Stationärer Einzelhandel: Neue Umsatzprognosen

Die BBE Gruppe, bestehend aus BBE Handelsberatung, IPH Handelsimmobilien und elaboratum New Commerce Consulting GmbH, widmet sich vor dem Hintergrund der Covid-19-Krise in einem aktuellen Whitepaper den Umsatzaussichten verschiedener Einzelhandelsbranchen und – lagen des stationären Einzelhandels.

Garten- und Baumärkte können auf eine positive Entwicklung hoffen. Bild: GABOT.

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Von elf Handelsbranchen prognostizieren die Experten des Verbunds nur für drei Segmente, Fahrradhandel (bis + 9%), Garten- und Baumärkten (bis +5%) sowie Lebensmittel- und Drogeriehandel (bis +5%), eine positive Entwicklung für 2020 und 2021. Besonders starke Einbrüche sind laut der Einschätzung von BBE bis Ende 2021 im stationären Schuh- (bis -17%) und modeorientierten Textilhandel (bis -22%) zu erwarten. (1)

„Die aktuellen Frequenzzahlen zeigen quer über alle Lagen während und nach Ende des Lockdowns enorme und nachhaltige Einbrüche. In dieser extrem schwierigen Situation wollen wir Mietern wie Vermietern, Betreibern wie Finanzierern fundierte Daten und Prognosen als Entscheidungshilfe an die Hand geben“, erklärt Lars Jähnichen, Geschäftsführer von IPH Handelsimmobilien.

Die Prognosen basieren auf einer breit angelegten Befragung großer wie kleiner Handelsunternehmen sowie aller Fachbereiche des BBE-Verbunds.

Nahversorgung ist Trumpf – Innenstädte der Metropolen leiden

Neben der Analyse verschiedener Handelsbranchen beschäftigt sich die BBE-Gruppe in ihrem aktuellen Whitepaper auch mit Unterschieden zwischen verschiedenen Handelslagen, von der Innenstadt über Shopping-Center bis hin zu Stadtteil- und Fachmarktzentren, sowohl in großen als auch in mittleren und kleinen Städten.

„Grundsätzlich immunisiert eine starke Nahversorgungsfunktion am meisten, weil sie für nachhaltige Frequenz auch für die anderen Anrainer vor Ort sorgt“, erläutert Joachim Stumpf, Geschäftsführer von BBE und IPH. Für Shopping-Center quantifizieren die Experten die Umsatzeinbußen 2020 für Objekte mit gut integriertem Nahversorger auf bis zu 18%, bei Centern ohne solche Ankermieter sind sogar bis zu 25% möglich.

In den Innenstädten tauchen vor allem Unterschiede hinsichtlich der Einwohnerzahl auf. „Je größer eine Stadt, desto eher erfüllt die Innenstadt keine reine Nahversorgungsfunktion sondern strahlt weiträumig mit einem Angebot an übergeordneten Waren ins Umland aus“, sagt Leif Krägenau, Leiter Research von BBE. In den Metropolen stehen daher Umsatzeinbußen von bis zu 30% zu erwarten, in großen Mittelstädten (bis zu -25%), während kleinere Städte (bis zu -10% 20%) etwas weniger betroffen sind.

Die dritte betrachtete Lagekategorie umfasst Fachmarkt- sowie Stadtteilzentren, denen die robustesten Prognosen bescheinigt werden. Während Fachmarktzentren 2020 maximal 8% weniger Umsatz erwirtschaften sollten, könnten Stadtteilzentren, also weitestgehend auf Grundversorgung ausgerichtete Standorte, mit geringem Anteil von Nonfood-Angeboten, sogar um 2% mehr Umsatz erzielen könnten als ohne Covid-19. (BBE)

(1) Durch die Zweijahres-Betrachtung ergibt sich eine Glättung des Einmaleffekts durch den Lockdown.

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