Staudengärtner: Nachwuchsförderungsinitiativen bewähren sich

Die Fachrichtung Staudengärtner ist vielfältig und anspruchsvoll. Sie reicht zudem noch in benachbarte Ausbildungszweige wie Zierpflanzenbau, Baumschule und Landschaftsbau. Gerade diese komplexe Anforderung scheint junge Menschen mit guter Schulbildung zu interessieren.

Komplexe Anforderungen in der Ausbildung: Für einen kompakten Wuchs und gute Verzweigung werden Lavendelpflanzen mit der Stutzmaschine zurückgeschnitten. Das Schnittgut wird dabei mittels Luftstrom direkt in den Auffangsack geblasen. Bild: Herb Allgaier.

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Laut aktueller Ausbildungsstatistik des Statistischen Bundesamtes hatten 2017 die neuen Auszubildenden im ersten Lehrjahr der Staudengärtner im Schnitt den höchsten allgemeinbildenden Schulabschluss unter den gärtnerischen Fachrichtungen. 46,2% aller neuen Staudengärtner haben Abitur oder Fachhochschulreife. Kein einziger wurde ohne Schulabschluss in ein Ausbildungsverhältnis einer Staudengärtnerei aufgenommen. Die Frauenquote ist zudem mit 54% die höchste unter den Fachrichtungen der Gärtner.

„Die hohe Qualität der Auszubildenden freut uns Staudengärtner sehr – unabhängig davon, ob sie weiterhin als Staudengärtner arbeiten oder sich weiterbilden und den Fachbereich wechseln“, erklärt Kordula Becker, Vorsitzende des Arbeitskreises Ausbildung im Bund deutscher Staudengärtner (BdS) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG). „Die Kenntnis der Pflanzen und ihrer Verwendung ist eine zentrale Grundlage für viele Berufe im Gartenbau.“

Bei der Abschlussprüfung haben 2017 alle 57 angetretenen Staudengärtner ihre Abschlussprüfung bestanden (30 Frauen, 27 Männer) wie auch die 3 Staudenmeisterinnen ihre Meisterprüfung.

Den vergleichsweise hohen Rückgang in der Zahl neuabgeschlossener Ausbildungsverträge von 23,1% im Jahr 2017, schätzt Kordula Becker nicht als Trendwende.

Zum Stichtag 31. Dezember 2017 waren insgesamt 198 Staudengärtner in der Ausbildung, etwas mehr als 2016 mit 192.

„Das liegt daran, dass wir von 2015 zu 2016 einen Zuwachs um 15,6% hatten, der sich nun wieder relativiert hat. Wir Staudengärtner sind sehr aktiv in der Nachwuchswerbung. Aktuell haben wir erste Fotos im Betrieb Michael Moll aufnehmen lassen, mit denen wir die Arbeit im Jahresablauf verdeutlichen wollen. Im nächsten Jahr werden wir Auszubildenden ein klares Bild ihrer Tätigkeiten zeigen können“, so Becker.

Die jährliche Ausbildungsfahrt wirke zudem imagebildend, denn die jungen Staudengärtner werden nicht nur im Betrieb, sondern darüber hinaus in den Berufsstand integriert und umfangreich fortgebildet. (ZVG/BdS)

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