Wageningen: Apfel-Genom-Sequenz veröffentlicht

Eine qualitativ hochwertige Genom-Sequenz von Apfel wird in dieser Woche in "Nature Genetics" von einem internationalen Team von Wissenschaftlern, darunter Forscher der Universität Wageningen in den Niederlanden veröffentlicht.

Apfel-Genom-Sequenz veröffentlicht. Bild: GABOT.

Die Veröffentlichung der Sequenz erleichtert die schnellere und gezieltere Züchtung neuer Apfelsorten mit erhöhter Krankheitsresistenz, verbesserten Produktionsmerkmalen und einer besseren Fruchtqualität. Damit unterstützen die Ergebnisse eine nachhaltigere Produktion von Äpfeln, sowohl aus ökologischer als auch aus finanzieller Sicht.

Die Genomsequenz wurde von einem internationalen Konsortium von Forschungseinrichtungen aus Frankreich, Italien, Deutschland, den Niederlanden und Südafrika zusammengestellt. Die hohe Qualität der Genomdaten, die über 42.000 mutmaßliche Gene angibt, ist das Ergebnis der Verwendung jüngster Sequenztechnologien, die lange Strecken von DNA-Sequenzen erzeugen.

Die Genomsequenz gibt neue Einblicke in die Organisation des Apfelgenoms. Bereits 93% der 42.000 mutmaßlichen Gene wurden durch RNA-Sequenzierung validiert. Dieses Wissen ist nützlich für die Identifizierung von Genen, die ein Merkmal von Interesse kontrollieren und für die Entwicklung von DNA-basierten diagnostischen Tests, die die Züchtung von neuen Sorten beschleunigen können.

Die neuen Einblicke in das Apfelgenom bieten klare Sicht auf die Vervielfältigungsmuster unter den 17 Chromosomen des Apfels. Dies erleichtert die Identifizierung von Gen-Kopien mit ähnlicher Funktion. Als nächstes wurden so genannte "Wiederholungsregionen" zusammengestellt. Diese so weit uncharakterisierten Regionen des Apfelgenoms können an der Regulation der Genexpression beteiligt sein. Schließlich wurde eine neue Art von Wiederholungssequenz gefunden.

Die Forschungsarbeit wurde von Etienne Bucher von INRA Angers koordiniert. Die Forscher der Universität Wageningen steuerten ihr Wissen zur Genomsequenzierung, zur Genomabbildung und -montage bei, nutzten ihre Erfahrungen und Fertigkeiten in der Bioinformatik und gaben einen frühen Zugang zu einer hochqualitativen Referenzgenetik bei Äpfeln.

Die Universität Wageningen entwickelte neue Apfelsorten, die zu den Top-Sorten "Elstar", "Santana" und der kürzlich veröffentlichten "Natyra" führten. Die letzteren sind für die biologische Produktion geeignet, da diese Sorten Krankheitsresistenzen haben. Darüber hinaus ist 'Santana' für den Verzehr durch Allergiker geeignet. (Quelle: Nature Genetics)

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