Azerca: Züchtungsausschuss tagte in Bad Zwischenahn

Im Züchtungsausschuss der Sondergruppe Azerca im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) zeigte sich beim internen Austausch am 22. Oktober 2018 in Bad Zwischenahn die Tendenz, verstärkt späte Callunensorten ins Sortiment aufzunehmen. Auch eine Abstimmung der Sorten auf die Anbauregion diskutierten die anwesenden Züchter.

Die gemeinsame Bonitur der über 40 angemeldeten neuen Callunensorten war sowohl für die Züchter als auch den Arbeitskreis Heide Anlass für einen interessanten Erfahrungsaustausch. Bild: Azerca/Hiedl.

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Bei den Azaleenneuheiten lohnt sich weiterhin keine Anmeldung um Sortenschutz und damit Neuerung auf dem Markt, berichteten die Azaleenzüchter. Bei dem jährlichen Treffen des Züchtungsausschusses in der Lehr- und Versuchsanstalt Bad Zwischenahn waren zahlreiche Experten geladen.

Dr. Burkhard Spellerberg, Bundessortenamt Hannover, erläuterte das aktuelle Verfahren der Sortenschutzanerkennung. Auf der Freifläche in Bad Zwischenahn bonitierten die Züchter zusammen mit Mitgliedern des Arbeitskreises Heide über 40 neue Callunensorten und tauschten hierbei Erfahrungen aus. Eine Weiterführung der Sortenversuche an diesem Standort halten alle Züchter für unbedingt notwendig, auch aufgrund der neutralen und fachkundigen Bewertung der Lehr- und Versuchsanstalt. Maßnahmen zur Erhöhung der Keimraten empfahl Prof. Annette Hohe, Fachhochschule Erfurt. Sie informierte zudem über die Entwicklung des ehemaligen Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau in Erfurt. Die Züchter zeigten sich erleichtert, dass die fachlichen Kompetenzen am Standort erhalten bleiben. Mit den Vertretern des Pflanzenschutzamtes in Oldenburg, Dr. Thomas Brand und Frank Lehnhoff, diskutierten die Züchter über bodenbürtige Schaderreger und eine mögliche Übertragung von Erregern von Colletotrichum und Glomerella durch Insekten. Dr. Elke Ueber, Versuchsleiterin Zierpflanzenbau in Bad Zwischenahn, berichtete hierzu über eine erweiterte Untersuchung mit der Hochschule Osnabrück. In ihren Versuchen zur Wurzelbildung bei Callunen in Abhängigkeit von der Düngung der Mutterpflanze zeigte sich, dass die Sorte einen wesentlich größeren Einfluss auf die Stecklingsbewurzelung hat, als die Düngung.

Mit zahlreichen Torfersatzstoffen wurden gute Ergebnisse in der Callunenkultur erzielt. Eine anteilige Torfreduzierung im Substrat halten die Praktiker für sinnvoll, allerdings mangele es an geeigneten Ersatzstoffen. Das nächste Züchtertreffen wird am 21. Oktober 2019 in Hannover beim Bundessortenamt stattfinden. (ZVG/Azerca)

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