Swiss Skills: Titelkampf und Berufswerbung

Die Gemüsegärtnerinnen und Gemüsegärtner nehmen zum ersten Mal an den Berufsmeisterschaften Swiss Skills teil. Im Freiburger Seeland haben die ersten Disziplinen stattgefunden.

Nadja Thurnherr bei der Pflege der Tomaten. Bild: ji.

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Gemüsegärtnerinnen und -gärtner üben einen vielfältigen Beruf aus. Einige der Disziplinen, die an den Berufsmeisterschaften gefragt sind, können an den Swiss Skills in Bern (12.-16. September, Bea Expo) nicht ausgetragen werden, da dafür Gewächshäuser oder Felder benötigt werden.

Deshalb fand ein Teil der Meisterschaften in Ried bei Kerzers auf dem Gemüsebaubetrieb Gutknecht sowie bei Swissradies statt. Die 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich für die Swiss Skills beworben und wollen ihr Können und die die Arbeit als Gemüsegärtner der breiten Bevölkerung zeigen. Dabei müssen sie ein vielseitiges Können unter Beweis stellen.

Für Nadja Thurnherr steht die Tomatenpflege und -ernte an. In der Hor-Sol-Anlage muss sie dazu eine Hebebühne steuern und unter den Augen der Experten verschiedene Arbeiten ausführen. Bei der Ernte müssen möglichst viele Tomaten innerhalb von 5 Minuten geerntet werden. Dabei wird neben der Geschwindigkeit die Qualität bewertet. Die Tomaten müssen schonend behandelt werden und die Kandidatin muss den einheitlichen Reifegrad beachten.

Kandidat Yannick Etter muss als erstes eine Spritzbrühe anmischen. Dabei zieht er ein Schadsymptom und muss ein geeignetes Mittel aus der Pflanzenschutzmittel-Datenbank heraussuchen. Er muss den Experten die Anwendungsvorschriften nennen und die korrekte Menge berechnen. Auch muss die Spritzbrühe an der Feldspritze abgemischt werden. Damit nicht unnötig PSM gebraucht werden, werden diese durch Sirup und Zucker ersetzt.

Auf den Feldern stehen die Maschinen im Einsatz. Beim Pflügen müssen 10 Aren bearbeitet werden. Die Experten achten dabei vor allem auf die Präzision. Ebenfalls einen Traktor steuert Gian-Luca Anker beim Säen der Zwiebeln. Zunächst muss er aber die Saatgut-Menge für die 10 Aren berechnen. Dabei erhält er von den beiden Experten Punkte für die Berechnungen und die Einstellung der Sämaschine, die Präzision der Aussaat sowie die Saattiefe.

Auf dem Betrieb Swissradies ist derweil Thiemo Sutter an der Arbeit. Er hat keine Maschinenhilfe bei der Ernte der Radieschen. Diese müssen geerntet, in 10-er-Bünde gebündelt und korrekt in die Kistchen abgelegt werden. Dabei hat er 10 Minuten Zeit. Er muss nicht nur schnell sein, sondern die Radieschen schön bündeln und schonend mit ihnen umgehen. Thiemo Sutter, der eigentlich am liebsten mit Traktoren arbeitet, schlägt sich gut. Er nimmt an den Swiss Skills teil, weil die "Gmüesler" zum ersten Mal mit dabei sind und er dem Beruf mehr Bekanntheit verschaffen möchte. "Vielleicht wird ja der ein oder andere dadurch zu einer Lehre motiviert", so Thiemo Sutter, der gerne mal einen eigenen Betrieb führen würde.

Mehr Lernende, das würde auch den Verband Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) freuen. Denn nach wie vor gibt es jährlich zu wenige Abgänger, um den Bedarf an Fachkräften in der Branche zu decken. Die Berufsaussichten sind dementsprechend gut, wenn sich Jugendliche für diesen Beruf entscheiden.

Die Swiss Skills gehen für die Gemüsgärtnerinnen und -gärtner in Bern weiter. Dort wird auch klar, wer zur ersten Meisterin oder zum ersten Meister gekürt wird. (Quelle: Lid.ch)

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