Pflanzen online kaufen: Eine gute Idee?

Es geht schnell und die Ware kommt bis an die Haustür - aber stimmt auch die Qualität? Landschaftsarchitektin Brigitte Röde erklärt, worauf sie beim Pflanzenkauf achtet.

Leidenschaft für Pflanzen: Gärtnerinnen und Gärtner geben nicht nur die herangezogenen Pflanzen, sondern auch ihr Fachwissen bereitwillig weiter. Bild: GMH/Elke Röbken.

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Pflanzenversender gibt es schon lange, doch im Zeitalter des Internets hat auch der Pflanzenversand eine neue Dimension erreicht. Gleichzeitig schwören viele Gärtnerinnen und Gärtner auf den Besuch in der örtlichen Gärtnerei, schließlich könne man sich nur dort vorab von der Qualität der Pflanzen überzeugen und bei Fragen kompetent beraten lassen.

Die Kölner Landschaftsarchitektin Brigitte Röde kann durchaus beidem etwas abgewinnen. Nicht zuletzt deshalb, weil beides eng miteinander verbunden ist – die Pflanzen, die online verkauft werden, müssen ja irgendwo herkommen. „Viele namhafte Gärtnereien mit breitem Sortiment verfügen längst über einen eigenen Onlinehandel und versenden die von ihnen angezogenen Pflanzen auch. Auf der Website des Bundes deutscher Staudengärtner beispielsweise kann man sich nicht nur regionale Betriebe mit Qualitätszeichen anzeigen lassen, sondern auch gezielt nach Betrieben mit Onlineshops suchen“, empfiehlt Röde. „Bei diesen Gärtnereien kann man auch mal anrufen, wenn man eine Frage hat und wird am Telefon ebenso kompetent beraten wie vor Ort.“ Auch viele Spezialitätengärtnereien und Bio-Betriebe profitieren vom Onlineversand und können dadurch ihren Kundenstamm erweitern – ein Vorteil für Käufer und Verkäufer.

Produktionsbetriebe vs. reine Versender

„Anders sieht es mitunter bei großen Versendern aus, die selbst gar keine Pflanzen produzieren, sondern sie nur einkaufen und weiterverkaufen. Da fehlen mir der Bezug zur Pflanze und das Praxiswissen – und manchmal auch der ehrliche Umgang mit den Kunden: Wenn Pflanzenfotos offensichtlich massiv nachbearbeitet worden sind, damit sie eindrucksvoller wirken, oder wenn aus Marketinggründen Pflanzennamen frei erfunden werden – da ist mir zu viel Show dahinter,“ stellt Röde fest.

Für die mehrfach preisgekrönte Landschaftsarchitektin sind beim Pflanzenkauf drei Kriterien ausschlaggebend: Fachkompetenz, Pflanzenqualität und Sortenechtheit. Das spricht aus ihrer Sicht ganz klar für gärtnerische Fachbetriebe – auch im Vergleich mit den lediglich weiterverkaufenden Gartencentern, denn das geballte Fachwissen sitzt nun mal in den Produktionsstätten. „In den Gärtnereien oder auf Pflanzenmärkten und Messen, auf denen viele Betriebe mit Ständen vertreten sind, informiere ich mich über neue Sorten. Vor allem aber kann ich bei namhaften Fachbetrieben dann auch sicher sein, die gewünschten Sorten zu erhalten. Das ist für uns Planer extrem wichtig.“ Wenn Kunden sich einen weißen Garten wünschten, und im nächsten Jahr plötzlich rosafarbene Blüten darin auftauchten, sei das mehr als ärgerlich. „Umso mehr, wenn es sich um Arten handelt, die erst nach einigen Jahren Standzeit blühen, beispielsweise Pfingstrosen.“

Paradies im Kleinformat

Eines kann der Onlineverkauf ohnehin niemals toppen: den Erlebniswert eines Gärtnereibesuchs. Die Farbenpracht, der Duft, die Bienen und Schmetterlinge, die von Blüte zu Blüte fliegen – keine noch so ausführliche Pflanzenbeschreibung kann da mithalten. „Für viele meiner Kunden gibt es nichts Schöneres, als durch Gärtnereien oder über Pflanzenmärkte zu streifen. Wenn ich nach Adressen gefragt werde, empfehle ich gerne Betriebe, die attraktive Schauanlagen und vielleicht auch ein Café haben. Dort kann man sich theoretisch stundenlang aufhalten, ohne dass einem langweilig wird.“ (GMH)

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