Vereinigten Hagel: Schadenbilanz

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Noch bis Anfang Juni zeigte sich die Hagelsaison eher von der Sonnenseite: Die Schäden lagen deutlich unter denen des Vorjahres. Danach verdüsterte sich das Bild zusehends. Vom 10. Juni ab sorgten diverse Tiefdruckgebiete, meist von der Biskaya kommend, für kräftige Südwestströmungen. Diese wurden zumeist von starken Winden bis in große Höhen begleitet. Dadurch konnten dann sogenannte Superzellen entstehen, große rotierende Gewitterzellen mit starken Aufwinden, welche sich über Hunderte von Kilometern gen Osten bewegten und letztlich, besonders über Westund Süddeutschland, sich mit verheerenden Hagelschlägen entluden.

 

Am 10. Juni zog eine Unwetterfront über Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie Bayern. Betroffen waren in Rheinland-Pfalz die Weinbaugebiete an der Nahe, in Baden-Württemberg das Gebiet Hohenlohe und die Schwäbische Alb. Über 1.500 Schäden wurden gemeldet. Am 12. Juni traf es den Nordwesten Deutschlands mit knapp 700 Schäden in Nordrhein-Westfalen und nordwestlichen Teilen Niedersachsens. Am 23. Juni hagelte es erneut in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sowie auch in Sachsen-Anhalt; über 1.300 Schäden wurden gemeldet.

 

Dann zog am 8. Juli eine Superzelle über Baden-Württemberg und Bayern hinweg. Mit über 7.500 Schadenmeldungen zählte dieses Ereignis zu den schwersten seit dem Hagelsturm 1983 über München. Die Schäden – bedingt durch Totalausfälle bei Wein, Tabak sowie bei Erdbeeren und Obst - dürften das damalige Ausmaß bei Weitem übersteigen. Am 17. Juli kam es erneut zu Hagelschlag in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern. Dem folgten über 1.300 Schadenmeldungen.

 

Bis Ende Juli erreichten die Vereinigte Hagel insgesamt knapp 22.000 Schadenmeldungen, die Schadensumme dürfte auf über 60 Mio. € ansteigen – das ist weit mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. „Mit dieser ungewöhnlichen Häufung von Hagelschäden kurz vor bzw. in den Frühdruschgebieten direkt in der Ernte könnte das Jahr 2004 abermals zu einem Überschadenjahr werden“, konstatiert Dr. Rainer Langner, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Hagel. (verha)

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