierung greift viel zu kurz, findet der Bundesverband Erneuerbare Energie.

Bundesverband Erneuerbare Energie

Die EU-Kommission hat einen Strategie-Entwurf vorgelegt, wie sie langfristig – bis 2050 – den europaweiten Treibhausgasausstoß reduzieren will. „Die Langfrist-Strategie soll wegweisend für die Dekarbonisierung der europäischen Wirtschaft bis zum Jahr 2050 sein und den Emissionsausstoß soweit reduzieren, dass die Pariser Klimaschutzbeschlüsse – den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2°C zu begrenzen – erreicht werden. Der heute vorgelegte Entwurf wird dieser Zielsetzung nicht gerecht“, kritisiert Dr. Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE).

Nicht zuletzt der jüngste IPCC-Bericht habe einmal mehr eindringlich gezeigt, dass die internationale Staatengemeinschaft schnell und entschlossen handeln muss. „Wenn wir die globale Erwärmung in einem für Mensch und Natur verträglichen Bereich halten wollen, müssen wir alles dafür tun, um den Anstieg um 1,5 Grad nicht zu überschreiten. Der Entwurf der EU-Kommission wird diesem Ziel nicht gerecht.“ Dabei kritisiert der BEE vor allem, dass keine Zwischenziele definiert wurden. Peter: „Ohne ambitionierte Meilensteine für die Jahre 2030 und 2040 ist die Gefahr groß, dass das 2050-Ziel am Schluss nur ein Lippenbekenntnis bleibt.“ Für effektiven Klimaschutz sei ein schneller Umstieg von fossilen Energieträgern auf Erneuerbare Energien daher zwingend. Erneuerbare haben alleine im Jahr 2017 177 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente in Deutschland eingespart. „Im Jahr 2050 müssen sie die dominierende Energiequelle in Europa und weltweit sein, wenn der Klimaschutz eine Chance haben soll.“

Erneuerbare Energien böten zudem die große Chance, die europäischen Volkswirtschaften zu modernisieren sowie durch Innovation und eine zukunftsgerichtete Industrie alleine in Europa zusätzlich zu den heute vorhandenen gut 1 Millionen Arbeitsplätzen schon bis 2030 ein bis zwei Millionen zusätzliche Jobs zu schaffen. „Erneuerbare Energien sind heute schon fast überall die kostengünstigste Option für neu-installierte Kapazitäten, in einigen Ländern sind sie sogar heute schon günstiger als bestehende fossile Kraftwerkwerke. Erneuerbare Energien-Technologien werden weiter dazu beitragen, Europas Innovationspotenzial zu heben und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.“ Die EU-Kommission gehe zudem zu Recht davon aus, dass ein starker Ausbau Erneuerbarer Energien zur EU-weiten Einsparung von Energieimporten in Höhe von einigen Billionen Euro führen würde. Eine zielstrebig verfolgte Energiewende begrenze die Folgen des Klimawandels und verbessere die Luftqualität – und somit die Lebensqualität der Menschen, so Peter. (BEE)

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