Wangen: 4. Blumenschau

Tausendfach besungen, tausendfach dazu gedichtet: Die Rose ist einzigartig und darf allein schon deshalb in keinem Hochzeitsstrauß fehlen. Jetzt widmet sich die vierte Blumenschau auf der Landesgartenschau in Wangen der Königin unter den Blumen. Gestalterisch interpretiert erzählen die Floristinnen und Floristen Rosengeschichte fürs Herz.

Die leitende Floristin Conny Stoppa (links) eröffnete im Beisein der floralen Künstler die vierte Blumenschau. 2. von rechts OB-Stellvertreter Paul Müller. Bild: Landesgartenschau Wangen/Christine King

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„Hätte ich je den Mut gehabt, ein Tagebuch zu führen, so würde jede erste Morgenstunde im Sommer mit der gleichen Eintragung versehen sein: ‚Bin bei der Rose gewesen‘“. Dieser Satz von Karl Heinrich Waggerl sagt eigentlich schon alles über die Königin der Blumen. Die Rose ist die unumschränkte Aristokratin in allen Gärten und zu allen Anlässen. Sie ist Inspiration für Maler, Dichter und Denker, für Musiker und Filmschaffende.

Paul Müller als Vertreter des Wangener Oberbürgermeisters und „selbst bekennender Rosenfan“ eröffnete die farbige, strahlende und duftende Schau in der Baumwolllager. Anni Poikonen, Klavierdozentin bei der Wangener JMS, begleitete am E-Piano mit Rosenmelodien wie etwa „Für dich soll’s rote Rosen regnen“. Elf Betriebe haben mitgemacht, insgesamt 65 verschiedene Interpretationen von Gedicht- oder Liedzeilen sind jetzt bis zum 16. Juni zwischen den weißen Baumwollfäden in der FloristenSpinnerei zu sehen: In Sträußen, in Kugeln, in Kränzen und in fast monumentalen Aufbauten. Mit Holz versehen, mit Tüchern oder zwischen goldenen Tellern und Vasen und natürlich auch mit Dornen. „Jeder hat ja zu Farbe, Duft, Tageslicht und Stimmung eine andere Einstellung“, sagte die leitende Floristin Conny Stoppa aus der Schweiz bei der Eröffnung, stellte die Floristinnen  - und einen Floristen - aus den teilnehmenden Betrieben vor und führte anschließend durch die Ausstellung. Die meisten Teilnehmer kommen aus Wangen und Umgebung, manche auch von weiter weg. Alle waren einvernehmlich angetan „vom super Angebot, so etwas machen zu dürfen, vom tollen Team und vom Mega-Spaß, den wir dabei hatten“. Auch war die Rede davon, „sich mal austoben zu können und – passend zum Ausstellungsort bei der LGS – auch mal den Kopf spinnen zu lassen“.     

Eingeteilt in jeweils verschiedene Themenbereiche wie zum Beispiel „Sonnenaufgang“, „Abendrot“ oder „Nachts“ und „Mittagszeit“, sind die Rosenkunstwerke eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die Gedicht- oder Liedzeilen stehen immer dabei, die Besucher sollen verstehen bzw. nachvollziehen können, was sich die Floristen dabei gedacht haben. „Immer eine süße Verführung“ steht neben einem Strauß, der mit „sweet rose“ überschrieben ist und bei einem ganz in gelb gehaltenen floralen Kunstwerk liest man: „Dem Herz sagt eine Rose mehr als der ganze Blumenladen.“

Besucher dürfen auch selbst aktiv werden und können sich auf kleinen Kärtchen verewigen mit ihrem persönlichen Text oder Spruch zu den Rosen. So soll ein ganzer Rosenstrauße entstehen. Alles in allem eine üppige Schau, bei der circa 4500 Rosen „verarbeitet“ wurden und einzelne Kunstwerke und medizinballgroße Kugeln aus etwa 250 Blüten bestehen. Und die deutlich zeigt, wie einer der teilnehmenden Floristen meint, „dass wir eben viel mehr können als nur 5 Rosen zusammenbinden und Schleierkraut dazu“.

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