Tulpen: Züchtung mit DNA-Analyse-Technik

Niederländische Kooperation zur Beschleunigung und nachhaltigeren Gestaltung der Züchtung und Produktion von Tulpen nimmt ihre Arbeit auf.

Tulpen: Züchtung mit DNA-Analyse-Technik.

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Drei branchenführende niederländische Unternehmen, BaseClear, Generade und Dümmen Orange, werden intensiv zusammenarbeiten, um die Züchtung und Produktion von Tulpen zu beschleunigen und nachhaltiger zu gestalten. Mit der allerneusten DNA-Analyse-Technik ist es jetzt möglich, sehr große und komplexe Genome, wie die der Tulpe, zu entschlüsseln. Die Kooperation vereint die finanziellen Mittel, das Wissen und die notwendige Technik, um sich eine Übersicht über das Tulpengenom zu verschaffen. Dieses Genom wird öffentlich gemacht. Damit ist ein wichtiger erster Schritt für Innovationen in der Tulpenindustrie gemacht, einer Branche, die mit gesellschaftlichen und finanziellen Herausforderungen konfrontiert ist und bei dem die Niederlande, wo die Tulpe großem kulturhistorischen Wert hat und über Kultstatus verfügt, zeigen kann, wie im Rahmen einer öffentlich-privatwirtschaftlichen Zusammenarbeit, eine nachhaltige und innovative Entwicklung in einem traditionellen landwirtschaftlichen Bereich realisiert werden kann.

Mit der Entschlüsselung des Tulpengenoms wird deutlich werden, wie die DNA die Eigenschaften einer Tulpe bestimmt. DNA-Muster, die an erwünschte Eigenschaften gekoppelt sind, könnten bei der Züchtung eingesetzt werden, um diese Merkmale in neuen, verbesserten Sorten zu kombinieren. Mit diesem Wissen könnten neue Tulpensorten, die gegen häufig auftretende Krankheiten resistent sind, schneller und gezielter entwickelt werden. So wäre auch eine Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln möglich. Hans van den Heuvel, Geschäftsführer Research & Development Dümmen Orange: „Neue technologische Entwicklungen auf dem Gebiet der DNA-Analyse machen es jetzt möglich, das gigantische Genom der Tulpe darzustellen. Damit erschließen wir einen Schatz an Informationen, der verdeutlicht, warum eine Tulpe sich wie eine Tulpe verhält. Dieses Wissen werden wir anschließend einsetzen, um die Züchtung neuer Tulpen zu beschleunigen. Die identifizierten DNA-Muster veröffentlichen wir direkt, um die Forschung an der Tulpe weltweit voranzutreiben.”

Generade ist eine Netzwerkorganisation, die eine wichtige verbindende Rolle zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen einnimmt. Bei der Eröffnung von Generade im Jahr 2014, wurde dem Zentrum eine klare Botschaft mit auf den Weg gegeben, nämlich eine innovative, praxisorientierte Forschung für den Tulpensektor durchzuführen. Das Kartieren des Tulpengenoms war zu diesem Zeitpunkt noch eine unlösbare Aufgabe, da die Technologie nicht ausreichend entwickelt war. Jetzt, zweieinhalb Jahre später, gilt es, diese Aufgabe gemeinsam mit BaseClear und Dümmen Orange in Angriff zu nehmen. Helma Kaptein, Geschäftsführerin Generade: „Gemeinsam mit unseren Partnern sind wir nun in der Lage etwas zu realisieren, das bisher nicht möglich gewesen ist. Ich bin sehr froh über die bisherige Zusammenarbeit und warte gespannt auf das Teilen der ersten Ergebnisse. Diese Kooperation zeigt, wie verschiedene Parteien sich im öffentlichen Interesse gemeinsam engagieren können. Generade fokussiert sich auf die angewandte Forschung und dieses Projekt ist dafür ein gutes Beispiel.”

BaseClear ist das größte unabhängige DNA-Analyse-Labor der Niederlande. Bas Reichert, CEO van BaseClear, erläutert seinen Bezug zu diesem Projekt: „BaseClear entwickelt die neusten DNA-Analyse-Techniken, und macht diese für die Praxis einsetzbar. Unser Anliegen ist es, diese Technologie auch für die Züchtung von Zierpflanzen nutzbar zu machen. Das Projekt, bei dem das Genom der Tulpe entschlüsselt werden soll, ist für uns ein perfektes Beispiel, um der gesamten Branche die Auswirkungen und die Anwendbarkeit dieser Technologie zu demonstrieren. Es beweist, dass die Technologie heutzutage bezahlbar und einsetzbar ist. Es zeigt nicht nur die Stärke der DNA-Analyse-Technik, sondern vor allem auch die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit verschiedener Parteien, die ihr Wissen teilen und so gemeinsam innovative Entwicklungen vorantreiben können. Wir hoffen und erwarten, dass auch andere dafür eintreten werden.”

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