Plastiktüten: Hendricks geht in die Offensive

Umweltministerin Barbara Hendricks geht in der Diskussion um Plastiktüten in die Offensive. Die SPD-Politikerin will eine kostenlose Abgabe der umstrittenen Transporthilfen unterbinden.

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Umweltministerin Barbara Hendricks geht in der Diskussion um Plastiktüten in die Offensive. Die SPD-Politikerin will eine kostenlose Abgabe der umstrittenen Transporthilfen unterbinden. Dazu setzt Hendricks zunächst auf eine freiwillige Selbstverpflichtung des Handels. Dies sagte die Ministerin im Interview mit der Lebensmittel Zeitung (dfv Mediengruppe). Sie kündigt aber an, dass im Falle der Nichterfüllung ordnungsrechtliche Schritte fällig seien. Hendricks will damit die Vorgaben aus Brüssel erfüllen, die eine Reduzierung des Verbrauchs von Plastiktüten von derzeit rund 200 pro EU-Bürger und Jahr bis 2019 auf 90 und bis 2025 auf 45 Stück vorsehen.

Der Rat der Europäischen Union hat am 2. März einem Richtlinienentwurf zugestimmt, der die Verringerung der Umweltbelastungen durch Plastiktüten auf europäischer Ebene anstrebt. Deutsche Verbraucher liegen derzeit bei 71 Tüten im Jahr. Damit entsteht für Hendricks formal erst 2019 Handlungsbedarf. Die Abgabe von kostenlosen Plastiktüten ist derzeit im Bekleidungshandel, in Apotheken oder etwa beim Drogeriemarktbetreiber Rossmann üblich. „Kunststofftragetaschen stellen in vielen Teilen der Welt ein großes und zunehmendes Umweltproblem dar“, sagt Hendricks gegenüber der Lebensmittel Zeitung. „Auch bei uns in Deutschland werden sie als Synonym für eine Ex- und Hopp-Mentalität wahrgenommen.“ Ein generelles Verbot bezeichnet die Ministerin jedoch als „unverhältnismäßig“. Die mittelständisch geprägte Herstellerlandschaft um Europamarktführer Papier-Mettler aus Morbach im Hunsrück oder OMM aus Lindlar fürchtet trotzdem Umsatzeinbußen. (dfv)

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