Italien: Hohe Nachfrage nach Landmaschinen

Im Jahr 2022 dürfte sich der italienische Landmaschinenmarkt auf einem guten Niveau halten, auch dank der vorhandenen Anreize und Finanzierungsmöglichkeiten. In der Industrie hingegen dürften die Rohstoff- und Energiekosten die Produktion drosseln und die Maschinenpreise deutlich erhöhen.

Die Nachfrage nach Landmaschinen in Italien wird im Jahr 2022 hoch bleiben. Bild: GABOT.

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Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Landmaschinen in Italien im Jahr 2022 hoch bleiben wird, aber die Kosten für industrielle Materialien bedrohen die Produktionskapazitäten der Hersteller. Dieses Szenario wurde jetzt in Verona auf der Pressekonferenz von FederUnacoma, dem Verband der in der Confindustria zusammengeschlossenen Hersteller, beschrieben. "Der Markt für Landmaschinen und -ausrüstungen kann von vielfältigen und kumulativen öffentlichen Anreizen profitieren", so der Präsident der FederUnacoma, Alessandro Malavolti, auf der Konferenz, "und dies sollte die Investitionen der führenden Unternehmen fördern".

"Im selben Jahr werden Steuergutschriften für 4.0, Mittel für die Entwicklungspläne für den ländlichen Raum, das Sabatini-Gesetz, die ISI-Inail-Ausschreibung und das NRRP zur Verfügung stehen. Die Finanzierung von 4.0 wird 2022 nach den gleichen Parametern wie im letzten Jahr erfolgen", erklärte Malavolti, "mit Steuergutschriften in Höhe von 40% der Kosten für Investitionen bis zu 2,5 Mio. Euro und Gutschriften in Höhe von 20% bzw. 10% für Investitionsbänder bis zu 10 bzw. bis zu 20 Mio. Euro."

Was die Entwicklungspläne für den ländlichen Raum betrifft, so werden 2022 zusätzliche Mittel zur Verfügung stehen, bis 2023 der neue Siebenjahreszeitraum beginnt, in dem der Übergang von der derzeitigen regionalen Verwaltung zu einer zentralen Verwaltung auf nationaler Ebene erfolgt, die eine effizientere Verwaltung der Mittel ermöglicht. Das Sabatini-Gesetz für die Bankfinanzierung von Investitionsgütern, die ISI-Inail-Ausschreibung für den Kauf von Fahrzeugen mit hohen Sicherheitsstandards und der Nationale Konjunktur- und Resilienzplan, der in vollem Umfang in Kraft treten dürfte, vervollständigen die Palette der Möglichkeiten für den agro-mechanischen Sektor.

Während der Landwirtschaftssektor bei der Anschaffung von Ausrüstungsgütern gut unterstützt zu sein scheint - darauf wurde auf der Konferenz hingewiesen -, ist es der industrielle Teil, der starke kritische Probleme aufweist, die die Fähigkeit, die Nachfrage zu befriedigen, gefährden. Die Produktionskosten in der Industrie steigen dramatisch, sowohl für Materialien als auch für Energie. Die Preise für Industrierohstoffe erreichten im Mai den höchsten Anstieg seit 25 Jahren (+114%) und gingen dann wieder leicht zurück, obwohl die Preise immer noch sehr hoch sind. Betrachtet man einige Rohstoffe, so ist im Zeitraum April 2020-Dezember 2021 ein Anstieg von 89% bei Kupfer, 85% bei Aluminium und 38% bei Eisen zu verzeichnen. Bei den Energieträgern stieg der Preisindex bereits vor der Krise in der Ukraine stark an: Im Dezember 2021 um 90% gegenüber Januar und um 1050% gegenüber April 2020.

Betrachtet man die einzelnen Posten, so ist Erdgas von April 2020 bis Dezember 2021 um 1.692% gestiegen (und droht aufgrund der Krise mit Russland noch stärker zu wachsen), während Rohöl der Sorte Brent um 218% und Kohle um 152% gestiegen ist. "Noch nie war es so offensichtlich wie heute", so Malavolti, "dass die Wirtschaft auch im Zeitalter der Globalisierung der Märkte und der Versorgung von der geografischen Lage der Ressourcen und der Konfiguration der Handelswege abhängt".

Die Europäische Union muss 98% der Seltenen Erden aus China, 87% des Lithiums aus Australien und 71% des Platins aus Südamerika importieren. Insgesamt ist China heute der wichtigste Lieferant kritischer Rohstoffe für die Europäische Union, während das Problem der Gasversorgung, die weitgehend von Russland abhängt, in den letzten Tagen in aller Deutlichkeit zutage getreten ist. "Diese Situation belastet alle Industriesektoren", so Malavolti abschließend, "bedroht aber vor allem den Maschinenbau, der in besonderem Maße Eisenwerkstoffe und Polymere einsetzt". (FederUnacoma)

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