Stromersparnis von 25%: Das hat das Glühlampenverbot gebracht

Energie einsparen, Klimaziele erreichen, bewusster mit den Ressourcen umgehen - die Gesellschaft hat sich große Ziele gesetzt. Häufig muss es Verbote geben, damit nicht mehr zeitgemäße Produkte aus den Regalen verschwinden. So steht es dem Glyphosat bevor, das bald nicht mehr verwendet werden darf, und so erging es auch der guten alten Glühlampe, die vor zehn Jahren ihr Aus erlebte.

Zum Erreichen der Klimaziele kam es zum Verbot der klassischen Glühbirne, LED-Lampen sind die heutige Alternative. Doch wie sind solche Verbote zu bewerten? Bild: stockadobe.com/lovelyday12.

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Doch was bringen solche Verbote tatsächlich? Gerade der Produktionsgartenbau steht solchen Verboten meist kritisch gegenüber. Grundsätzlich ist der Stromverbrauch durch die LED-Lampen in Haushalten jedoch seit 2015 bereits um 25% gesunken, und auch im Gartenbau setzen sich LEDs als hocheffiziente Beleuchtung durch. Wir ziehen ein Resümee zum Glühbirnenverbot und erläutern, warum LED Lampen die beste Alternative sind, an denen wir aktuell und in Zukunft nicht vorbeikommen.

Vor zehn Jahren kamen Glühbirnen aufs Abstellgleis

Am 1. September 2009 erlebte die alteingesessene Glühbirne den Anfang ihres Endes. Die Bevölkerung war wenig begeistert, hatte sie sich doch schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts an die birnenförmigen Lichtquellen gewöhnt. Allerorts wurden Hiobsbotschaften verbreitet, wie schädlich die als Ersatz in Umlauf gebrachten Energiesparlampen für die Gesundheit sein könnten. In den neuartigen Lichtquellen war zudem giftiges Quecksilber enthalten, was sowohl im Fall eines Bruchs als auch bei der Entsorgung zu Problemen führte. Zudem bezweifelten Kritiker, dass die erwartete Einsparung bei der Beleuchtung einen relevanten Effekt auf den Gesamtverbrauch haben könne. Immerhin, so das Argument, mache die Beleuchtung nur einen winzigen Prozentsatz des Energieverbrauchs aus, nämlich 1,5%.

Die Verbraucher horteten Glühlampen

Als Ergebnis horteten viele Verbraucher die gewohnten Leuchtmittel und schimpften auf Brüssel. Doch die EU blieb auf ihrem Kurs, mithilfe der Ökodesign-Richtlinie massive Einsparungen beim Stromverbrauch zu ermöglichen. Dass die Glühlampe in das neue Konzept nicht recht hineinpasst, das sich an den Zielen des Klimaschutzes orientiert, liegt auf der Hand. Immerhin wandelt sie nur 5% der von ihr verbrauchten Energie überhaupt in Licht um. Der Rest wird zu Wärme, die ungenutzt im Raum hängt.

Was versprach sich die EU vom Glühbirnenverbot?

Das Ersetzen der Glühlampen durch effizientere Leuchtmittel sollte laut EU rund 40 Terrawattstunden an Strom einsparen. Die absolute Ersparnis sollte, wenn man den gesteigerten Bedarf nach Licht einrechnet, bei 16 Terrawattstunden liegen. Das entspricht einer Ersparnis von 15 Mio. Tonnen CO2. Hehre Ziele, doch wurden sie auch erreicht?
Heute gibt es im Handel nahezu keine Glühbirnen mehr und die aufgrund des Quecksilbers problematischen Energiesparlampen wurden mehr und mehr durch die sparsamen LED Lampen ersetzt. Tatsächlich ist seitdem eine beträchtliche Energie-Ersparnis zustande gekommen.

Die bereits erreichten Ziele können sich sehen lassen

Deutsche Haushalte sparten bei der Beleuchtung bereits 2015 ein Viertel des Stroms ein. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden 3,5 Terrawattstunden weniger Strom verbraucht. Bis 2020 ist jedoch noch einiges zu tun. LED Lampen sind die Technologie, welche das Erreichen der endgültigen Ziele ermöglichen wird. Sie lösen sowohl die Energiesparlampen als auch die Halogenleuchten ab. Letztere überzeugen zwar durch ein warmes Licht und eine sehr gute Lichtausbeute, sind allerdings nicht sparsam genug. Diese Modelle sind darum seit 2018 verboten.

Je schneller der komplette Umstieg auf LED vollzogen wird, umso besser

Deutschland hätte seine Einsparziele wahrscheinlich schon lange erreicht, wenn sich die Verbraucher nicht so massiv gegen die Neuerungen gewehrt hätten. Der Einzelhandel verkaufte in der ersten Hälfte des Jahres 2009 zehn Millionen Glühbirnen mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Läden wurden nicht gezwungen, ihre Vorräte an Glühlampen einzustampfen, sondern durften auch nach dem Verbot ihr Sortiment noch verkaufen. Ähnlich war es mit den Halogenleuchten, die sogar bis September 2018 noch produziert werden durften - jedenfalls die verbrauchsärmeren Modelle. Während dieser Übergangsphase hatten die LED Lampen jedoch die Gelegenheit, sich weiter zu entwickeln.

Was bringt die Zukunft?

Die Zukunft wird eindeutig von den LED Lampen geprägt sein. In ihnen befinden sich Dioden, die Licht emittieren. Die Technik ist ausgereift, die Leuchten können günstig hergestellt werden und sind dadurch massentauglich. Ihre Effizienz ist beachtlich - viele Modelle sparen gegenüber den alten Glühbirnen mindestens 70% und bis zu 90% an Energie ein. Sie haben sich die Bezeichnung „Energiesparlampe" redlich verdient. Sie enthalten weder Quecksilber noch müssen sie aufwendig entsorgt werden. Die höheren Preise amortisieren sich durch die extrem lange Lebensdauer in der Regel schnell. Auch bei der Lichtfarbe wurde nachgebessert. Verbraucher können heute problemlos die warmweiße Lichtfarbe bekommen, die sie so mögen. Doch es gibt ein anderes Problem.

Der Energieverbrauch in Haushalten ist wieder gestiegen

Trotz der extrem sparsamen LED Lampen und vielen anderen, sehr effizienten Geräten wie Waschmaschinen und Kühlschränken, die insgesamt eine deutliche Ersparnis bei der Energie ermöglichen, steigt der Stromverbrauch der privaten Haushalte seit einiger Zeit wieder leicht an. Grund sind die vielen elektronischen Geräte, die schon von den kleinen Familienmitgliedern benutzt werden. Computer, Handys, iPads und Spielekonsolen lassen den Stromverbrauch in die Höhe schießen. Sie fressen die Ersparnis bei der Beleuchtung gleich wieder auf, denn es sind zu viele dieser Geräte in Gebrauch. Letztendlich sind effiziente Geräte also nicht der Weisheit letzter Schluss. Nur ein Umdenken in der Bevölkerung kann zu einer echten Änderung führen. Das bedeutet, dass wesentlich bewusster und damit auch sparsamer konsumiert werden muss, wenn die Klimaziele tatsächlich erreicht werden sollen.

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