ZinCo/Garten Moser: Großprojekt in München

Das Münchner Technologiezentrum MTZ zeigt sich innovativ: Hightech und Synergieeffekte auch auf den Dächern. Nachhaltigkeit und Synergieeffekte durch Kombination von Dachbegrünung und Photovoltaik.

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Im Nordwesten der Münchner Innenstadt unmittelbar angrenzend an die olympischen Sportanlagen entsteht der Technologiepark Moosach, genannt „M-Campus“ mit insgesamt ca. 80.000 m² Büro- und Geschäftsfläche. Im ersten Bauabschnitt von 2006 bis 2008 bildete der Neubau des Technologiezentrums MTZ den Auftakt.

Bei dem Bau wurde auf eine sehr ökonomische und funktionale, aber auch höchsten ökologischen Ansprüchen gerecht werdende Bauweise und Architektur geachtet. Die Gebäudestruktur ist modular: insgesamt acht Baukörper sowie Gartenbereiche und Innenhöfe zwischen den Gebäudemodulen sind zu einem einheitlichen Raster entwickelt und definieren den modernen Charakter des Existenzgründerzentrums MTZ.

Zahlreiche innovative Firmen haben inzwischen in diesem Technologie-Umfeld ihren Standort gefunden. Und Hightech befindet sich auch auf den Dächern des Gebäudekomplexes: abgesehen von der Technikzentrale, die sich auf einem der acht Gebäudedachflächen befindet, wurde auf allen sieben anderen Gebäudedächern eine Photovoltaik-Anlage mit einer Gesamtleistung von 66,85 kWp installiert. Diese produziert im Jahr ca. 72.700 kWh Strom aus Sonnenenergie und erspart damit der Atmosphäre ca. 47 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.

Eine extensive Dachbegrünung bildet das natürliche Pendant und begünstigt zudem die Leistungsfähigkeit der Solartechnik, da der Begrünungsaufbau für eine vergleichsweise niedrigere Umgebungstemperatur sorgt. Außerdem trägt die Begrünungsauflast ihren Teil zur Standfestigkeit der Solaranlage bei – Synergie pur.

Innovative Bautechnik vereint Solar und Grün

Für die geplante Kombination Photovoltaik und Dachbegrünung hielt der Dachbegrünungshersteller ZinCo die bautechnische Lösung parat: die Gründach-geeignete Solarbasisplatte® SB 200 zur Solaraufständerung. Zuallererst wurde auf die wurzelfeste, bituminöse Dachabdichtung die Speicherschutzmatte SSM 45 vollflächig verlegt. Für die spätere Photovoltaikanlage wurden sämtliche Dachflächen mit den Solarbasisplatten ® SB 200 belegt. Insgesamt 815 Platten wurden verteilt auf die sieben Gebäudedachflächen in einem flächigen Verbund in der Größenordnung von jeweils ca. 8 x 20 m Stoß auf Stoß verlegt. Diese Hartkunststoffplatten mit unterseitigen Konter- und Aussteifungsprofilen aus Aluminium sind multifunktional.

Erstens tragen sie die Solargrundrahmen SGR 35/90, auf welchen in der Folge die Schienen für die Solarmodule befestigt werden konnten. Lagesicher fixiert wurden die Solarbasisplatten® SB 200 durch die Auflast des Schüttgutes im weiteren Systemaufbau. So sind Dachdurchdringungen und damit etwaige Schwachstellen und Wärmebrücken vermieden. Durch die Plattengröße verteilt sich die Last der Solarmodule günstig auf die ganze Fläche und es wirken keine hohen Punktlasten auf Unterbau und Dachabdichtung.

Absturzsicherung ist integrierter Bestandteil

Die Solarbasisplatten® SB 200 übernehmen zusätzlich eine zweite Funktion, denn sie bilden gleichfalls die Grundlage für das Schienensystem Fallnet® SB 200-Rail zur Absturzsicherung.

