Steegmann GaLaBau: Steigert Effizienz mit KI

Der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Steegmann Garten und Landschaftsbau gehört zu den vier ortsansässigen Unternehmen seiner Branche und wird heute in dritter Generation von Tobias Steegmann geführt. Das Unternehmen blickt somit bereits auf eine lange Tradition zurück, dabei wird sich allerdings nicht gescheut auch auf neue und innovative Methoden zu setzen.

Marcus Trappe (links) und Dr. Anke Schirocki (rechts) trafen sich mit Tobias Steegmann, um über Themen der Zusammenarbeit zu sprechen. Bild: Agrobusiness Niederrhein.

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Um Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten, setzt Steegmann Garten und Landschaftsbau zunehmend auf digitale Werkzeuge. Tobias Steegmann entwickelte eigenständig ein KI-basiertes System, das anhand von Spracheingaben der Mitarbeitenden strukturierte Tagesberichte erstellt. Dies reduziert den administrativen Aufwand erheblich. Zusätzlich absolviert ein Mitarbeiter derzeit eine intensive Fortbildung zum Einsatz von KI in Unternehmen.

Die Baustellenplanung erfolgt weiterhin individuell und kreativ. Aufmaßdaten werden digital erfasst, anschließend entstehen mehrere Entwurfsskizzen, aus denen Kundinnen und Kunden wählen können. Die Umsetzung erfolgt auf Basis klassischer Papierpläne, die sich auf der Baustelle weiterhin als praktikabel erweisen.

Unternehmensführung und beruflicher Werdegang

Tobias Steegmann legt in der Unternehmensführung Wert darauf, „über den Tellerrand zu schauen“, um kreative und innovative Lösungen zu entwickeln. Ein prägendes Jahr verbrachte er während seiner Schulzeit im Rahmen eines Austauschprogramms in den USA. Etwas, was er aus diesem Austausch mitgenommen hat, ist der Leitsatz „Es ist nicht richtig, es ist nicht falsch, sondern einfach anders“ der ihn bis heute begleitet. Diese Offenheit gegenüber neuen Möglichkeiten zeigt sich auch beim Beitritt zu Agrobusiness Niederrhein e.V.

Der Verein bietet zahlreiche Veranstaltungen zu innovativen Techniken an. In der vergleichsweise ruhigen Winterzeit im Garten- und Landschaftsbau traf er sich mit Dr. Anke Schirocki und Marcus Trappe von Agrobusiness Niederrhein, um über Themen der Zusammenarbeit zu sprechen. Dabei ging es z.B. um das Thema Fachkräftegewinnung, für die sich der Verein insbesondere im Projekt Agropole Innovates einsetzt. Zusammen mit Agrobusiness Niederrhein war Steegmann bereits beim Tag der Ausbildung in Geldern präsent.

Ausbildung und Fachkräftegewinnung

Der Kontakt zu Agrobusiness Niederrhein e.V. entstand über das Thema Fachkräftegewinnung, das auch im Garten- und Landschaftsbau zunehmend an Bedeutung gewinnt. Während üblicherweise ein bis zwei Auszubildende pro Jahr ihre Ausbildung beginnen, blieb der Betrieb im vergangenen Jahr ohne neue Auszubildende. Durch verstärkte Präsenz auf regionalen Ausbildungsmessen – unter anderem in Geldern und Kevelaer – stieg die Zahl der Bewerbungen in diesem Jahr bereits auf fünf.

Dieses Jahr beginnen somit wieder zwei Azubis ihre Ausbildung im Unternehmen. Grundsätzlich setzt Steegmann Garten auf Probearbeiten oder Praktika, um Bewerberinnen und Bewerbern frühzeitig Einblicke in den Berufsalltag zu ermöglichen.

Darüber hinaus legt Tobias Steegmann Wert darauf, dass Auszubildende unterschiedliche Perspektiven kennenlernen. Alle Auszubildenden absolvieren ein einwöchiges Praktikum beim Agrobusiness-Mitglied Baum und Bonheur. Im ersten Lehrjahr folgt zudem ein Praktikum beim Fachhändler Hünnekens in Straelen, um Grundlagen im Umgang mit technischen Geräten zu erwerben.

Geschichte und Tradition des Betriebs

Der Betrieb wurde 1949 von Tobias Steegmanns Großvater gegründet. Dieser starb leider schon früh, als Tobias Steegmanns Vater erst 14 Jahre alt war. Trotz dieser außergewöhnlichen Situation entwickelte sich der Betrieb kontinuierlich weiter und blickt inzwischen auf mehr als 75 Jahre Unternehmensgeschichte zurück.

Ursprünglich plante Steegmann nicht, den Familienbetrieb zu übernehmen, und begann zunächst ein Logistikstudium in Venlo. Nach zwei Semestern entschied er sich jedoch für eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau – sowohl im elterlichen Betrieb als auch in einem weiteren Unternehmen – und absolvierte anschließend eine Weiterbildung im Bereich Ingenieurwesen des Landschaftsbaus. Danach arbeitete er als Vorarbeiter, bevor er die Betriebsleitung übernahm.

Heute beschäftigt das Unternehmen 20 Mitarbeitende inklusive Auszubildenden, organisiert in fünf bis sechs Kolonnen, sowie drei geringfügig Beschäftigte. Der Betrieb arbeitet überwiegend für Privatkundinnen und -kunden. Besondere Stärken sieht das Unternehmen in individuellen und komplexen Projekten, die kreative Problemlösungen erfordern. Zu den jüngsten öffentlichen Aufträgen zählt die Bepflanzung des Peter-Plümpe-Platzes in Kevelaer. Zu den besonderen Projekten der vergangenen Jahrzehnte zählen unter anderem Aufträge in der Schweiz und in Venedig. Bei einem besonders aufwendigen Auftrag wurden für einen Kunden Bäume per Helikopter verpflanzt, da der Rasen des Geländes unter keinen Umständen beschädigt werden durfte.

Aktionen, Erlebnisse und viele Berufsbilder

Die ausstellenden Betriebe boten ein abwechslungsreiches Programm: Gewinnspiele, Fotobox, DIY-Blumensträuße und blühende Give-aways sorgten für viel Aufmerksamkeit. Gleichzeitig wurden zahlreiche Berufsfelder vorgestellt – vom Gartenbau, der Floristik und dem Einzelhandel über Lagerlogistik, kaufmännische Berufe, Fachinformatik und Mediengestaltung bis hin zu Metallbau, Lebensmitteltechnik sowie Maschinen- und Anlagenführung.

Meet & Greet bringt neue Kooperationen hervor. Im Anschluss an die Messe fand erstmals ein Meet & Greet statt. Unternehmen kamen dort mit Akteuren aus der Berufs- und Bildungswelt ins Gespräch – eine wertvolle Austauschplattform, die auf große Resonanz stieß.

Marcus Trappe von Agrobusiness Niederrhein, Koordinator im Interreg-Projekt Agropole Innovates, betont: „Durch diesen Austausch sind tatsächlich neue Kooperationen entstanden.“ Ein konkretes Beispiel: Drei junge Menschen aus einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme erhalten demnächst die Möglichkeit, die Tätigkeiten im Garten- und Landschaftsbau in Praktika kennenzulernen – und zwar in einem neuen Mitgliedsunternehmen von Agrobusiness Niederrhein.

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