Florensis/Silze: Zukunftssicherung durch Übergabe von Teilbereichen

Bereits seit Jahren arbeiten Florensis und Silze intensiv und sehr erfolgreich zusammen. Jetzt hat Silze sich entschieden die Züchtung, Eliteabteilung, Jungpflanzenproduktion sowie die Mutterpflanzenkultur in Kenia an Florensis abzugeben, um so die Zukunft des Unternehmens langfristig zu sichern und das eigene Risiko zu minimieren.

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Bereits seit Jahren arbeiten Florensis und Silze intensiv und sehr erfolgreich zusammen. Jetzt hat Silze sich entschieden die Züchtung, Eliteabteilung, Jungpflanzenproduktion sowie die Mutterpflanzenkultur in Kenia an Florensis abzugeben, um so die Zukunft des Unternehmens langfristig zu sichern und das eigene Risiko zu minimieren. 

Der Gartenbaubetrieb Silze in Weener-Halte kann auf eine lange Tradition zurückblicken. So gehen die Wurzeln bis ins Jahr 1899 zurück als Julius Silze einen Gartenbaubetrieb in der Nähe von Dresden gründete. 1961 begann Wolfgang Silze mit einem Siedlungsbetrieb in Weener-Halte. In der Gärtnersiedlung Halte werden heute von den ehemals 29 Siedlerstellen elf von der größeren Familie Silze bewirtschaftet.

Den Gartenbaubetrieb von Wolfgang Silze übernahmen 1996 die beiden Söhne Frank und Gerd, wobei sie eng zusammenarbeiten, aber jeder seinen eigenen Betriebsteil hat. So besteht das Unternehmen heute aus drei Firmen, dem Frank Silze Gartenbau (Produktion), dem Gerd Silze Gartenbau (Produktion) und der Silze GmbH & Co. KG (Handel). 

Produktionsschwerpunkt bildeten Jungpflanzen von Pelargonien, Neu Guinea Impatiens und Poinsettien. Mit der Jungpflanzenproduktion hatten sie die letzten zehn Jahre das größte Wachstum, was aber nicht ohne Risiko war, da alle drei Hauptkulturen unter Druck stehen. Mit dem Verkauf der Züchtung, der Eliteabteilung, der Mutterpflanzenkultur und Stecklingsproduktion an Florensis sinkt für Silze das eigene Risiko. Zudem arbeiten sie weiterhin eng zusammen und bewurzeln die Stecklinge, die nun nicht mehr aus der eigenen Produktion, sondern von Florensis kommen. Sicherheit gibt die langjährige Zusammenarbeit mit Florensis über 12 Jahre, wodurch sie sich kennen und Silze sicher ist, dass es für sie keinen besseren Partner als Florensis gibt. In Weener-Halte wird wie bisher weiter produziert. So haben sie in diesem Jahr allein bei Pelargonien 15 Millionen Jungpflanzen und Rohware produziert und sind damit der größte Kunde von Florensis. Produziert wird für den Markt in Deutschland, Skandinavien und einen großen Teil des Ostblocks. 

Durch die Zusammenarbeit mit Florensis erwartet Silze den größtmöglichen Erfolg. Die vergangene Saison lässt erwarten, dass die Kooperation über Jahre halten wird. Einerseits läuft die Produktion wie gehabt weiter, doch wird das Sortiment durch die Florensis-Produkte breiter. Ausgebaut werden soll zudem die Rohwareproduktion, da Silze seinen Kunden keine Konkurrenz am Markt machen möchte. 

Mit zur Entscheidung beigetragen, bestimmte Bereiche an Florensis abzugeben, hat, dass es für größere Unternehmen leichter ist bestimmte Anforderungen, wie beispielsweise die Exportzertifizierung für die USA oder gesetzliche Vorschriften zu erfüllen. Für kleine Unternehmen ist dies eine Herausforderung. Das Silze optimistisch in die Zukunft blickt wird unter anderem daran deutlich, dass sie im vergangenen Jahr nach einem Brand knapp 10.000 Quadratmeter für die Jungpflanzenproduktion neu gebaut haben. Neben der Vergrößerung wurde in die technische Ausstattung für die Jungpflanzenproduktion investiert. So in Klimacomputer, Bewässerungstechnik oder auch in die Übergabetechnik von Fernwärme aus Biomasse. Im neuen Gewächshaus sind eine Hebe-Senkheizung, zwei Energieschirme, eine davon zur Verdunkelung, Gießwagen und Assimilationsbelichtung installiert, so dass der Betrieb sich alle Möglichkeiten offen hält. 