Die Dächer des MTZ tragen wie grundsätzlich alle Gebäudedächer technische Einrichtungen wie Kamine, Lüftungseinrichtungen und Dachabläufe. Daher müssen die Dachflächen in regelmäßigen Abständen zur Wartung und Kontrolle begangen werden, z. B. auch für alle Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten an den Einrichtungen der Technikzentrale und der Photovoltaikanlage. Absturzsicherungsmaßnahmen sind dabei im Gefahrenbereich, d.h. im Abstand von weniger als 2 m zum Dachrand, gesetzlich vorgeschrieben.

Zur Absturzsicherung wurden die außen liegenden Solarbasisplatten® SB 200 mit Halterungen, Schienen und darauf gleitenden Anschlagpunkten, den so genannten Läufern, erweitert zum Absturzsicherungssystem Fallnet® SB 200-Rail. Auf den schmalen Dachrandstreifen, die rings um die Photovoltaikanlage entstanden sind, kann sich auf diese Weise später je eine Einzelperson mit ihrer persönlichen Schutzausrüstung an einem beweglichen Läufer sichern und gefahrlos arbeiten.

Bei diesem innovativen Absturzsicherungssystem ZinCo-Fallnet® SB 200-Rail in Verbindung mit der ZinCo-Solaraufständerung handelt es sich um das einzige am Markt befindliche auflastgehaltene und durchdringungsfreie Personen-Sicherungssystem mit Prüfung nach DIN EN 795 Klasse E und EG-Baumusterbescheiningung Richtlinie 89/686/EWG, durchgeführt vom TÜV Rheinland.

Der Bauherr ist auf der sicheren Seite, auch was die Wirtschaftlichkeit anbelangt, da diese eine Unterkonstruktion sowohl die Solaraufständerung als auch die Absturzsicherung ermöglicht.

Elegante Lösungen im Detail

Auf dem Gebäudemodul mit der Technikzentrale waren ausschließlich Plattenbeläge geplant. Da hier weder Dränage für Pflanzen noch Aufständerungen für Solarmodule notwendig waren, ergänzte Fallnet® SR Rail das bereits beschriebene Absturzsicherungssystem. Die Halterungen für die Rail-Schienen werden dabei von einer zugverteilenden Scheibe aus mehreren Rasterelementen fixiert. Gehalten durch die Auflast des Schüttgutes war auch hier keine Durchdringung der Dachabdichtung nötig.

Da die Dachfläche der Technikzentrale ca. 40 cm höher ist als die angrenzenden Gebäudedächer, war bei der Absturzsicherung eine technische Detaillösung gefragt. Durch die Sonderanfertigung eines S-förmigen Schienenelements wurde dieser Höhensprung auf elegante Art und Weise bewältigt, da der Läufer ohne Unterbrechung weiter gleiten kann. Diese durchgehende Sicherung beim Höhenversatz und damit höchste Benutzerfreundlichkeit kann nur ein solch festes Schienensystem wie das Fallnet® Rail erzielen.

Die Grundlage für dauerhaftes Grün

Die multifunktionalen Solarbasisplatten® SB 200 sind Grundlage erstens für die Solaraufständerung, zweitens für die Absturzsicherung und nicht zuletzt nun drittens auch Grundlage für die Begrünung. Sie gewährleisten die für die Dachpflanzen nötige Dränagefunktion, indem sie Niederschlagswasser in ihren Mulden speichern und überschüssiges Wasser durch das unterseitige Kanalsystem zu den Dachabläufen ableiten. Diese im Innenbereich liegenden Solarbasisplatten SB® 200 wurden zum Rand hin durch die klassischen Dränageelemente Floradrain® FD 25 zu einer vollflächigen Dränageschicht komplettiert. Auf dieser Basis finden die Sedumpflanzen auch auf dem Extremstandort Dach geeignete Wachstumsbedingungen.

