IG BAU: Kein Sozialdumping für Erntehelfer

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt kritisiert die neue Regelung für Georgier.

Im Schnitt arbeiten rund 280.000 Erntehelfer im Jahr in Deutschland.

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Als „staatlich verordnetes Sozialdumping“ bezeichnet der Vizechef der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt Harald Schaum die Absicht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie der Bundesagentur für Arbeit, rund 5.000 Georgier für die Spargelernte in diesem Jahr einzusetzen.

„Da man für die Knochenarbeit wohl in der EU nicht mehr fündig wird, holt man sich jetzt im Verbund mit den landwirtschaftlichen Arbeitgebern Kräfte aus einem Drittstaat. Und das 'Beste' ist, sie müssen für ihre Hin- und Rückflüge auch noch selbst aufkommen“, sagt Schaum, der für den Bereich Agrar bei der Gewerkschaft zuständig ist. Nach einer Richtlinie der EU kann die Bundesregierung den bäuerlichen Betrieben vorschreiben, die Reisekosten für die Erntehelfer zu übernehmen. Schon seit langer Zeit wehrt sich die IG BAU dagegen, dass sogenannte Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland 70 Tage, im vergangenen Jahr waren es sogar 115 Tage, in Deutschland arbeiten, ohne sozialversichert zu sein. Zudem bekommen sie lediglich den Mindestlohn in Höhe von 9,50 Euro die Stunde, von dem noch Abzüge möglich sind. „Es ist immer wieder dasselbe: Die Erntebetriebe versuchen an den Lohnkosten zu sparen, wie es irgendwie nur geht, um noch höhere Gewinne zu erzielen. Und der Staat hilft auch noch dabei“, sagt Schaum.

Im Schnitt arbeiten rund 280.000 Erntehelfer im Jahr in Deutschland, unter anderem stechen sie Spargel, ernten Erdbeeren und Gurken und übernehmen die Weinlese. (IG BAU)

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