Ressourcenverbrauch: Kosten senken, nachhaltig arbeiten

Eine gesunde Umwelt liegt Verbrauchern zunehmend am Herzen. Nachhaltigkeit, ressourcenschonendes Wirtschaften und ein fachmännischer Blick auf den Klimaschutz spielen bei Kaufentscheidungen eine immer bedeutendere Rolle. Auch im Gartenbau und der Landwirtschaft zeigt sich das.

Energieeffizienz spielt auch im Gewächshaus eine Rolle. Bild: GABOT.

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Betriebe müssen umdenken, um die Gunst des Verbrauchers auch in Zukunft zu genießen.

Strom: Kosteneffizienz im Blick

Der Verbrauch von Strom nimmt einen besonderen Stellenwert im Gartenbau ein. Immerhin sind Unternehmen heute auf zahlreiche Hilfsmittel angewiesen, die nicht ohne elektrisch Energie funktionieren. Die Beheizung von Gewächshäusern, eine fachgerechte Beleuchtung und weitere Aspekte sind unverzichtbar, können jedoch mit verschiedenen Maßnahmen effizienter gestaltet werden. Für den Unternehmer bringt das nicht nur eine verbesserte Reputation mit sich, sondern kann auch die betrieblichen Ausgaben senken.

Energieeffizienz steht auch im Fokus des BMEL-Bundesprogramms zur Steigerung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau, das bereits seit 2016 besteht und 2019 in eine neue Runde geht. Die Unterstützung von Betrieben bei der Umsetzung energieffizienter Veränderungen steht im Mittelpunkt der Maßnahme. Gefördert wurden dabei unter anderem Punkte wie
• die systemische Optimierung des Betriebes,
• der Neubau von Gebäuden mit niedrigem Energieverbrauch,
• und die Anschaffung sowie der Bau energieeffizienter Anlagen.

Welche Investitionen ein Betrieb fördern lassen kann, muss individuell beantwortet werden. Von Klimaanlagen über LED-Beleuchtung bis hin zu Isolierung und Dämmung sollen alle Maßnahmen dabei helfen, den Stromverbrauch zu verringern und somit bei der Einhaltung wichtiger Klimaziele mitzuhelfen.

Betriebe, die Energieeffizienz umsetzen, müssen häufig Investitionsbereitschaft zeigen. Langfristig jedoch kann sich das lohnen, denn geringere Stromkosten unterstützen die Amortisierung der Ausgaben. Hilfreich ist es außerdem, einen genaueren Blick auf den derzeitigen Stromversorger zu werfen. Einige Unternehmen bleiben ihrem Versorger treu, obwohl sich am Markt weitaus günstigere Stromtarife bieten.

Immerhin gibt es laut verivox.de in Deutschland rund 1.100 Stromversorger, deren Konditionen mitunter deutliche Differenzen aufweisen. Zusätzlich lohnt es sich, bei der Suche nach einem neuen Versorger auf Ökotarife zu setzen, die auch im gewerblichen Bereich angeboten werden. Wer sich mit Ökostrom versorgt, kann diese Tatsache auch in der Außenwerbung effektiv einsetzen.

Wasser: Knappheit als Katastrophe

Der Sommer 2018 ermöglichte einen Ausblick auf die verheerenden Folgen von Wasserknappheit. Selbst in Mitteleuropa regnete es so wenig wie selten zuvor. Viele landwirtschaftliche Betriebe mussten knapp haushalten und dennoch Ernteausfälle in Kauf nehmen. Im Gartenbau zeigt sich Wasserknappheit noch dramatischer als beispielsweise im Anbau von Getreide. Hier nämlich drohen existenzbedrohende Komplettausfälle.

Umso wichtiger ist es, achtsam mit der Ressource Wasser umzugehen. Eine negative klimatische Wasserbilanz, die sich vor allem im Sommer zeigt, lässt sich nur durch Bewässerung auffangen. Die Wasserwirtschaft kann den Bedarf aufgrund der hohen Anzahl industrieller, privater und landwirtschaftlicher Abnehmer jedoch nicht zuverlässig decken, was vor allem in der Zukunft ein Problem darstellen könnte.

Anpassungen in Gartenbaubetrieben sind daher unumgänglich. Den betrieblichen Wasserverbrauch zu senken, lässt sich mit verschiedenen Maßnahmen umsetzen. Als effizienter gilt beispielsweise die Tröpfchenbewässerung, aber auch Häufeln, Mulchen soll unterstützend wirken. Zudem werden Garten- und Landschaftsbaubetriebe auch im Hinblick auf
• moderne und sparsamere Bewässerungsanlagen,
• neue Fruchtfolgen,
• veränderte Termine für Saat und Pflanzung
• sowie die Auswahl von Pflanzensorten

Herausforderungen meistern müssen. Wer zusätzlich eine Möglichkeit schafft, durch den Bau von Zisternen Regenwassernutzung in den betrieblichen Alltag zu integrieren, leistet einen weiteren Beitrag zu ökologischerem Wirtschaften.

Nachhaltigkeit: Weitere Maßnahmen für mehr Umwelt- und Klimaschutz

Ohne fachgerechte Düngung und Bodenpflege können weder Gartenbau noch Landwirtschaft überleben. Pflanzen sind auf ein gutes Nährstoffangebot angewiesen, um wie gewünscht zu gedeihen. Im Fokus stehen dabei inzwischen organische Dünger aus pflanzlichen Quellen, die auch der Verbraucher zu schätzen weiß.

Eine Eigenkompostierung im Betrieb lohnt sich daher sowohl in puncto Außenwirkung als auch in Bezug auf die effiziente Ausnutzung gegebener Mittel. Bei der Kompostierung werden organische Abfälle in den Stoffkreislauf rückgeführt, was auch im Sinne der europaweiten Circular Economy Strategy ist. Im Gartenbau fallen zahlreiche organische Abfälle an, die sich sinnvoll weiterverwenden lassen. So können beispielsweise Betriebserden und Düngemittel erzeugt werden.

Viele Betriebe jedoch scheuen die Kompostierung, da sich hieraus ein Mehraufwand ergibt. Auch ist der verwendete Kompost nicht qualitativ geprüft, was Risiken mit sich bringt. Der Industrieverband Garten informiert hierüber. Unternehmer sollten folglich überlegen, wie sich geprüfter Kompost verwenden lässt. Die Kooperation mit regionalen Kompostierungsanlagen könnte ein Lösungsansatz sein. Grundsätzlich ist die Verwendung organischer Dünger empfehlenswert, da sich diese nicht so schnell auswaschen wie Mineraldüngemittel und den geschlossenen Kreislauf unterstützen. Mit Gründüngung, Kompost, Mulch oder auch Schnittgut als Nährstoffquelle nutzen Betriebe außerdem Möglichkeiten, die in der Herstellung weit weniger Ressourcen binden als synthetische Dünger, die laut Umweltbundesamt einen hohen Produktionsaufwand mit sich bringen.

Letztlich also braucht es für eine ressourcenschonende und energieeffiziente Betriebsführung mehr als nur die Betrachtung isolierter Teilbereiche. Ganzheitliche Absätze, die das Unternehmen als System verstehen und entsprechende Transferaufgaben mit sich bringen, sind langfristig betrachtet wertvoll für das Bestehen in einer Welt, deren Zukunft von klimatischen Veränderungen bestimmt sein könnte.

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