Schleswig-Holstein: Spargelsaison startet spät wie nie

Die Landwirtschaftskammer hat am 7. Mai 2013 beim nördlichsten Spargelbauer Deutschlands den offiziellen Spargelanstich vorgenommen. Der Betrieb von Uwe Hardt befindet sich auf ehemaligem Wikingergebiet im Kreis Schleswig-Flensburg in Freienwill.

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Die Landwirtschaftskammer hat am 7. Mai 2013 beim nördlichsten Spargelbauer Deutschlands den offiziellen Spargelanstich vorgenommen. Der Betrieb von Uwe Hardt befindet sich auf ehemaligem Wikingergebiet im Kreis Schleswig-Flensburg in Freienwill. Der Präsident der Landwirtschaftskammer, Claus Heller, verwies heute darauf, dass es sich in diesem Jahr aufgrund des langen Winters um einen der spätesten Saisonstarts überhaupt in den letzten Jahren handele.

Noch nie mussten die Verbraucher so lange auf das Königsgemüse warten. Die ersten nennenswerten Spargelmengen gab es erst Ende April, und dass auch nur in den südlicheren Landesteilen. Dies ist keine einfache Situation für die Spargelanbauer, die mit einer verkürzten Saison zurechtkommen müssen, betonte Claus Heller, denn an Johanni (24.06.) endet die Saison.

Erntemengen und Anbau
In der Saison sind von rund 70 Spargelbauern mit rund 400 ha Anbaufläche im Land rund 1.600 Tonnen Spargel zu erwarten und somit eine ähnliche große Menge wie im Vorjahr. Über 90% des schleswig-holsteinischen Spargels werden direkt vermarktet, so Claus Heller. In Deutschland werden zirka 102.000 t Spargel auf fast 20.000 ha produziert. Weißer Spargel wird hierzulande bevorzugt. Doch schon ein paar Kilometer weiter über die Grenze nach Dänemark dominiert der Grünspargelanbau- und Konsum. Man könnte also vom „Weißspargeläquator“ auf dem Betrieb Hardt im Kreis-Schleswig-Flensburg sprechen. Der Grünspargelanteil liegt in Deutschland und Schleswig-Holstein bei nur 5%.

Dank der Folien
Spargelanbau in dieser nördlichen Region nahe der dänischen Grenze ist überhaupt nur durch moderne Folientechnik möglich geworden. Auch landesweit verfrühen die meisten Anbauer einen Teil ihrer Spargelflächen mit sogenannten Minitunneln, die dafür sorgen, dass die Sonnenstrahlen die Dämme noch intensiver erwärmen und der Spargel damit früher reif wird. Vor der Zeit der Foliennutzung war es üblich, dass die Verbraucher in Schleswig-Holstein mindestens bis Anfang Mai auf das regionale „weiße Gold“ warten mussten. Hier im Norden von Schleswig-Holstein war in dieser Zeit an einen gewerblichen Spargelanbau überhaupt nicht zu denken.

Verbrauch im Jahr
Der Pro-Kopf-Verbrauch an Spargel liegt in Deutschland bei 1,6 kg pro Jahr. Grüner Spargel ist zwar in Mode gekommen, hat aber nach wie vor nur eine untergeordnete Bedeutung. Schleswig-Holsteiner bevorzugen vor allem heimische Ware. Manche mögen mehr die geschmackvolleren Sortierungen mit Lilaspitze und manche stehen auf den geschmacklich sehr feinen „Schneeweißen“.

Einkaufsmöglichkeiten
Generell wird Spargel in Schleswig-Holstein gern auf den Wochenmärkten oder direkt beim Erzeuger vor Ort eingekauft. Auch einige Einzelhändler haben zum Teil Spargel hiesiger Anbieter im Mai im Sortiment. Sobald die Saison begonnen hat, kann Ware aus dem Ausland nicht mehr mithalten. Wo frischer Spargel in Schleswig-Holsteiner zu beziehen ist, findet sich im Faltblatt Spargelstraße Schleswig-Holstein oder im Internet unter www.lksh.de (Stichwort: Verbraucher/Einkaufen auf dem Bauernhof).

Frischetest
Am frischesten ist der Spargel direkt vom Erzeuger, aus Hofläden oder vom Wochenmarkt. Beim Spargel-Einkauf hilft der Frische-Test: Frischer Spargel hat geschlossene Spitzen, knirscht (quietscht) beim Aneinanderreiben und die Schnittstellen sind feucht und nicht eingetrocknet. Nach dem Kauf sollte der Spargel möglichst schnell mit einem feuchten Küchenhandtuch umwickelt im Kühlschrank eingelagert werden, bis er auf dem Teller landet. (lksh) 

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