Schwerster Hagelschaden der Vereinigten Hagel

Die Lage in den südlichen Landesteilen Bayerns ist nach den schweren Hagelschlägen vom 26. Mai 2009, die vielerorts durch orkanartige Böen mit Spitzengeschwindigkeiten von fast 120 km/h und regional sintflutartigen Regenfällen begleitet wurden, schlicht katastrophal.

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Die Lage in den südlichen Landesteilen Bayerns ist nach den schweren Hagelschlägen vom 26. Mai 2009, die vielerorts durch orkanartige Böen mit Spitzengeschwindigkeiten von fast 120 km/h und regional sintflutartigen Regenfällen begleitet wurden, schlicht katastrophal. In Bayern wütete das Sturmtief Felix am Abend des 26. Mai von Memmingen, Iller-Lech-Platten, Lechfeld über die Hallertau und das Niederbayrische Hügelland bis zum Bayrischen Wald, wo sich der Hagelzug weiter nach Tschechien und Österreich fortsetzte.

Sofort eingeleitete Schadenserhebung auch in Bayern
„Inzwischen gingen von unseren versicherten Mitgliedern insgesamt 3.800 Schadenmeldungen ein, so viel Schadenmeldungen wie durchschnittlich in einem ganzen Jahr“, so Dr. Gunter Prostinak, Bezirksdirektor der BD Nürnberg. „Landesweit sind über 70 Kommissionen seit Donnerstag letzter Woche zur Schadenregulierung im Einsatz. Dabei haben wir auch von anderen Bezirksdirektionen Unterstützung bekommen, um eine möglichst schnelle Vorbesichtigung der Schäden bei unseren Mitgliedern zu realisieren“, Dr. Prostinak.

Kernzentrum der Schäden liegt zwischen Memmingen und Landshut
Die bereits letzte Woche geäußerten Befürchtungen über Schäden in katastrophalem Ausmaß bei Feld- und Sonderkulturen bestätigen sich mehr und mehr“, so der Experte aus Nürnberg. Die Schäden sind extrem, die räumliche Dimension von Memmingen bis zur tschechischen Grenze unglaublich. „Das Kernzentrum mit den höchsten Schäden liegt zwischen Memmingen und Landshut, wo bereits über 150 ha Mais zum Umbruch freigegeben wurden“, so der Experte.

Total- und Umbruchschäden bei Feldkulturen

„Besonders früh gesäter Mais kam dabei zu Schaden, während spät gesäte Beständen oft weniger Schaden davon getragen haben“, so Dr. Prostinak. Wintergerste und Winterweizen wurden vielfach bodennah abgemäht. Beim Raps wurde die Schotenäste regelrecht abgeschält, oft sind alle Schoten abgeschlagen oder die Anschläge derart stark, dass de Schoten vorzeitig aufplatzen. „Die Umbruchschäden bei Getreide und Raps werden sofort endreguliert“, so der Bezirksdirektor.

In der Hallertau 1.500 ha Totalschäden bei Hopfen

Die schwersten und teuersten Schäden verzeichnete die Hallertau, wobei rund 1.500 ha Hopfen Totalschäden von der rund 4.500 ha umfassenden Hopfenfläche Kopf- und Rebabschläge erlitten“, so Dr. Prostinak. Vielfach sind schwere bis totale Kopfabschläge zu beklagen, teils wurden die Reben direkt über dem Stock abgeschlagen. Bei dem Hagelunwetter kamen mehr als ein Drittel des bayrischen Hopfens zu Schaden.

Gemüse und Beerenobst rund um München zerstört
Der um München und teils in Niederbayern verbreitete Anbau von Gemüse und Beerenobst trägt vom Hagelsturm katastrophale Schäden davon. „Erdbeerbestände wurden durch Hagel völlig zerstört und müssen häufig umgebrochen werden. Auch Stauchobst zeigt neben dem vollständigen Verlust der Früchte auf den Anschlagsseiten extreme Holzbeschädigen, die sich auch nachteilig für den Ertrag zur nächsten Ernte auswirken. Bei Kern- und Steinobst sind vielerorts nicht nur Totalverluste des Fruchtansatzes zu beklagen, sondern bei Jungbäumen im zweiten und dritten Standjahr verursachte der Hagel extreme Verletzungen an Stämmen und dem Fruchtholz, so dass die Fruchterträge bereits für das kommende Jahr darunter leiden werden. „Das Gemüse im Raum Freising und Erding verzeichnet nahezu flächendeckend Totalschäden“, so Dr. Prostinak.

Erschreckende Bilanz für Erzeuger und Hagelversicherer

„Dies ist unter Strich in Bayern eine schlicht weg erschreckende Bilanz sowohl für Erzeuger und Hagelversicherung. Viele Betriebe bekommen ihren Schaden zwar von der Hagelversicherung ersetzt, viele müssen sich aber um die Vermarktung sorgen, weil die Kundschaft später ausbleibt. Insbesondere bei Erdbeeren können derartige Schäden zu gravierenden Marktverschiebungen führen, wenn andere Lieferanten den hiesigen Absatzmarkt besetzen. Für die Hagelversicherung wird der Schadenaufwand immens, zählt dieser Schaden zu den schwersten, die bisher die Vereinigte Hagelversicherung erlebte“, so Dr. Prostinak. (Quelle: vereinigte-hagel)

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