Wichtig bei der Jungpflanzenproduktion ist die Heizung, da die Pflanzen ein kurzes Produktionsfenster haben und termingerecht geliefert werden müssen. Daher müssen die Kulturbedingungen optimal sein. Gearbeitet wird mit drei Blockheizkraftwerken, zwei Kohlekesseln und bei Bedarf mit fünf Gaskesseln. Zwei Biogas Blockheizkraftwerke im Wärmecontracting mit Wärmespeicheranlage sind in Vorbereitung. 

Die Pelargonien Jungpflanzenproduktion erfordert keine so hohe Automatisierung, so dass Silze flexibel ist. Hat sich die derzeitige Produktion eingespielt, könnte das Programm der Produktion um weitere Produkte ausgeweitet werden. Beispielsweise um Rohware von Produkten, die für den Gärtner nicht so einfach sind, wie Begonia Glowing Embers, die bei der Kultur höhere Anforderungen an den Gärtner stellt. Bereits vor einiger Zeit haben die Brüder Silze zehn Hektar Land in Autobahnnähe erworben. Hier könnte gebaut werden, falls weitere Flächen notwendig werden. Heute verfügen die Betriebe von Frank und Gerd Silze in Weener über eine Fläche von über fünf Hektar mit 42.000 Quadratmetern Hochglas und einer Pachtfläche von 10.000 Quadratmetern Hochglas. 

Einen Namen hat Silze sich mit der Züchtung bei Pelargonien gemacht mit der das Unternehmen 1997 begann. Die Züchtung der Toscana-Pelargonienserie hat Ilse Fischer-Töhl vorangetrieben und ihr Ehemann Uwe Fischer hat mit der Züchtung bei Impatiens Neu-Guinea begonnen. Beim Sortiment legt Silze Wert auf eine klare Gliederung und teilt seine Toscana-Pelargonien in Extra (X) für extra stark wachsende Sorten, Medium (M) für mittelstark wachsende Sorten und Compact (C) für kompakte Sorten ein. Weiter erfolgt eine Unterteilung in Grünlaubig (G), Dunkellaubig (D) und Peltaten (P), so dass mit wenigen Buchstaben sofort ersichtlich ist, welche Eigenschaften die Sorten haben. 

Mit dem Erfolg bei den Toscana-Pelargonien, standen bei der Züchtung der Neu-Guineas die Anforderungen ganz weit oben, um den guten Ruf nicht zu beschädigen. Ähnlich wie bei den Pelargonien werden die Toscana-Impatiens in drei Wuchsgruppen (Compact, Medium und Extra) eingeteilt. Bei der Züchtung wurde besonderer Wert auf Homogenität bezüglich Frühzeitigkeit und Wuchs gelegt. Alle drei Linien sind frühblühend und eigenen sich sowohl fürs Freiland als auch als Zimmerpflanze. Die Freilandeignung wurde über Jahre getestet und wird als hervorragend beurteilt.

Die Züchtung geht auch nach der Übernahme durch Florensis bei beiden Produkten weiter. Unterstützt werden Ilse Fischer-Töhl und Uwe Fischer, die weiterhin als freie Züchter für Florensis aktiv sind, jetzt von Fabienne Monté. Für die Züchtung und die Elitepflanzen baut Florensis ein eigenes Gewächshaus in Ambacht/NL. Aus der Züchtungsarbeit gibt es sehr viel Neues in der Pipeline, doch entscheidet jetzt Florensis über deren Einführung. Die Züchtungsziele beider Unternehmen sind identisch, so dass die Züchtungsrichtung erhalten bleibt. 

Wie jedes Jahr wird auch in diesem Jahr das Sortenfeld in Weener-Halte aufgepflanzt. Limit sind 440 Schalen. Hier lädt Silze am 31. August 2012 zum Kundentag ein. Bedenken hatte Silze anfangs bezüglich der Reaktion der Mannschaft auf den Verkauf der Teilbereiche. Die Stammbelegschaft bleibt erhalten und ist daher weiterhin hoch motiviert. 

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