Pflanzenschutz: Ergebnisse aus dem Diagnoselabor

Die Hochschule Weihenstephan-Tiesdorf hat in den letzten Wochen einige Proben zum Thema 'Pflanzenschutz' untersucht und einige Diagnosen zur Verfügung gestellt.

Dunkle, bevorzugt blattunterseits auftretende Rostpusteln an Giersch. Bild: © HSWT/ZFW.

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Rost an Giersch

Der an Giersch (Aegopodium podagraria) auftretende, nicht wirtswechselnde (autöcische) Rostpilz Puccinia aegopodii vollzieht einen reduzierten Zyklus (Mikrozyklus). Es werden nur Teleuto- und Basidiosporen gebildet, nur sehr selten konnten nach Literaturhinweisen auch einzelne Uredosporen nachgewiesen werden. Die nahezu schwarz gefärbten Teleutosporenlager befinden sich bevorzugt auf der Blattunterseite in gelblichen, punktförmigen Blattflecken und entlang der Stiele und Blattnerven. Häufig treten an den befallenen Blättern und Trieben Schwielen und Verkrümmungen auf.

Falscher Mehltau an Mohn

An Mohn (hier: Papaver nudicaule, Islandmohn) sind mehrere Falsche Mehltaupilze der Gattung Peronospora beschrieben. Wichtigster Vertreter ist hierbei Peronospora arborescens. Bevorzugt beginnend an den älteren Blättern kommt es zu Blattvergilbungen und lokalen, bräunlichen Nekrosen in teils größerer Zahl. Blattunterseits bildet sich ein violetter "Pilzrasen", der sich bei mikroskopischer Betrachtung als eine Ansammlung baumartig verzweigter Träger offenbart, an dessen Enden einzelne Sporangien sitzen, die über Wind und Wasserspritzer weiter verteilt werden können.

Weichhautmilben an Kissenaster

Blattverkrüppelungen und auffällige Deformationen sind erste Anzeichen für einen Befall mit Weichhautmilben wie hier an Kissenaster (Aster dumosus). Die Tiere sind nur knapp 0,2 mm groß und somit mit der Lupe nahezu nicht erkennbar. Ihre Gestalt ist länglich-oval. Als adultes Tier besitzen sie vier Beinpaare und bevorzugen als dünnhäutige Tiere ("Weichhautmilben") eine höhere Luftfeuchte. Das vierte Beinpaar der Weibchen ist dabei fadenförmig ausgezogen ("Fadenfußmilben"). Die Tiere leben sehr versteckt in Knospen, wobei bereits wenige Tiere einen Schaden verursachen.

Bibliographische Angaben:

Wolfgang Willner: Taschenlexikon der Schmetterlinge Europas (2 Bände: Alle Tagfalter im Portrait, Die häufigsten Nachtfalter im Portrait), Quelle & Meyer Verlag, Wiebelsheim, 2017, ISBN: 978-3-494-01633-7 und 978-3-494-01634-4, Preis: 49,95 Euro (als Set, aber auch einzeln erhältlich), Format 13x20 cm

Inhalt:

Jedes der beiden Bücher gliedert sich in eine kurze Einführung (u.a. Körperbau der Schmetterlinge, Entwicklungsstadien, Lebensweise, Lebensraum), dem die Artportraits als umfangreichster Teil folgen. Den Abschluss bildet jeweils ein Literaturverzeichnis, Glossar und Register der deutschen sowie wissenschaftlichen Namen. Die Gliederung der Artportraits erfolgt auf der Grundlage der Systematik nach Familien (Tagfalter: 5 Familien, Nachtfalter: rund 50 Familien) und hier in alphabetischer Reihenfolge der wissenschaftlichen Namen. Insgesamt werden in den beiden Büchern 1200 Arten mit jeweils 1000 (Nachtfalter) bzw. 600 (Tagfalter) farbigen Abbildungen vorgestellt. Die Beschreibung umfasst wesentliche Merkmale zum Aussehen, zur Biologie und Verbreitung. Eine nach Monaten unterteilte Jahresskala gibt Hinweise zur Flugzeit sowie zum Auftreten der Raupen. Die gebundenen Bücher umfassen jeweils rund 770 (Nachtfalter) bzw. rund 450 Seiten (Tagfalter).

Empfehlung:

Hinsichtlich der Abbildungen liegt der Schwerpunkt auf den einzelnen Schmetterlingen, es finden sich jedoch auch eine Reihe von Raupenbildern. Eine Wirtspflanzenliste der Raupen fehlt leider. Beide Bände sind als informatives Nachschlagewerk mit den wichtigsten Eckdaten der zuvor anderweitig bestimmten Schmetterlings-Arten gut geeignet. (Quelle: Hochschule Weihenstephan-Tiesdorf)

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