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SAG: "Gentechnisch veränderte Kartoffeln sind keine Lösung"
Agroscope will im nächsten Frühling gentechnisch veränderte Kartoffeln auf ihren speziell gesicherten Versuchsfeldern im zürcherischen Reckenholz anpflanzen. Dazu hat die landwirtschaftliche Forschungsanstalt beim Bundesamtes für Umwelt (BAFU) ein Gesuch eingereicht.
Um Feldversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen durchzuführen hat die landwirtschaftliche Forschungsanstalt Agroscope überwachte und gesicherte Versuchsfelder, die sogenannte „Protected Site“, geschaffen. Dort sollen ab dem kommenden Frühjahr neben dem Weizen der Universität Zürich auch cisgene Kartoffeln wachsen, die resistent gegen die Kraut- und Knollenfäule sein sollen. Die Cisgenese ist genauso risikoreich wie die üblicherweise angewandte Transgenese. Wo das neue Gen im Erbgut eingebaut wird, ist nicht vorhersehbar. Dies kann zu unerwarteten Effekten führen. So kann es durch die fremde DNA zur Bildung neuer unbeabsichtigter Proteine oder Störungen eines anderen Genes kommen. Mit unbekannten Folgen. Die SAG steht diesen Versuchen kritisch gegenüber. SAG Präsidentin und Biobäuerin Maya Graf kritisiert: „Das knappe Forschungsgeld in der Schweiz sollte nicht für Versuche eingesetzt werden, die für die Schweiz keine Lösung bieten können“. Die Schweiz kann sich nur mit Qualitätsprodukten profilieren. Und gemäß Qualitätscharta der Schweizer Landwirtschaft werden diese ausschliesslich ohne GVO hergestellt. Zudem lehnt der Grossteil der Schweizer Bevölkerung Gentechnik bei Nahrungsmitteln ab.
Die SAG setzt sich für eine Pflanzenzucht ein, die sich an natürlichen standortgerechten Züchtungsmethoden orientiert und im Feld im Austausch mit dem Oekosystem entsteht und nicht mit einer teuren, künstlichen Labor-Technologie. Die starke Verbreitung der Kraut- und Knollenfäule wurde nicht zuletzt durch die Intensivierung beim Kartoffelanbau begünstigt. Nachhaltiger wären daher Forschungsprojekte, die bei den Anbausystemen und der Selektion widerstandsfähiger Sorten ansetzen.
Bereits heute lassen sich mit bewährten und neuen Sorten qualitativ hochwertige Kartoffeln produzieren, die auch den Richtlinien des ökologischen Landbaus entsprechen. Gerade in den Niederlanden, einem der führenden Länder bei der Kartoffelzucht, sind bemerkenswerte Erfolge erzielt worden. Stattdessen konzentrieren sich die Freisetzungsversuche auf herkömmlichen Sorten. Ob sich die gentechnisch veränderten Kartoffeln für das Schweizer Klima eignen, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Agroscope rechnet damit, dass sich die Freisetzungsversuche über 5 Jahre hinziehen werden. (Quelle: SAG)

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