Schleswig-Holstein: Baumschulen informieren Politik und Wirtschaft

Der Landesverband Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V. führte am 28. Januar 2019 seine Mitgliederversammlung im Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer S-H in Ellerhoop durch.

Volles Haus bei Mitgliederversammlung der Schleswig-Holsteiner Baumschulerim Gartenbauzentrum Ellerhoop. Bild: Mario J. Wienert, BdB SH.

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Die Mitglieder des Berufs- und Wirtschaftsverband der 300 Baumschulen im Lande bestätigten das Vorstandsmitglied John-Hermann Cordes, Holm, durch Wiederwahl im Amt. Die Baumschulen im Norden sind traditionell im Pinneberger Baumschulland konzentriert, beschäftigen rund 3.000 Mitarbeiter und erzielen einen jährlichen Produktionswert von ca. 200 Mio. EURO.

Guter Herbstversand nach dem Hitzesommer 2018 macht Lust auf mehr Herausforderungen und Perspektiven der Verbandspolitik für 2019

Axel Huckfeldt, Vorsitzender des BdB Schleswig-Holstein, konnte viele Ehrengäste aus Landtag und Kreistag, Bürgermeister und Vertreter aus Verwaltung und Wirtschaft zur Wintertagung seines Verbandes begrüßen. Zunächst erinnerte er an das Hitze- und Dürrejahr 2018, das vor allem in Baumschulen mit Freilandproduktion zu erheblichen Schäden an den Kulturen und betrieblichem Mehraufwand führte. Huckfeldt: „Die Schäden an unseren Kulturen durch die extreme Nässe im Herbst 2018 und die extreme Hitze und Trockenheit im Sommer 2018 sind enorm. Sie werden die Betriebe noch einige Jahre belasten, da unsere Gehölze Produktionszeiten von bis zu 10 Jahren und länger haben. Die Dürrehilfe der Bundesregierung konnte auch aus diesem Grund nur von den allerwenigsten Baumschulen beantragt werden. Wir fordern daher nach wie vor als Hilfe zur Selbsthilfe eine steuerfreie Risikorücklage einzuführen. Die aus dem Klimawandel resultierenden Risiken werden sonst von den Betrieben nicht mehr zu kompensieren sein!“

Der sehr spezielle Witterungsverlauf 2018 zeitigte auch Wirkung beim Absatz: 6 Monate Sommer führten zu einer gebremsten Nachfrage sowohl bei öffentlichen als auch privaten Auftraggebern. Dagegen entwickelten sich die Märkte im Spätherbst sehr erfreulich. Huckfeldt: „Nach der katastrophalen Hitze und Dürre im Sommer 2019 stimmt uns ein gutes Herbstgeschäft versöhnlich. Insbesondere der Abfluss im November war hervorragend! Allerdings muss das Geschäft nun auch im Frühjahr so gut weiterlaufen, um das Geschäftsjahr (1. Juli 2018 bis 30. Juni 2019) am Ende als gut bezeichnen zu können.“ Gehölze – von der Rose bis zum Alleebaum – sind als Produkt für eine lebenswerte Umwelt unverzichtbar. Mit weiterer Verdichtung der urbanen Lebensräume wird die Bedeutung unserer Pflanzen für den Menschen auch noch weiter steigen. In Europa entstandene Überkapazitäten scheinen im Abbau begriffen. Die Preise in den meisten Sortimenten erholen sich; erforderliche Preiserhöhungen können durchgesetzt werden. Nach den Branchentreffen Anfang Januar bei der BdB-Wintertagung in Goslar und letzte Woche auf der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen wagte Huckfeldt eine optimistische Zukunftsprognose für 2019: „Für die Zukunft sind wir optimistisch, weil wir ein zukunftsträchtiges Produkt haben, dessen Bedeutung mit Fortschreiten des Klimawandels und der Urbanisierung noch steigen wird! Mengenabsatz und Preise werden wieder steigen.“

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