Notwendige Verwehsicherung

Da der fünfgeschossige Gebäudekomplex etwa 20 m Gesamthöhe aufweist, waren für die Ausbringung und Etablierung der Pflanzen die Windverhältnisse zu berücksichtigen. Auf die Dachflächen der zu begrünenden Eckgebäude wirken die höchsten Windlasten. Aus diesem Grund kamen in den Eckbereichen auf einer Fläche von insgesamt ca. 180 m² die vorbegrünten Gitterelemente EcoSedum® zum Einsatz. Da diese Gitterelemente miteinander verbunden werden, ist ein Einrollen oder Schrumpfen, wie es zum Teil bei vorkultivierten Vegetationsmatten beobachtet werden muss, gänzlich ausgeschlossen. Die Gitterelemente gewährleisten Lagesicherheit auch für die darunter liegenden Schichten im windsoggefährdeten Bereich: eine Verwehsicherung, die noch dazu sofortiges Grün erzielt. Durch die Stärke von 3 bis 4 cm etablierte sich EcoSedum® sicher und die Substratschicht konnte in diesen Bereichen entsprechend geringer ausgeführt werden. So ergab sich ein fließender Übergang zu der mit Sprossenansaat ausgeführten Dachbegrünung. Diese macht mit ca. 1320 m² den weit überwiegenden Teil aus.

Zur Verwehsicherung entlang sämtlicher Dachränder sind Betonplatten einreihig verlegt. Ansonsten fanden Plattenbeläge auf den Dachflächen des MTZ dort Einsatz, wo Wartungswege und Gehbereiche gewünscht waren. Ebenso sind einige Kiesflächen vorhanden, zum Beispiel an den Übergängen zwischen den Gebäudemodulen und im kompletten Schienenbereich einer ebenfalls installierten Fassadenbefahranlage.

Know-How auf dem Dach

Das Münchner Technologiezentrum MTZ ist ökologisch wie ökonomisch beispielhaft. Die innovative Bautechnik zur Umsetzung von Dachbegrünung, Photovoltaik und Absturzsicherung spricht für sich und Synergieeffekte ergeben sich wie eingangs erwähnt gerade durch ihre Kombination: Nach einer allgemein gültigen Faustregel sinkt die Leistung der Solarmodule bei jedem Grad Erwärmung der Module über 25 °C um ca. 0,5 %. Da sich eine nackte Dachfläche an einem heißen Sommertag bis über 80 °C aufheizt, eine begrünte Dachfläche aber nur bis ca. 35 °C, erzielen Solarmodule, die mit einer Dachbegrünung kombiniert werden, einen höheren Leistungsgrad.

Mit den zukunftsorientierten Dächern des Existenzgründerzentrums MTZ finden die dort ansässigen Firmen für ihr eigenes innovatives Schaffen ein echtes Vorbild an Hightech und Nachhaltigkeit.

Bautafel

- Bauprojekt: MTZ Münchner Technologie Zentrum in 80992 München
- Bauherr: Stadtwerke München
- Baujahr: 2008
- Dachfläche: ca. 2.775 m²
- Dachabdichtung: bituminös
- Begrünungsaufbau: ZinCo Systemaufbau „Sedumteppich“ mit Solarbasis® SB 200 und Floradrain® FD 25
- Bepflanzung: EcoSedum® (vorbegrünte Gitterelemente) und Sprossenaussaat
- Absturzsicherung: ca. 32 lfm ZinCo Fallnet® SR Rail und ca. 100 lfm ZinCo Fallnet® SB 200-Rail, in den Begrünungsaufbau integriert.
- Photovoltaikanlage: 66,85 kWp/ca. 72.700 kWh pro Jahr
- Unterkonstruktion: Aufständerungssystem ZinCo Solarbasis® SB 200 und ZinCo Solargrundrahmen SGR 35/90
- Planung: h4a Gessert + Randecker Architekten BDA, Stuttgart/München
- Ausführung und Pflege: Garten Moser, Reutlingen
- Solarunternehmen: SunStrom GmbH, Dresden

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